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Kissing

28.05.2020

In Kissing pflanzen Schüler an der Mittelschule Gemüse an

Mit der Pflanzaktion sollen Kinder in Kissing eine Verbindung zur Natur bekommen.
Bild: Edigna Menhard

Eine Pflanzaktion soll Kissinger Kinder für eine gesunde Ernährung und die Natur begeistern. Doch zuerst müssen die Lehrer anpacken.

„Ist das eine Ketchup-Pflanze?“ Über diese Frage, die ein Schüler vor einiger Zeit bei der Anpflanzung eines Tomaten-Setzlings stellte, kann Jonas Machnik immer noch schmunzeln. Der junge Gärtner, der sonst die solidarische Landwirtschaft namens Solawi am Friedelhof führt, ist an die Paartalhalle nach Kissing gekommen, um eine Pflanzaktion der Mittelschule zu betreuen. Denn die Lehranstalt nimmt seit Kurzem an dem Bildungsprogramm GemüseAckerdemie teil. Dieses hat der gemeinnützige Verein Ackerdemia e.V. ins Leben gerufen, mit dem Ziel, Schulen und Lehrer in ganz Deutschland bei der Planung und Umsetzung eines eigenen Gemüseackers zu beraten und zu betreuen.

„Die Kinder sollen eine nachhaltige Lebensweise erlernen, Verantwortung für Pflanzen übernehmen und eine Verbindung zur Natur bekommen. Wenn sie den Anbau von der Pflanzung bis zur Ernte begleiten, lernen sie außerdem, Lebensmittel mehr wertzuschätzen“, erklärte Karin Wolferstetter. Die Klassenlehrerin hatte sich gemeinsam mit Kollege Klaus Sedlmeier um das Projekt beworben. Dadurch bekommt die Mittelschule, etwa durch den Ackerdemia-Sponsor AOK, kostenlos Saatgut, Jungpflanzen und Gartengeräte.

Kissings Bürgermeister und der Bauhof unterstützen die Aktion

Aber auch von der Gemeinde Kissing wird die Lehranstalt unterstützt, nicht nur weil sie eine Grünfläche an der Paartalhalle zum Acker umfunktionieren darf. Bürgermeister Reinhard Gürtner und viele Bauhofmitarbeiter ließen es sich nicht nehmen, zur Pflanzaktion persönlich vorbeizuschauen. „Dieses Projekt ist mir ein großes Anliegen“, sagte der Rathauschef. Denn Schüler könnten oft zu Hause nicht lernen, wie man Obst und Gemüse anbaue, weil die Gärten mit Steinen zugepflastert seien oder die Familie in einer Etagenwohnung lebe.

„Kinder und Jugendliche sollten aber wissen, woher ihre Lebensmittel kommen, und vor allem auch, dass da Arbeit dahinter steckt“, fügte er hinzu. Besonders freute er sich aber, dass der Bauhof und das Bauamt bei dieser Aktion so engagiert mitziehen. Deren Arbeiter haben den Schülern einen Container als Unterstand für Gartengeräte sowie ein Wasserfass organisiert und ihnen zudem robuste Holzbänke geschreinert und aufgestellt.

Lehrerin Karin Wolferstetter möchte für die Schüler einen Bezug zur gesunden Ernährung schaffen.
Bild: Edigna Menhard

Noch haben die Schüler allerdings von diesen Mühen nicht viel mitbekommen. Wegen der aktuellen Corona-Beschränkungen müssen diese nämlich noch zu Hause bleiben. Voraussichtlich ab Pfingsten sollen dann aber rund 40 Kinder mitgärtnern. Neben der 6. Klasse von Karin Wolferstetter werden sich noch eine 5. Klasse und die Freiwilligen der Schülergruppe AG Umwelt die Arbeit am Beet teilen. „Geplant ist, einmal die Woche mit einer Gruppe im Rahmen des Natur- und Technikunterrichts für eine Stunde hier zu arbeiten“, sagte die Lehrerin.

Zucchini, Tomaten und Kürbisse pflanzt die Mittelschule an

Weil allerdings nach den Eisheiligen höchste Zeit ist, das Sommergemüse anzupflanzen, legte sie selbst Hand an und harkte unter Anweisung des Gärtners die Erde. Gelbe und grüne Zucchini, verschiedene Tomatensorten, darunter Wildtomaten, eine Mischkultur aus Zuckermais und Gurken sowie Kürbisse durften in den Boden. Verschiedenste Kartoffelsorten und anderes Gemüse waren bereits vor einigen Wochen an der Reihe.

Alle Schulen, die an der GemüseAckerdemie teilnehmen, pflanzen parallel weitgehend dieselben Fruchtfolgen an. Durch diese Normung könne Ackerdemia die Schulen besser betreuen, verrät Jonas Machnik. Denn der Verein verschicke wöchentlich Mails, welche Arbeiten im Beet anstehen. Darüber hinaus stellt er den Kindern Video-Tutorials zur Verfügung und bietet den Lehrern Fortbildungen an.

Auch Karin Wolferstetter hält ihre Klasse auf dem Laufenden und sendet Fotos vom Gemüseacker. Sie hofft, dass sie ihre Schüler für das Thema interessieren kann. Jonas Machnik freut sich ebenso darauf, wenn die Kinder endlich mit am Beet stehen dürfen. Er hat die Erfahrung gemacht, dass viele Schüler von Anfang an begeistert mitmachen. Bei manchen müsse man aber erst die Neugier wecken und ihnen viele Fragen beantworten, etwa wie Tomaten zu dem geliebten Ketchup verarbeitet werden.

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