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Kissing

02.07.2020

Hier soll in Kissing bezahlbarer Wohnraum entstehen

Auf dem Grundstück der ehemaligen neuapostolischen Kirche in Kissing soll eine neue Wohnanlage mit geförderten Wohnungen entstehen.
Bild: Philipp Schröders

Plus Für eine geförderte Wohnanlage hat Kissing ein Grundstück an der Rosenstraße im Blick. Der mögliche Standort stößt aber auch auf Kritik.

Der Bedarf an gefördertem Wohnungsbau in Kissing ist hoch. Die Gemeinde grenzt an die Großstadt Augsburg. Zudem ist die Metropole München günstig per Zug erreichbar. Von daher wird es in Kissing gerade für Familien immer schwerer, bezahlbare Wohnungen zu finden. Nun hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Wohnbau GmbH des Landkreises in Kissing eine neue Anlage bauen darf. Über den Standort gab es allerdings Diskussionen.

Wie es in der Sitzungsvorlage heißt, wurden der Wohnbau zwei Grundstücke angeboten. Auf dem einen, in der Rosenstraße 16a, steht zurzeit das Gebäude der ehemaligen neuapostolischen Kirche. Bei dem anderen handelt es sich um den Parkplatz östlich des Seniorendomizils Haus Gabriel an der Bahnhofstraße.

Sozialwohnungen in Kissing: Gemeinde bietet zwei Grundstücke an

Wohnbau-Geschäftsführer Robert Englmeier schätzt aber die Verwirklichung einer Wohnanlage in der Rosenstraße als „leichter und schneller machbar“ ein. „Bei dem Parkplatzgrundstück wäre eine Änderung des Bebauungsplanes von Nöten“, sagte er in der Sitzung. Bürgermeister Reinhard Gürtner sprach sich auch für den Standort aus. Er betonte aber, dass weitere Details auch im Hinblick auf die Planung des Gebäudes im Haupt- und Bauausschuss besprochen werden sollen.

 

Der Architekt Markus Schneider stellte in der Sitzung dennoch einen Entwurf des Gebäudes vor, den er im Auftrag der Wohnbau angefertigt hatte. Demnach könnte ein dreistöckiges, barrierefreies Haus mit 17 Wohneinheiten entstehen. Von der Wohnbau GmbH habe er die Vorgabe erhalten, vor allem mit Drei- und Vierzimmerwohnungen zu planen. Um Geld zu sparen, soll das Haus keinen Keller bekommen. „Es ist sehr teuer, den Bodenaushub zu entsorgen“, sagte Schneider. Die Wohnungen seien für Bewerber mit den Einkommensstufen eins und zwei gedacht. Zur ersten Kategorie gehörten beispielsweise Geringverdiener oder Rentner. Die Zweite umfasse Angestellte mit mittleren Einkommen. Die Miete liege bei der Einkommensstufe eins zwischen 5,50 und 5,70 Euro pro Quadratmeter.

Kissing will Fußweg im Norden des Grundstücks ausbauen

Schneider erklärte, dass die Gemeinde den Plan verfolge, den Fußweg im Norden des Grundstücks – er verbindet die Bahnhofsallee und die Rosenstraße – auszubauen. Bei der Ausführung der Wohnanlage werde dieses Vorhaben berücksichtigt. Allerdings gebe es ein Problem mit der Stellplatzsatzung der Gemeinde. Wenn das Haus, so wie von Schneider vorgesehen, verwirklicht werde, wären 37 Parkplätze nötig. Das sei aber ohne eine Tiefgarage nicht machbar. Der Architekt plädierte dafür, dass die Gemeinde in die Satzung eine Ausnahme für geförderten Wohnungsbau einfügt. In Mering seien beispielsweise bei Objekten dieser Art ein Stellplatz pro Wohneinheit und zehn Prozent für Besucher vorgesehen. Mit dieser Vorgabe ließen sich die Parkplätze anordnen.

Bürgermeister Gürtner sagte: „Wir haben einen hohen Bedarf an günstigen Wohnraum.“ Die Anlage biete Raum für Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensverhältnissen, beispielsweise auch für Rentner und Handwerker. Die weiteren Fragen müssten in den Fachausschüssen beraten werden. Katharina Eigenmann von den Grünen erklärte, dass ihre Fraktion das Projekt grundsätzlich befürworte. Allerdings sprach sie sich dafür aus, die Erschließung des Fußwegs im Norden als eigenen Punkt zu behandeln. Franz-Xaver Sedlmeyr von der CSU erklärte, dass über die Straße bereits in früheren Sitzungen beraten worden sei und dass es einen Beschluss gebe.

 

Peter Wirtz von den Freien Wählern gab als Anwohner zu bedenken, dass in dem Bereich die Straßen stets zugeparkt seien. „Zudem ist das Gebäude sehr groß, das erschlägt die ganze Umgebung.“

Auch Marion Lang von der SPD sah den Standort kritisch. „Wir verbauen uns für die Zukunftsentwicklung zu viel, wenn wir da so ein, ich nenne es einmal Monster, hinstellen.“ Der ehemalige SPD-Bürgermeister Manfred Wolf hatte den Plan verfolgt, auf dem Grundstück ein neues Ortszentrum zu gestalten. Lang sagte: „Wir sollten etwas Schönes für Kissing dort planen.“ Sie kritisierte zudem, dass das Parkplatzgrundstück neben dem Seniorendomizil nicht ausreichend geprüft worden sei. Bauamtsleiter Alfred Schatz erklärte: „Die Stellplätze dort sind der Paartalhalle zugeordnet. Die müssten dann irgendwo anders realisiert werden.“

Michael Eder von der CSU sagte: „Dass wir die Wohnungen brauchen, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren.“ Er sprach sich auch dafür aus, den Standort an der Rosenstraße weiterzuverfolgen. Letztlich entschied der Gemeinderat mit Mehrheit, dass an der Umsetzung zügig weiter gearbeitet werden soll. Im Hauptausschuss soll über die Einbringung des Grundstücks durch die Gemeine beraten werden. Der Bauausschuss soll sich weiter mit der Planung – einschließlich der Stellplatzsatzung – beschäftigen. Die SPD und Wirtz von den Freien Wählern stimmten dagegen.

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