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Friedberg

08.10.2019

Hunde dürfen auf Friedhöfe, Fahrräder nicht

Verschiedene neue Regelungen hat die Stadt Friedberg für die Friedhöfe erlassen.
Bild: Andreas Schmidt

Friedberg hat eine neue Friedhofssatzung. Was ändert sich dadurch?

Was soll auf den Friedberger Friedhöfen erlaubt sein und was verboten? Wann haben sie geöffnet? Und wie dürfen Angehörige die Grabstätten gestalten? Diese und weitere Fragen klärt die Friedhofssatzung. Nun hat die Stadt Friedberg eine neue Version der Regelungen erlassen. Einiges ändert sich dadurch.

Tiere auf Friedhöfen

In Zukunft ist das Mitnehmen von Hunden und anderen Tieren nicht mehr verboten. „Das wäre einfach nicht mehr zeitgemäß“, befand Holger Grünaug von den Stadtwerken in der Sitzung des Werkausschusses. Nachträglich nahmen die Politiker noch den Zusatz auf, dass alle Tiere auf den Friedhöfen stets angeleint sein müssen, um keine Passanten zu gefährden.

Öffnungszeiten in Friedberg

Konkrete Termine, wann die Friedberger Friedhöfe geöffnet haben, wird es weiterhin nicht geben. Stattdessen sollen sich diese Zeiten jeweils nach dem Sonnenauf- und -untergang richten. Bei Dunkelheit ist der Zutritt grundsätzlich nicht mehr gestattet. Es hatte auch Überlegungen gegeben, Beleuchtung zu installieren und so zu ermöglichen, dass Menschen im Winter noch in den Abendstunden zu den Gräbern gehen können. Das sei aber mit haftungsrechtlichen Problemen verbunden, führte Grünaug aus: „Unter anderem müssten wir dann Schnee räumen. Das wäre aber nicht leistbar.“

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Nicht erlaubt: Radfahren

Praktisch, aber weiterhin nicht gestattet ist das Radeln auf den Friedberger Friedhöfen. Auf großen Flächen hätte man über eine Lockerung nachdenken können, aber die Anlagen der Stadt seien dafür schlicht zu klein, waren sich die Mitglieder des Werkausschusses einig. Bei einer Erlaubnis würden Fußgänger zu sehr gefährdet. „Die Akzeptanz dieser Regelung ist allerdings sehr unterschiedlich“, berichtete Grünaug aus der Praxis.

Friedberg: Urnen müssen biologisch abbaubar sein

Bei Urnenbestattungen soll künftig nur noch biologisch abbaubares Material zulässig sein, um die Umwelt zu schützen – Keramik ist damit nicht mehr gestattet. Keine Einschränkung erfolgt dagegen bei den zu verwendenden Holzarten bei Särgen. Einerseits stelle das einen Eingriff in Freiheiten der Hinterbliebenen dar, andererseits änderten sich immer wieder die betreffenden gesetzlichen Vorschriften, führte Grünaug aus. Eine Vergrößerung der Urnenfelder auf bis zu 70 Zentimeter, wie von Jakob Eichele (Freie Wähler) angeregt, lehnte der Ausschuss ab.

Leichenhauszwang

Auch weiterhin müssen die Toten spätestens 24 Stunden vor der Beisetzung in ein Leichenhaus gebracht werden.

Umbettungen

Nach wie vor wird es auf Friedbergs Friedhöfen nur in absoluten Ausnahmefällen möglich sein, Leichname nachträglich umzubetten. Der Werkausschuss war sich einig, dass auf die Totenruhe gewahrt werden müsse.

Claudia Eser-Schuberth (Grüne) plädierte dafür, Grababdeckplatten in Friedberg zu untersagen. Dafür erntete sie Kritik. Gerade für Auswärtige, die sich nicht regelmäßig kümmern können, sei das nicht zumutbar, war die einhellige Meinung. Zudem sei ein solcher Eingriff ohne konkrete Begründung rechtlich schwierig, erläuterte Holger Grünaug von den Stadtwerken. Der Ausschuss sprach sich gegen diesen Vorschlag aus.

Der Werkausschuss beschloss die neue Friedhofssatzung einstimmig. Sollte der Stadtrat sie ebenfalls billigen, könnte sie bereits am 1. November in Kraft treten.

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