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06.07.2009

In Merching herrscht eine "Baumphobie"

Merching Heftige Auseinandersetzungen gab es im Merchinger Gemeinderat um zwei Bürgeranliegen, die die Fällung von mehreren Bäumen wünschen. Und die Merchinger gaben sich gewohnt diskussionsfreudig. "Ich dachte, wir hätten das alles bereits beschlossen", sagte dritter Bürgermeister Eugen Seibert (SPD) nicht nur einmal im Laufe der jüngsten Sitzung.

In der Steindorfer Straße sollen fünf Eschen und in der Unterberger Straße mehrere Pappeln der Motorsäge zum Opfer fallen. "Ich bin nicht bereit, weil ein Baum Dreck macht alles umzulegen", stellte Bürgermeister Martin Walch (FW) gleich zu Beginn der Diskussion klar. Wolfgang Teifelhart ( CSU) plädierte dafür, die Pappeln an der Unterberger Straße vollständig zu entfernen und auch die fünf Eschen an der Steindorfer Straße und im Gegenzug wieder neue Bäume zu pflanzen. "Eine Pappel hat nun mal keine Lebensdauer von 100 Jahren", sagte er.

Gegen radikale Maßnahmen

Josef Kinader (FW) sah die Gemeinde in der Verantwortung: "Wir sollten die Bäume fällen, die eine Gefahr darstellen und deshalb alle Bäume auf Gemeindegrund kontrollieren." Gegen radikale Maßnahmen äußerten sich die Gemeinderäte Anita Menge ( FDP/Parteifreie) und Dr. Werner Schrom (CSU). "Wir haben doch nicht viele alte Bäume, und wenn man bedenkt, was ein alter Baum in der Ökobilanz wert ist im Vergleich zu einem jungen Baum, sollten wir uns genau überlegen, welchen Baum wir fällen", gab Schrom zu bedenken. So sah dies auch Anita Menge, die einer Fällung nur dann zustimmen könne, wenn eine Fachkraft hinzugezogen würde. Das sorgte wiederum bei Josef Failer (FW) für Verwunderung: "Warum brauchen wir denn immer eine Fachkraft und vertrauen nicht auf unsere eigenen erfahrenen Gemeinderäte?" Teifelhart sei Holzfachwirt, habe sein Handwerk gelernt und verstehe etwas davon.

In Merching herrscht eine "Baumphobie"

Zweiter Bürgermeister Peter Tomaschko (CSU) versuchte, die Wogen wieder zu glätten: "Wir haben hier in Merching ja schon eine Baumphobie." Jedes Mal entstünde eine längere Diskussion, wenn es um die Fällung von Bäumen gehe. "Es ist doch ganz einfach so, dass wir eine Verkehrssicherungspflicht haben und dafür sorgen müssen, dass durch unsere Bäume niemand gefährdet wird", stellte er fest. Tomaschko schlug vor, die im Landkreis neu eingestellte Fachkraft für Landschaftspflege zurate zu ziehen. "Da brauchen wir keine Landschaftspflegerin, die sich mit Seerosen beschäftigt, sondern einen Holzfachmann wie Förster Rudi Brandl", wandte Failer ein.

Rudolf Gerstberger (FDP/Parteifreie) schlug vor, dem Antrag, die Pappeln zu entfernen, stattzugeben. Über die fünf Eschen an der Steindorfer Straße sei bereits Ende vorigen Jahres genug diskutiert und doch schon ein Beschluss gefasst worden. Diese Bäume werden nun zusammen mit den anderen im Gemeindegebiet von den Gemeinderäten und einer Fachkraft kontrolliert und sollen, wenn sie eine Gefahr darstellen, gefällt werden.

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