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Kissing

01.02.2019

Hiasl beim Marxenwirt – die Idee kommt an

Zieht die Hiasl-Erlebniswelt beim Marxenwirt im Kissinger Alt-Ort ein? Der historische Förderverein hält einen Saal über der Gaststätte für geeignet.
Bild: Philipp Schröders

Plus Zieht das Museum über das Lokal? Keiner der Träger hat sich bisher vor Ort ein Bild gemacht. Aber Landrat Metzger spricht von einer „charmanten Option“.

Zurzeit steht die Figur des Bayerischen Hiasl in Plastikfolie verpackt in der ehemaligen neuapostolischen Kirche in Kissing. Das Museum, in dem das Leben des Sozialrebellen Matthäus Klostermayr geschildert wurde, ist vor über einem Jahr geschlossen worden. Doch Ronald Kraus, Vorsitzender des historischen Fördervereins, hat nun wieder Bewegung in die Sache gebracht. Er spricht sich dafür aus, dass die Hiasl-Erlebniswelt über dem Marxenwirt im Altort einzieht.

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Das Gebäude gehört der Schlossbrauerei Unterbaar. Geschäftsleiter Franz Freiherr Groß von Trockau sagt: „Ich habe meine Bereitschaft signalisiert.“ Matthäus Klostermayr ist in Kissing geboren, und viele Orte in der Gemeinde sind eng mit seiner Biografie verbunden. Auch den Marxenwirt soll der spätere Räuberhauptmann besucht haben. Laut Kraus wurde er dort verhaftet, um zum Militärdienst eingezogen zu werden. Brauereichef Groß von Trockau gefällt dieser geschichtliche Zusammenhang. „Ich würde es charmant finden, weil er dort auch verkehrt hat.“ Der Saal über dem Bierlokal steht schon lange leer. Ältere Kissinger können sich noch an Vereinssitzungen und andere Veranstaltungen dort erinnern. Groß von Trockau sagt aber, dass er den Raum nicht mehr genutzt habe.

Die Gaststätte im Erdgeschoss des Marxenwirt soll auf jeden Fall bleiben

Die Gaststätte im Erdgeschoss soll auf jeden Fall bleiben. Zurzeit handelt es sich um ein reines Bierlokal, es werden keine Speisen angeboten. Dass oben die Hiasl-Welt einziehen könnte, gefällt Wirtin Angelika Griechbaum. „Ich finde die Idee klasse. Es ist gut, wenn das ganze Haus wiederbelebt wird“, sagt sie. Vielleicht hätte sie in Zukunft mehr Publikum. Ob sie sich vorstellen könnte, die Gastronomie auszuweiten? „Da muss man erst einmal sehen, wie sich das entwickelt“, sagt Griechbaum. Auch Brauereichef Groß von Trockau will noch nicht so weit planen. „Das hieße, den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen.“ Bisher gab es nur ein Treffen mit dem Vorstand des Vereins im Saal, um sich die Räumlichkeiten zusammen anzuschauen. Kraus hatte selbst angekündigt, nun Kontakt zu den Trägern der Hiasl-Erlebniswelt aufnehmen.

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Das Museum war von der Regio Augsburg Tourismus zusammen mit dem Wittelsbacher-Land-Verein finanziert worden. Auch die Gemeinde Kissing hatte es stets unterstützt, wobei Kraus selbst Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat ist. Der geschäftsleitende Beamte Hubert Geiger sagt: „Natürlich unterstützen wir die Idee der Hiasl-Welt.“ Der ehemalige Bürgermeister Manfred Wolf habe sich ja immer sehr um das Projekt bemüht. „Aus Gemeindesicht ist das für uns interessant, dass es beim Marxenwirt die Möglichkeit gibt“, sagt Geiger. Nun liege es an Kraus, mit den Partnern auszuloten, inwieweit das Ganze umsetzbar sei.

Gaststätte beim Standort in Kissing ist von Vorteil

Tourismusdirektor Götz Beck lobt zunächst den historischen Förderverein. „Grundsätzlich ist es toll, mit wie viel Engagement der am Werk ist.“ Beck habe sich die Räume in Kissing allerdings noch nicht angeschaut. Ihm gefalle, dass es bereits vor Ort eine Gaststätte gibt. „Ein gastronomischer Betrieb ist gut.“ Am alten Standort auf Gut Mergenthau sei stets ein Nachteil gewesen, dass an das Museum nichts angebunden war. „Der bayerische Hiasl und ein Wirtshaus, das passt gut zusammen“, sagt Beck. Nun müssten aber erst einmal eine Reihe von Fragen geklärt werden. Sind die Räumlichkeiten groß genug, wie sehen die Konditionen aus, was muss saniert werden? „Das es aber in relativ kurzer Zeit eine Option gibt, stimmt zuversichtlich“, sagt Beck.

Landrat Klaus Metzger ist als Vorsitzender des Wittelsbacher-Land-Vereins in die Vorgänge eingebunden. „Alle freuen sich, wenn Bewegung in die Sache kommt, und selbstverständlich unterstützt der Wittelsbacher-Land-Verein nach Kräften“, sagt er. Metzger erinnert an die 30000 Euro, die bereits 2018 vorsorglich in den Haushalt eingestellt worden sind. „Der Marxenwirt mit seinem belegten Bezug zum Hiasl ist sicherlich eine ganz besondere Option.“ Entscheidend werde sein, in welchem Zustand sich die Räumlichkeiten befinden und ob die Anforderungen an ein modernes Museum zu gewährleisten sind. Auch er sei noch nicht vor Ort gewesen. „Mitzureden haben dann auch Eigentümer und Pächter, offenbar gibt es da aber gute Signale. Kurzum: eine neue, charmante Option, die intensiv geprüft werden sollte“, sagt er.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Der Hiasl beim Marxenwirt: Das spricht für das Gebäude

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