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Neujahrsempfang

04.02.2019

Heinz Erhard und die SPD

Als Redner beim Neujahrsempfang der Friedberger SPD begrüßte die Ortsvereinsvorsitzende Ulrike Sasse-Feile den ehemaligen Oberbürgermeister von Ulm, Ivo Gönner. Foto: Christine Hornischer

Die Friedberger Sozialdemokraten bieten neben dem Schwergewicht des deutschen Humors auch den ehemaligen Ulmer OB Ivo Gönner als Redner auf

Der Neujahrsempfang der SPD Friedberg im Großen Saal des Wittelsbacher Schlosses stand ganz im Zeichen der Stadtentwicklung. Ortsvereinsvorsitzende Ulrike Sasse-Feile stellte in ihrer Begrüßungsansprache die Verbundenheit der SPD mit der Stadt Friedberg in den Vordergrund. Weil jede Minute Lachen das Leben um eine Stunde verlängere, nahm sie sich einen Co-Redner zur Hilfe: Heinz Erhard, das Schwergewicht des leichten Humors wurde per Beamer mit seiner humorigen Rede „Wir können es auch lassen“ eingespielt, die mit den Worten endete „Lasst uns nun genießen, Genossen“.

Die Vorsitzende sprach auch das naheliegende Thema „Bürgermeister- und Stadtratswahlen“ an. „2020 werden für die SPD Friedberg zahlreiche neue Gesichter an den Start gehen“, erläuterte Sasse-Feile die Ausgangslage, da sich zahlreiche altbekannte SPD-Stadträte aus der aktiven Politik zurückziehen werden. Beispielsweise auch ihr Vater, Peter Feile, ehemaliges Mitglied des Bundestages, der 47 Jahre lang im Stadtrat das Bild Friedbergs mitgeprägt hatte. Und wie es sie ihr Vater gelehrt hatte, forderte die Vorsitzende: „Offen und mit Nachdruck wollen wir Desinformation entlarven, unsere Standpunkte klarstellen und denjenigen keinen Raum lassen, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Abrede stellen.“

Fraktionsvorsitzender Roland Fuchs monierte, dass das Wort „Stadtrat“ falsch gewählt sei, vielmehr müsse es „Vertreter eines Verwaltungsorgans“ heißen. Somit müssten sich alle Stadtratsmitglieder auch an Recht und Gesetz halten. Er bezog sich hier auf das Verkehrsmodell in der Friedberger Ludwigstraße. Nicht die Idee gehöre hier be-straft, so der Fraktionsvorsitzende, sondern derjenige, der die Idee ad absurdum führe. Zum Thema „Neuer Wohnraum“ prophezeite Fuchs, dass das „hü und hott“ weitergehe. Und er bekannte, dass er sich manchmal vorkomme wie Deutschlands Dichterfürst: „Hier steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als je zuvor.“ Gerne hörte er aber das Lob von Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann: „Ein Bürgermeister allein kann das Stadtwohl ohne den Stadtrat nicht umsetzen.“

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Zu den heutigen Herausforderungen der Kommunalpolitik und der Weichenstellung in der Stadtentwicklung sprach Ivo Gönner, der von 1992 bis 2016 als Oberbürgermeister die Stadt Ulm entscheidend mitgeprägt hatte. Der 67-Jährige steckte mit seinem speziellen Humor und seiner Leidenschaft für kommunale Selbstverwaltung die über 300 Politiker und Gäste an.

Gönner stellte zuerst das Thema „Frauenwahlrecht“ in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Exakt vor 100 Jahren war es ja eingeführt worden, aber „Nix fällt vom Himmel“. Daher riet Gönner der Friedberger SPD ganz klar, zur Kommunalwahl auf der Liste halb Frauen und halb Männer aufzustellen.

Im Jahr 2019 erwarten uns zahlreiche bedeutende Jubiläen, so der ehemalige Oberbürgermeister. Beispielsweise stelle das Grundgesetz seit 70 Jahren die Basis für die freiheitlich-demokratische Grundordnung in Deutschland dar. „Das könnt ihr doch bestimmt alle auswendig?“ frotzelte Gönner und erntete viele Lacher und Applaus. Hier heiße es unter anderem, die Würde des Menschen sei unantastbar – „und es heißt nicht die Würde des Friedbergers, die Würde des Ulmers und so weiter“. Gerne würde er das so manchen beibringen.

Die „Labore der Integration“, wie Gönner die Kommunen bezeichnete, seien seiner Meinung nach eher die „Schule der Demokratie“. „Denn was wir im Kleinen nicht schaffen, schaffen die im Großen auch nicht“, so Gönner. Mit dieser Aussage bezog er sich auf die Bundespolitik. Er konnte sich aber nicht verkneifen, jungen Kollegen in der Kommunalpolitik einen Rat zu geben: „Prügel gibt’s immer – wenn nicht von der Seite, dann von der anderen.“ Ein weiterer Rat lautete „Macht aktive Grundstückspolitik.“ Wenn im Haushalt keine Mittel bereitstünden, solle man lieber anderswo Mittel abzweigen. Und trotz allem postulierte er: „Kommunalpolitik macht fröhlich.“

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