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Friedberg

20.01.2020

Hessing übernimmt das Friedberger Schuhhaus Kratzer

Zwei Traditionsunternehmen verbinden sich: Barbara Kratzer übergibt ihr Schuhhaus an Ronny Egger, den Leiter der Hessing Maßarbeit für Orthopädie. Wiedereröffnung unter dem Namen „Kratzer & Hessing“ ist am 4. März.
Foto: Sabine Roth

Plus Im März geht das 126 Jahre alte Friedberger Schuhhaus Kratzer als neuer Bereich in der Hessing-Stiftung auf. Wie kam es zu der ungewöhnlichen Übergabe?

Als Barbara Kratzer vor der Presse stand und über ihre Nachfolge zum ersten Mal berichtet hat, hatte sie Lampenfieber und war sichtlich aufgeregt. Doch die 74-jährige Unternehmerin hatte gar keinen Grund dazu.

Die Vertragsunterzeichnung fand bereits am 12. Dezember statt. Die Augsburger Hessing-Stiftung übernimmt ihr alteingesessenes Schuhgeschäft in Friedberg samt allen sechs Fachkräften. Dass auch ihr Firmenname und ihr ausgewähltes Sortiment weitergeführt werden, ist für Kratzer eine besondere Auszeichnung.

Das Schuhhaus Kratzer in Friedberg gibt es seit 126 Jahren

Seit 126 Jahren gibt es das Schuhhaus Kratzer in Friedberg. Auch wenn es für die Inhaberin nicht leicht war, eine solche Entscheidung zu treffen, so weiß sie, dass ihr Fachgeschäft in vielen Bereichen in ihrem Sinn weitergeführt wird. So hatte zum Beispiel ihr Großvater Johann Baptist Kratzer in seiner Schuhmacherwerkstatt Maschinen, die aber damals aufgrund des Platzmangels und der Erweiterung der Geschäftsräume weichen mussten. Heute halten fortschrittliche Maschinen durch die Übernahme der Hessing-Stiftung wieder Einzug.

Schon vor einem Jahr führte die Inhaberin Gespräche mit Vertretern des Handelsverbandes und suchte nach einem geeigneten Nachfolger für ihr traditionsreiches Geschäft in der Friedberger Innenstadt, das der „Vollblutunternehmerin“ sehr am Herzen liegt. Eine Lösung innerhalb der Familie war nicht möglich.

Durch einen Zufall bekam sie den Kontakt zu Hessing, erzählt sie. „Als ich letztes Jahr an der roten Ampel am Königsplatz gegenüber dem Hessing-Sanitätshaus gestanden bin, winkte mir meine ehemalige Mitarbeiterin, die gerade im Schaufenster stand, freundlich zu. So wurde ich neugierig und ging hinein. Vom Angebot und von den Räumlichkeiten dieses Geschäfts war ich sofort beeindruckt. Für mich war klar, das ist die Lösung für mein Schuhgeschäft“, so Kratzer.

Barbara Kratzer schrieb einen Brief an die Hessing-Stiftung

Noch auf dem Nachhauseweg beschloss sie, einen Brief an die Hessing-Stiftung zu schreiben und die Nachfolge anzubieten. Schon bald bekam sie einen Anruf von Ronny Egger, dem Leiter der Hessing-Maßarbeit für Orthopädie. „Wir vereinbarten sogleich einen Termin in meinem Schuhhaus in Friedberg. Dabei hat mich das große Interesse von Ronny Egger an unserer langen Firmengeschichte und der Friedberger Geschäftswelt in der Innenstadt beeindruckt.“ So war für sie schon beim ersten Kennenlernen klar, dass ihr Geschäft hier in besten Händen sein werde. Egger verantwortet bisher die Hessing-Sanitätshäuser am Königsplatz in Augsburg und in Göggingen.

Der bevorstehende Umbau und Besitzerwechsel zeichnet sich bereits am Schuhhaus Kratzer ab.
Foto: Sabine Roth

Da auch bei Kratzer die gesunden Füße im Mittelpunkt stehen, passte das gut zu Hessing und man entschied sich, in Friedberg einzusteigen. Auch im neuen Namen „Kratzer & Hessing“ soll sich diese Verbindung widerspiegeln. „Eine wichtige Grundlage für das Fortführen des Schuhhauses ist, dass wir das gesamte Team übernehmen können“, erklärt Ronny Egger. Die Kunden können sich also weiterhin auf die gewohnte Fachkompetenz, die exzellente Beratung und das bestehende Vertrauensverhältnis verlassen. Zur Seite steht Egger Martin Kreitmayr, der den Bereich der Orthopädietechnik bei Hessing leitet und in der Branche kein Unbekannter ist.

Friedbergs Bürgermeister Eichmann: "Das richtige Signal"

Bürgermeister Roland Eichmann freut sich, dass das Traditionsunternehmen erhalten bleibt und in gute Hände gegeben wird. Er spricht von einem Eckpfeiler der Innenstadt und betont: „Für unsere Stadt ist es wichtig, dass der Einzelhandel sich zukunftsfähig entwickelt. Kratzer und Hessing senden hierfür das richtige Signal, auch über Friedberg hinaus.“

Im Moment wird schon kräftig umgebaut, denn das Geschäft muss den neuesten Brandschutzvorgaben entsprechend angepasst werden. Dazu werden nun unter anderem die Schaufenster ausgetauscht, die Fluchtwege erweitert sowie eine behindertenfreundliche Toilette eingerichtet. Barbara Kratzer bittet um Verständnis, dass es im Verkaufsraum zu Behinderungen kommen kann. Vom 17. Februar bis 3. März ist das Schuhhaus dann komplett geschlossen.

Der neue Name des Friedberger Schuhhauses ist "Kratzer & Hessing"

Am 4. März wird es unter dem Namen „Kratzer & Hessing“ offiziell wiedereröffnet. Das aktuelle Frühjahr- und Sommersortiment im Bereich Damen-, Herren- und Kinderschuhe ist dann schon eingetroffen. Damit ist die Teilnahme am ersten Marktsonntag am 29. März gesichert. Ronny Egger verspricht, an diesem Tag selbst an der Kasse zu stehen, damit ihn die Leute kennenlernen können.

Lesen Sie unsere Berichte über alteingesessene Friedberger Unternehmen und ihre Chefs:

Die Hessing-Stiftung steht auch aus anderen Gründen im Blick der Öffentlichkeit:


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