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13.06.2009

Ilsesee: Wer taucht, soll zahlen

Königsbrunn Hechte, Karpfen und Barsche schwimmen durch den gut bewachsenen See, die Sicht ist gut. Bei Tauchern ist der Ilsesee sehr beliebt - auch, weil sie dort noch kostenlos in die Tiefe gehen können. Die Frage ist, wie lange noch?

"Die Unterwasserwelt und der Fischreichtum sind im Vergleich zu anderen Seen schon etwas Besonderes", sagt der passionierte Taucher Frank Eschrich. Jetzt allerdings fürchtet er um sein Hobby: Die Allgemeinverfügung der Stadt Augsburg läuft im Oktober aus. Verpachtet der Eigentümer, die Firma Lauter aus Bobingen, anschließend die weitere Nutzung, müssen die Taucher wohl dafür zahlen.

Mit ihren Neoprenanzügen, Flossen und Atemgeräten kommen die Sportler von weit her an den See, der an der Grenze zu Königsbrunn auf Augsburger Stadtgebiet liegt - das West- und Südufer gehören zur Brunnenstadt. Denn der Ilsesee ist neben dem Walchensee und dem Starnberger See noch einer der wenigen Gewässer Südbayerns, in dem man kostenfrei tauchen darf.

Die entsprechende Verfügung gilt aber nur noch bis zum 31. Oktober. "Eine Verlängerung bzw. ein Neuerlass dieser Verordnung ist derzeit von der Stadt Augsburg nicht vorgesehen", heißt es. Der Grund: Die Grundstückseigentümer planen "die Ausübung des Tauchens mit Atemgerät zu verpachten bzw. in Form einer eigenen Gesellschaft selber auszuüben. Dieser Bestrebung der Grundstückseigentümer will sich die Stadt Augsburg nicht verschließen", heißt es weiter.

Ilsesee: Wer taucht, soll zahlen

Der Tauchsportclub Pfützenschnorchler Gersthofen (TSC) hat jetzt eine Aktion gestartet. "Der Ilsesee stellt derzeit das einzig kostenfrei betauchbare Gewässer mit der nötigen Tauchtiefe für Ausbildungstauchgänge in der Region Schwaben dar", begründen sie ihr Anliegen und befürchten ein "regionales Sterben von Tauchsportvereinen und Tauchschulen".

In einer Bittstellung, die der Verein im Internet veröffentlicht hat, berichtet der TSC, dass die Firma Lauter derzeit versucht, unter den Tauchschulen und Vereinen in der Region einen Pächter zu finden, "um über diese Firma zukünftig das Tauchen am Ilsesee kommerziell zu regeln". Laut TSC seien eine Füllstation und Schulungsräume am See geplant. Geschäftsführer Benjamin Lauter will das nicht kommentieren. Eine Entscheidung erwartet er für den Spätsommer. "Es laufen eine Reihe Gespräche mit kompetenten Leuten", sagt er und betont: "Eines ist ganz sicher: Tauchen soll am Ilsesee auch weiterhin möglich sein."

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