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Wulfertshausen

24.03.2019

Hier bekommen Politiker ihr Fett ab

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Bieranstich mit Bürgermeister Roland Eichmann, dahinter in der Mitte, Geschäftsführer der Schlossbrauerei Unterbaar, Freiherr Gross von Trockau.
Bild: Günther Jaumann

Beim  Starkbierfest der Friedberger Stadtkapelle derbleckt Anton Oberfrank gekonnt die örtlichen Akteure. Und auch Blasmusikfans kommen voll auf ihre Kosten.

Bis zum letzten Platz besetzt war der Saal des Gasthauses Metzger in Wulfertshausen, als die Stadtkapelle Friedberg unter Leitung von Andreas Thon zum Starkbierfest einlud. Deftige bayerische Schmankerln, dazu süffiges Bier, erfreuten die gut gelaunten Besucher aus nah und fern. Oliver Limmer, Vorsitzender der Stadtkapelle, übernahm die Moderation und präsentierte dem Publikum ein unterhaltsames Programm. Unter großem Beifall wurde Fastenprediger Anton Oberfrank, Direktor der Realschule Friedberg sowie bekannter Karikaturist, feierlich von Oliver Limmer auf die Bühne geführt. Blasmusikliebhaber kamen voll auf ihre Kosten und die Stimmung im Saal war zünftig.

Immer wieder beliebt ist der ultimative Bieranstich. Sehr gespannt blickten die Gäste auf Bürgermeister Roland Eichmann, der mit geübter Hand das erste Fass Bier anzapfte. Das bekömmliche Starkbier der Schlossbrauerei Unterbaar floss darauf schnell in Strömen. Persönlich überzeugte sich Geschäftsführer Freiherr von Trockau von dem edlen Produkt. Wie in den Jahren zuvor stand auch diesmal wieder ein Taxistand zur Verfügung, um einen sicheren Heimweg zu garantieren.

Mit großer Spannung wurde die Fastenpredigt von Anton Oberfrank erwartet – ein Höhepunkt der Veranstaltung. Mit hintergründigen, frechen und lustigen Reimen bezüglich aktueller Fehlentwicklungen ging es dann schnell zur Sache. Jeder Erwähnte bekam sein Fett weg.

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Das „Derblecken“ bei einem Starkbierfest gehört schließlich dazu. Berichtet wurde wie jedes Jahr über viele Sünden der Kommunalpolitiker.

Am Dienstag, 26. März, um 18 Uhr ist ein Beitrag vom Starkbierfest auf a.tv zu sehen.

Höhepunkte aus der Fastenpredigt

  • Vom „Kasperle“, ihr lieben Leit’, da ist es nicht mehr allzu weit zum „Kindergarten“. Ja, so hat der Goßner Friedbergs Rat der Stadt in einem Kommentar genannt, was wörtlich in der Zeitung stand. Ein „Kindergarten“ sei’s, der tagt, in Friedbergs Rathaus. Zu gewagt?
  • Allergisch gegen alles Grüne, bewaffnet Roland sich, der Kühne. Er will den Sitzungssaal verminen, zum Schutz vor grünen Femininen. Doch linken ihn die Amazonen: Sie schwirren ein als Kampfes-Drohnen und setzen ihm wie Furien zu, sie lassen Eichmann keine Ruh.
  • Fünf Stöpsel will der Rockelmann, mit einem g’scheiten Sockel dran. Noch besser wär’s, er kramt hervor, die Pläne für das Münchner Tor und baut dasselbe wieder auf, verengend so den Straßenlauf. Er könnt’ vielleicht gar daran denken, es pollerartig zu versenken.
  • Beim Faschingsumzug war zu sehen, Frau Sasse-Feile mit am Gehen: Die „Mutter Courage der SPD“, wie sie marschierte mit Effet, mit einem kleinen Leiterwagen. Der hat ein großes Schild getragen: „Prozente für die SPD!“ Das tat schon beim Hinschau’n weh.
  • Experten, Planer und Gutachter – und der Politiker, was macht er? Aufs Gutachten sollt er gut achten, so die Bürger dachten. Doch Gutachten sind Schall und Rauch, verwehen, so scheint’s hier der Brauch.
  • Ein Treppenwitz, auf den ich zeig, das ist der kleine Treppensteig, vom Bahnhof weg hinauf zur Stadt. Der Stadtrat abgewogen hat, verschied’ne Pläne, hoch und quer. Jetzt bleibt’s beim Alten wie bisher.
  • Man kann ihn beinah täglich sehen, im feinen Zwirn durch Friedberg gehen. Herr Feile ist ein Mann von Welt, geht stets wie aus dem Ei gepellt, weil er ja exklusiv bestellt, bei Karl dem Großen Lagerfeld. Von Karl Lagerfeld, Gott hab ihn selig, stammt ja der allzu oft zitierte Satz: „Wer Jogginghosen trägt, der hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ Unvorstellbar bei Herrn Feile. Herr Feile hat keine Laktose-Intoleranz, Herr Feile hat eine Latzhose-Intoleranz.
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