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Mering

18.05.2018

Ihr Wirken reicht über den Orden hinaus

Schwester Lucia Omasmeier (links) und Schwester Christina Fischer: Die beiden Ordensschwestern sind vielen Meringern im Laufe ihres langjährigen Wirkens in der Marktgemeinde sehr ans Herz gewachsen.
Bild: Heike John

Die Schwestern Lucia Omasmeier und Christina Fischer sind in Mering vielen ans Herz gewachsen. Die beiden leiteten etliche Jahre lang soziale Einrichtungen.

Für die Theresienschwestern war es ein berührender Moment. Daher gab es auch manche Träne zum Professjubiläum. Vor 60 Jahren legten die Schwestern Lucia Omasmeier und Christina Fischer ihr Gelübde ab und erneuerten es nun im Rahmen einer feierlichen Messe in der Kapelle des Mutterhauses in Mering.

Die beiden Ordensschwestern sind vielen im Laufe ihres langjährigen Wirkens in der Marktgemeinde sehr ans Herz gewachsen. 50 Jahre ist nach der heiligen Theresia von Lisieux benannte Gemeinschaft schon in Mering und bildet dort mit Mutterhaus und Kapelle ein wichtiges geistliches Zentrum. „Wir blicken staunend auf die vielen Jahre zurück und sind voller Dankbarkeit, dass wir unser Leben in der Gemeinschaft führen konnten“, betonte Schwester Christina an ihrem Ehrentag.

Die 83-Jährige stammt wie auch Schwester Lucia aus dem bayerischen Wald, beide traten im November 1955 in Gleusdorf bei Bamberg bei den Schwestern vom Katholischen Apostolat ein und legten im März 1958 ihre erste Profess ab. Später wurden sie sogar miteinander verschwägert, da die Schwester von Christina Fischer den Bruder von Lucia Omasmeier heiratete. Zur Feier des Professjubiläums reiste somit auch die gemeinsame Verwandtschaft an.

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Beide Ordensschwestern hatten innerhalb der Gemeinschaft immer wieder führende Positionen inne. Auf ihrem langen, Gott gewidmeten Lebensweg nahmen sie stets die Aufgaben wahr, die sich ihnen stellten. So leitete Schwester Lucia unter anderem 21 Jahre den Pfarrkindergarten in Mering-St. Afra und stand von 2001 bis 2013 als Generaloberin der Gemeinschaft der Theresienschwestern vor.

Schwester Christina war von 1988 bis zur Übergabe des Altenheims an die Caritas die Einrichtungsleiterin von St. Theresia. Leitungsfunktionen hatte die gelernte Hauswirtschafterin schon zuvor einige wahrzunehmen. Vor allem die Führung des großen Müttererholungsheims in Gleusdorf von 1969 bis 1982 war eine enorme Herausforderung, wie sie sich erinnert.

Kaum 20-jährig traten beide Frauen in den Orden der Theresienschwestern ein. Persönliche Begegnungen mit Ordensleuten gaben dabei den Ausschlag für die Entscheidung. Als junges Mädchen half Omasmeier Schwestern in ihrer Pfarrei im Bayerischen Wald die Kirche zu putzen. „Als diese mir Stoff für ein Kleid schenkten, brachte mich dies auf den Gedanken, auch ins Kloster zu gehen“, erinnert sich die heute 82-Jährige. „Ich hatte anfangs viel Heimweh“, gibt sie zu. Ihre Entscheidung habe sie aber nie bereut.

„Die eigene Berufung zu erkennen und zu erspüren, welcher Weg der richtige ist, ist nicht immer einfach“, weiß sie. In ihrer Zeit als Noviziatsleiterin von 1991 bis 2003 musste Schwester Lucia hin und wieder auch jungen Frauen vom Ordenseintritt abraten. „Man muss gemeinschaftsfähig sein, das ist ganz wichtig, und im Grunde leben wir ja auch in Armut. Wir haben zwar alles, was wir zum Leben brauchen, aber verfügen nicht über eigenes Vermögen.“ Dies sei nicht jedermanns Sache. Inzwischen sind immer weniger Menschen bereit, in einen Orden einzutreten. Auch die Theresienschwestern, die einst eine große Gemeinschaft von über 50 Frauen waren, müssen sich damit abfinden, dass sie wohl keinen Nachwuchs mehr finden werden. Mit Schwester Gabriele Bérjon Falagán, die seit 2013 die Generaloberin der Theresienschwestern ist, leben nur noch acht im Mutterhaus an der Leonhardstraße. Ende November diesen Jahres kann der kleine Orden sein 90-jährige Bestehen feiern.

„Wir blicken zuversichtlich in die Zukunft“, sagt Schwester Lucia. „Das von uns gegründete Altenheim wird von der Caritas in unserem Geiste weitergeführt und uns selbst stehen in allen Belangen die Pallottiner zur Seite. Wenn es uns mal nicht mehr gibt, werden wieder neue Gemeinschaften gegründet, die dann besser in die Zeit passen.“

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