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Merching

11.08.2020

Hochwasserschutz: Der Damm in Merching steht

Das Hochwasserrückhaltebecken in dem Merchinger Ortsteil Steinach ist im Grunde fertiggestellt. Es stehen aber noch Arbeiten an den Wegen auf und neben dem Damm an. Der Durchlass ist das Herzstück der Anlage.

Plus Die Arbeiten an dem Damm in Merchings Ortsteil Steinach sind zum großen Teil abgeschlossen. Wann der erste Härtetest für das Hochwasserschutzprojekt erfolgt.

Alles begann mit einem einzelnen Bagger, der auf einem Feld in Steinach das obere Erdreich abtrug. Ende 2017 starteten die Arbeiten an dem Hochwasserschutzprojekt in dem Merchinger Ortsteil. Inzwischen ist der Damm südlich der Bahnstrecke fertig aufgeschüttet worden.

Über 720 Meter erstreckt er sich, teilweise ist er über fünf Meter hoch. Im Ernstfall kann hier in Zukunft der Steinbach auf einer Fläche von bis zu 105 Hektar aufgestaut werden. Das Hochwasserrückhaltebecken bietet in Mering, Kissing und Friedberg Schutz vor Überschwemmungen.

Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Merching läuft gut

Die Arbeiten an der Anlage sind nun im Grunde abgeschlossen. Wie Projektleiter Peter Schoder vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth erklärt, sollen noch einige Wege in den kommenden Wochen befestigt werden. Dabei geht es um die Zufahrten zum Damm von der B2 aus, die an verschiedenen Feldern vorbeiführen. Das Amt hatte sie in der Vergangenheit bereits befestigt, um die Staubentwicklung zu entschärfen und die Ernte der Landwirte zu schützen. Dennoch gab es zeitweise Beschwerden der Bauern. Die Lage hat sich aber längst beruhigt. Schoder sagt, dass es schon lange keine Beschwerden mehr beim Wasserwirtschaftsamt gegeben habe. „Auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde läuft sehr gut.“

Die Zufahrtswege von der B2 aus sollen nun mit Schotter befestigt werden. Das gilt zudem für den Bereich am Damm selbst. Vor Ort ist zu sehen, wie ein Lastwagen neben dem Bauwerk Schottermaterial aufbringt, das mit einer Walze platt gedrückt wird. In Zukunft verlaufen nördlich und südlich des Damms zwei Wege und ein weiterer auf der Krone. So kann bald von allen Seiten aus an dem Wall gearbeitet werden – zum Beispiel, um zu mähen. Der Damm soll nämlich im September noch begrünt werden. „Dazu wird hochwertiges Saatgut aus der Region verwendet“, sagt Schoder. Eigentlich sieht der Damm bereits sehr grün aus. Die Pflanzen sind aber wild gewachsen. Das neue Saatgut soll mehr für Insekten bringen. Auch rund um das Bauwerk musste das Wasserwirtschaftsamt Ausgleichsmaßnahmen für die Eingriffe in die Natur vornehmen. Zum Beispiel hat es auf einem Hektar großen Stück eine „extensive Feuchtwiese“ anlegen lassen. Diese arten- und blütenreichen Bereiche sind für seltene Pflanzen, Wiesenbrüter und Libellen wichtig.

Hochwasserschutz: Die Anlage lässt sich per Computer steuern

Das Herzstück der Anlage bildet das Durchlassbauwerk. 1000 Kubikmeter Beton und 150 Tonnen Stahl wurden gebraucht, um es zu errichten. Es hat zwei Durchgänge, mit denen das Wasser des Steinbachs in Zukunft reguliert werden kann. „Aus Sicherheitsgründen sind es zwei, falls der eine versagen sollte“, erklärt Schoder. Die Regulierschütze aus Edelstahl werden automatisch gesteuert. Nördlich des Damms steht das Betriebsgebäude.

Beim Prüfsteg wird die Höhe des Wasserstandes gemessen.
Bild: Philipp Schröders

Drinnen befinden sich ein Computer, ein Telefon und ein großer Kasten, in dem sich zahlreiche Kabel und technische Geräte verbergen. Mit einem Touchdisplay oder am Computer lässt sich die Anlage steuern. Allerdings ist sie auch mit dem Internet verbunden, sodass sich aus der Ferne alles überwachen lässt. Dazu befinden sich mehrere Webcams und Sensoren am Durchlass. „Wenn es eine Störung gibt, wird ein Mitarbeiter per SMS benachrichtigt“, sagt Schoder. Zudem sei fast alles mehrfach gesichert. Zum Beispiel steht ein Notstromaggregat zur Verfügung. In Zukunft ist geplant, dass einmal in der Woche ein Mitarbeiter vorbeischaut.

Unweit des Betriebsgebäudes verläuft der Messsteg über den Steinbach. Hier halten Sensoren den Wasserstand fest. Vereinfacht erklärt ist das der Wert, an dem sich die automatische Steuerung der Anlage orientiert. Das Wasser wird im Notfall südlich des Walls zurückgestaut. Das Bett des Steinbachs musste für die Anlage verlegt werden. Es verlief früher etwas weiter östlich. „Die Verfüllung hat einige Zeit gedauert“, sagt Schoder. So lange mussten die Arbeiter mit der Aufschüttung des letzten Teils des Damms warten. Inzwischen ist aber alles fertig und das Durchlassbauwerk fest integriert.

Neben dem Damm steht das neue Betriebsgebäude.
Bild: Philipp Schröders

Der erste Härtetest steht der Anlage Ende kommenden Jahres bevor. Dann soll ein Probestau stattfinden. „Wir warten, bis alles angewachsen ist, um keine Erosionsschäden zu provozieren“, sagt Schoder. Dennoch sei die Anlage bereits funktionstüchtig.

Sollte es zu einem Hochwasser kommen, nehme sie auch schon vor dem Probestau ihre Funktion auf. Wenn die Corona-Bestimmungen es zulassen, soll sie in den kommenden Monaten eingeweiht werden. Vom Zeitplan her liegen Schoder und seine Kollegen im Soll. „Wir wollten die Anlage Mitte des Jahres fertigstellen, und das haben wir auch geschafft“, sagt er.

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