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Mering

23.09.2020

Im Meringer Reparaturcafé bekommen defekte Geräte ein neues Leben

Im Reparaturcafé werden defekte Geräte auf Vordermann gebracht.
Bild: Edigna Menhard

Plus Bereits zum zweiten Mal veranstaltet die UWG ein Reparaturcafé beim evangelischen Gemeindehaus in Mering. 50 Besucher nutzen das Angebot.

Pünktlich um 14 Uhr standen Meringer Bürger am evangelischen Gemeindehaus bereits in einer kleinen Schlange an, jeder von ihnen hatte ein defektes, aber dennoch geliebtes Gerät in der Hand. Denn die Unabhängige Wählergemeinschaft Mering (UWG) veranstaltete bereits zum zweiten Mal ein Reparaturcafé. „Wir haben heute geschätzt doppelt so viele Anmeldungen wie das letzte Mal“, freute sich Mitinitiator Bernhard Siegel. Das Konzept „Reparieren statt Wegwerfen“ kommt an. Kein Wunder, es blutet nicht nur das Herz des sparsamen Schwaben, sondern auch aller Menschen, die auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz achten, wenn kaputte, vermutlich noch teure Geräte nach Ablauf der Herstellergarantie entsorgt werden müssen. Das bedauert auch Bernhard Siegel: „Wenn man in der Wertstoffsammelstelle in den Schrott- und Elektronik-Container schaut, sind mit Sicherheit 40 bis 60 Prozent der Geräte reparabel.“

Im Rahmen von regelmäßig stattfindenden Reparaturcafés will die UWG nun die unterschiedlichsten Geräte wieder instand setzen. Deshalb wurden mehrere thematische Stationen aufgebaut: für Elektrik und Elektronik, Fahrräder, Schmuck, Mechanik inklusive Holz und Metall sowie für Dinge zum Nähen.

Für die Hobbybastler gibt es auch Grenzen bei der Reparatur

Während beim 1. Reparaturcafé die Meringer vor allem kaputte CD- und DVD-Spieler zum Richten brachten, schleppten sie dieses Mal unter anderem drei Nähmaschinen, vier Tischgrille und drei Kaffeeautomaten mit. „Wir reparieren viel“, verspricht Bernhard Siegel. Doch es gebe auch Grenzen, wie etwa bei Autoelektronik. Da müsse man Nein sagen. „Bei mir sind es Reißverschlüsse und Knopflöcher - die kann ich leider nicht“, meinte Angela Bonhag. Die Restauratorin kümmerte sich um die Station „Nähen“.

Auch wenn eine Reparatur zu zeitintensiv oder aufwendig sei bzw. spezielle Ersatzteile benötigt werden, habe man eine Liste mit Werkstätten und Firmen zusammengestellt, die dann weiterhelfen können, erzählte sie: „Unser Plan ist es ja auch nicht, Fachleuten Konkurrenz zu machen, sondern den Menschen bei einfacheren Sachen zu helfen.“ Geplant sei, dass jede Reparatur maximal eine halbe Stunde in Anspruch nehmen dürfe. Bernhard Siegel fügt hinzu: „Außerdem können wir mal drauf schauen und den Leuten ein gutes Gewissen geben, wenn wir ihnen sagen, dass sie das Gerät wegwerfen können, weil sich die Reparatur nicht mehr lohnt. Oder wir schätzen, wie viel ein Ersatzteil vermutlich kosten wird.“

Die Helfer arbeiten alle ehrenamtlich. Einige sind passionierte Hobbyschrauber oder -schneider, viele können entsprechende Berufe vorweisen. Bernhard Siegel hat beispielsweise Elektrotechnik und Bauwirtschaft studiert, auch Elektromeister und -ingenieure ebenso ein Bauingenieur und Zimmerer sind an Board. Für ihre Dienste verlangen sie kein Geld, freuen sich aber über eine Spende. Beim 1. Reparaturcafé wurden die Einnahmen an die Tafel und den Förderverein für Kinderbetreuung Bienenkorb gespendet, man finanziert aber damit auch eigene Projekte der UWG. Ein bisschen Geld spülte zudem das Kuchenbuffet in die Kasse.

Für das Meringer Reparaturcafé muss man sich vorher online registrieren

Zum Glück war das Wetter sonnig, denn der Kuchenstand wurde aufgrund der Pandemie nach draußen verlagert, ebenso wie einige Reparaturstationen. Außerdem durften nur eine bestimmte Anzahl von Personen in die Innenräume. Deshalb mussten sich die Meringer online vorab registrieren und ihre Zeitfenster vereinbaren. Immerhin 39 Anmeldungen konnte man vorab vermelden, dazu kamen rund zwölf Spontangäste.

Das Ergebnis des Tages: „Von den angemeldeten 39 Reparaturen konnten 16 erfolgreich durchgeführt werden, in drei Fällen konnte der Fehler lokalisiert, aber nicht repariert werden. Oft konnte das Gerät gar nicht geöffnet werden und man kam nicht an das defekte Bauteil“, resümiert Angela Bonhag. Sie fügt hinzu, dass es ihr immer am meisten Spaß bereite, wenn sie mit wenig Handgriffen etwas instand setzen könne und damit jemandem eine Freude bereite. Wie etwa bei der Dame mit der Nähmaschine, wo sie nur ein wenig an einem Schräubchen drehen musste und alles wieder funktionierte - damit sparte sie der Besucherin nicht nur viel Geld, der Nähmaschine konnte sie das frühzeitige Ende auf dem Wertstoffhof ersparen.

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