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Naturschutz

14.03.2018

Im Ecknachtal ist schon viel passiert

Im Arten- und Biotopschutzprojekt Ecknachtal versuchen Landwirte und Naturschützer gemeinsam, die gefährdeten Feucht- und Nasswiesen mit ihrem Blütenreichtum und ihren seltenen Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.
Bild: Gerlinde Drexler (Symbolbild)

Arten- und Biotopschutzprojekt gehen im Landkreis voran. Wandertage und Arbeit mit Schulkindern sollen jetzt ausgebaut werden.

Der Arbeitskreis Bayern-Netz-Natur kommt mit seinem Projekt Ecknachtal offenbar gut voran. Alle Ziele, die sich der Arbeitskreis vor einem Jahr gesetzt hatte, wurden erreicht. Einen großen Anteil daran hat der Landschaftspflegeverband. Angela Rieblinger und Jan Uczen hatten die Planungen für den Bereich Ecknachtal angefertigt. Zunächst war eine Gestaltungsmaßnahme am Oberlauf der Ecknach, westlich von Weinsbach, auf Burgadelzhauser Gebiet vorgesehen, die im Herbst ausgeführt worden war. Hier wurden Sohlschalen auf fast 500 Metern entnommen, Ufer teilweise abgeflacht, das Bachbett etwas modelliert. Auf einer Länge von knapp 300 Metern befinden sich am Ufer schon Wiesen. Auf gut 150 Metern entsteht auf früherer Ackerfläche rechts der Ecknach extensives Grünland. Es ist eine Ausgleichsmaßnahme der Adelzhauser Firma Schmaus für die Erweiterung einer Sandgrube bei Freienried. Die Fläche wird im Frühjahr angesät.

Projekte in Sielenbach und Adelzhausen

Viele Flächen in der Zuständigkeit des Landschaftspflegeverbandes (LPV) wurden in Zusammenarbeit mit Landwirten gemäht. Auch dank der verbesserten Personalsituation war es möglich, die Pflege mit den Landwirten genau absprechen zu können. So wurden an ausgewählten Grabenrändern Brachestreifen stehen gelassen oder Standorte von bestimmten Pflanzen von der Mahd ausgenommen. Als Problem hat sich die Instandhaltung von Schutzflächen herausgestellt. Das sind Flächen, die über die Flurerneuerung den Gemeinden zugefallen sind und für deren Pflege die Gemeinden zuständig sind. Das mag bei Streuobstwiesen oder einfachen Gehölz- oder Wiesenstreifen klappen. Doch bei schwierigen Bodenverhältnissen sind die Gemeinden schnell überfordert. Hier hat sich insbesondere die Gemeinde Sielenbach in finanzieller und technischer Absprache mit dem LPV zusammengetan. Folgende, in den vergangenen Jahren eher vernachlässigte Flächen erstrahlen nun in neuer Schönheit: eine Feuchtwiese am Rametsrieder Bach bei Tödtenried, wo es vor 2000 noch Trollblumen gegeben hatte, ein im Herbst 2003 angelegtes Biotop in Tödtenried nahe der Riedener Straße, eine Fläche an der Siele (Sielenbach) mit Vorkommen von Trollblumen und Sibirischer Schwertlilie, die im Herbst gemäht wurde.

Auch die Gemeinde Adelzhausen hat sich mit Schutzflächen beschäftigt. Während der Flurerneuerung waren am Heretshauser Bach auf langen Strecken Pufferstreifen und Tümpel angelegt worden, das Bachbett stellenweise neu modelliert (Sommer 2004). Die mittlerweile verwilderten Streifen waren von der Gemeinde im Herbst bearbeitet worden. Uferstreifen wurden gemäht, Gehölze ausgelichtet. In nächster Zeit sollen Bachbett und Tümpel geräumt werden. Adelzhausen hat im Herbst die Ecknach in einem Teil des Orts geräumt, sodass unter dem Schlamm wieder ein Kiesbett zum Vorschein kam.

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In Zukunft mehr Zusammenarbeit mit Schulen

Es gibt weiterhin viel zu tun: Einige vor mehr als 15 Jahren neu gestaltete Flächen erfordern jetzt etwas mehr Aufwand. Dazu gehört eine Fläche des Bund Naturschutz in Tödtenried, die von Gehölzstreifen befreit werden muss und eine Korrektur der Aufstauvorrichtungen benötigt. Weiterhin muss ein Biotop gegenüber von Maria Birnbaum (2000 bearbeitet) wieder hergerichtet werden. Eine weitere Fläche bei Maria Birnbaum müsste eventuell korrigiert werden.

Demnächst soll das Leader-Projekt „Erlebnis Ecknach in Adelzhausen“ starten. Die Mittel sind inzwischen bewilligt. Außerdem will sich der Verband Gedanken machen, wie und wann er sich einen Überblick über die Artenvorkommen im Ecknachtal verschaffen will.

Wanderungen und die Zusammenarbeit mit Schulen sollen weiterhin gepflegt werden. Die Zusammenarbeit mit der Volksschule Ecknach ist wiederbelebt worden, es waren schon einige Kinder an der Ecknach unterwegs, lernten Pflanzen erkennen und suchten nach Spuren. Auch mit der Schule in Adelzhausen klappt die Zusammenarbeit. Die Wanderung „Durch Feld und Flur“ ist im Ferienprogramm. Zudem haben einige geführte Wanderungen im Ecknachtal stattgefunden, zu Fuß oder per Fahrrad. Außerdem will sich der Verband um die Kreuzkröten in der Gansbacher Sandgrube kümmern. Das nächste Treffen soll im Juni stattfinden.

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