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Mering

21.05.2020

In Merings Problembaustelle kommt Bewegung

„Ich glaube, dass sich jetzt alles zum Guten wendet.“Das denkmalgeschützte Haus in der Herzog-Wilhelm-Straße in Mering ist seit fünf Jahren eine Baustelle.
Bild: Eva Weizenegger

Plus Hoffnung für das denkmalgeschützte Haus in der Herzog-Wilhelm-Straße in Mering: Der neue Eigentümer aus München ist ein Experte in Sachen Denkmalschutz.

Eine Baustelle, die sich schon seit über fünf Jahren hinzieht, beschäftigt die Meringer. In der Herzog-Wilhelm-Straße hatte Suad Bucan begonnen, ein denkmalgeschütztes Gebäude zu sanieren. Da er ohne Baugenehmigung tragende Wände abgerissen hatte, stellte das Landratsamt Aichach-Friedberg vorübergehend den Bau ein. Ein statisches Baugutachten wurde vonseiten der Behörde immer wieder angefordert. Zudem musste der Eigentümer die Baustellenabsicherung wesentlich verbessern, um eine Gefährdung der Verkehrsteilnehmer zu vermeiden. Der Bauherr hatte so massive Eingriffe vorgenommen, dass die Standsicherheit des Gebäudes nicht mehr gewährleistet war. Über Jahre hinweg ist die Herzog-Wilhelm-Straße nur noch einspurig zu befahren.

Mittlerweile hat auch das Nachbargebäude, das ehemalige Mesnerhaus der Pfarrei Sankt Michael, massive Bauschäden durch die unsachgemäße Renovierung davongetragen. Pfarrer Schwartz rechnet mit Kosten von bis zu 70.000 Euro. Ein Gutachter wurde vonseiten der Diözese eingeschaltet, der nun prüft, wie hoch die Schäden sind.

Merings Pfarrer Thomas Schwartz beschwert sich über die Baustelle

Pfarrer Thomas Schwartz beklagt seit längerer Zeit, dass auch die Einfahrt zum Pfarrhof durch die Baustellenabsicherung eingeschränkt sei. Doch jetzt gibt Suad Bucan auf, er verkaufte das Anwesen an eine Münchner Firma, die sich bereits einen Namen durch die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude gemacht hat. Bucan sagte im Februar gegenüber unserer Zeitung: „Ich wollte das Haus für mich selbst umbauen. Aber jetzt habe ich in München ein Hotel gekauft und habe für das hier keine Zeit und keine Nerven mehr.“

Er habe die Herausforderung, ein denkmalgeschütztes Gebäude zu sanieren, völlig falsch eingeschätzt. Pfarrer Schwartz setzt auf den neuen Eigentümer, der bereits mit ihm Kontakt aufgenommen habe. „Ich glaube, dass sich jetzt alles zum Guten wendet“, sagte er.

 

Der neue Bauherr will nun statt der fünf kleinen Wohnungen dort drei Wohnungen errichten und diese dann verkaufen. Darüber beriet am Montagabend der Meringer Bauausschuss in seiner ersten Sitzung in der neuen Legislaturperiode. Durch die Reduzierung von fünf auf drei Wohneinheiten werden nun statt sechs Stellplätzen nur noch fünf gefordert. Bürgermeister Florian Mayer erklärte, dass das Denkmalschutzamt ebenfalls vom neuen Eigentümer „angetan“ sei, da dieser in Sachen Denkmalschutz über große Erfahrung verfüge.

Stefan Hummel von der SPD freute sich, dass nun die Einschränkungen für die Bevölkerung ein Ende nehmen. Er fragte nach: „Gibt es einen Zeitrahmen, wann die Maßnahme abgeschlossen ist.“

Mering: Neue Preise für Stellplatzablöse?

Bauamtsleiter Armin Neumeir erklärte, dass im Rahmen der Tektur kein Zeitrahmen festgelegt werden müsse und der Bauherr sich dazu nicht geäußert habe. „Nachdem aber an der Baustelle bereits die Handwerker tätig sind, gehe ich davon aus, dass bis Ende Sommer die Maßnahme abgeschlossen ist“, vermutete Neumeir. Einstimmig war der Bauausschuss für die Tektur des Bauantrags.

 

Im weiteren Verlauf der Bauausschusssitzung brachte Thomas Schiele (UWG) die Anregung ein, doch über die Preise für die Stellplatzablöse nachzudenken. „Hier ist Mering im Vergleich zu den Nachbargemeinden im unteren Bereich“, sagte er. Die Satzung sei aus dem Jahr 2012, und in diesen acht Jahren hätten sich die Grundstückspreise auch in Mering stark verändert.

CSU-Fraktionsvorsitzender Georg Resch informierte dazu: „Darüber haben wir im alten Marktgemeinderat bereits vor einem Jahr diskutiert und uns dazu entschieden, dass wir diese Entscheidung den neuen gewählten Vertretern überlassen wollen.“ Bürgermeister Mayer nahm die Anregung auf und will darüber in einer der nächsten Sitzungen mit den Markgemeinderäten beraten.

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