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Gemeinderat Mering

31.05.2015

Hasso muss nicht an die Leine

Ob der Hund an die Leine muss oder nicht – das liegt in Mering weiter im Ermessen von Herrchen oder Frauchen.
Bild: Archivfoto: Heinz Budjarek

Mering Zwei- bis dreimal im Jahr passiert es in Mering, dass Hunde ernsthaft für Ärger sorgen. Eine Joggerin fühlt sich durch die frei laufenden Vierbeiner sogar dermaßen gestört, dass sie in der Bürgerversammlung eine allgemeine Leinenpflicht forderte. Mit diesem Antrag befasste sich nun der Gemeinderat. Strikte Regelung oder die Hoffnung auf die Vernunft der Hundehalter – da gingen die Meinungen weit auseinander.

Bernhard Bordon vom Ordnungsamt der Gemeinde skizzierte die aktuelle Situation. Das Thema Hundehaltung beschäftige die Verwaltung immer wieder. Häufiger als die genannten zwei- bis dreimal im Jahr seien jedoch nicht Menschen die Opfer von Attacken, sondern Artgenossen. „Meist haben sich die Hunde untereinander verbissen. Ab und zu verendet dabei auch ein Tier“, erzählt er.

Eine Hundehaltungsverordnung hält Bordon jedoch nicht für die Lösung. Diese sei nur wirkungsvoll, wenn sie entsprechend durchgesetzt wird. Dafür bräuchte das Ordnungsamt jedoch erst zusätzliches Personal. Zudem könne eine solche Verordnung in Bayern nur eine Leinenpflicht für große Hunde mit über 50 Zentimeter Schulterhöhe und für Kampfhunde vorschreiben. Eine allgemeine Leinenpflicht sei in Bayern nicht möglich. Darüber hinaus könne der Geltungsbereich bis maximal 100 Meter über die Ortsgrenze hinaus erweitert werden. Das heißt, viele beliebte Jogging-Strecken in freier Natur wären von der Vorschrift ohnehin nicht erfasst, so Bordon. Entsprechende Vorschriften in anderen Gemeinden wie Ried bezeichnete er als „Papiertiger“. Bürgermeister Hans-Dieter Kandler betonte, dass er das Thema sehr ernst nimmt: „Jeder hat mit Hunden schon seine Erfahrungen gemacht. Und es gibt einfach Leute, die Angst vor Hunden haben!“, sagte er. Barbara Häberle (Grüne) erzählte aus eigener Erfahrung, dass eine Leinenpflicht nicht unbedingt so viel bringt: „Ich bin selbst einmal beim Radfahren gebissen worden – und der Hund war angeleint!“ Sinnvoller als eine große Verordnung fände sie es, wenn an bestimmten, besonders belebten Plätzen, wie zum Beispiel dem Badanger, Schilder aufgestellt werden, dass Hunde an die Leine müssen.

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Eine solche Beschilderung können sich der Bürgermeister und einige der Gemeinderäte durchaus vorstellen. Götz Brinkmann (SPD/parteifrei) appellierte auch an die Zivilcourage: „Der ein oder andere sollte vielleicht mal den Mut haben, einen Hundehalter direkt anzusprechen“, meinte er.

Dagegen hält Manfred Drexl (CSU) eine Hundeverordnung grundsätzlich schon für sinnvoll: „Aber man müsste sie auch kontrollieren“. Selbst auf den Spielplätzen, wo Hunde eigentlich verboten sind, habe er seine Enkel schon von den Kothaufen wegziehen müssen.

Das Abstimmungsergebnis dürfte Herrchen und Frauchen in Mering jedoch aufatmen lassen. Der Erlass einer allgemeinen Verordnung wurde am Ende mit neun zu 13 Stimmen abgelehnt. Ob nun tatsächlich – wie in der Diskussion vorgeschlagen – stattdessen für bestimmte Bereiche Anlein-Schilder aufgestellt werden und wenn ja für welche – darüber traf der Gemeinderat keine konkrete Entscheidung.

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