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Ferien

22.06.2018

In Mini-Mering regieren die Kinder

Projektleiterin Nathalie Gronau und Felix Hammon vom Jugendtreff laden Schüler zwischen acht und 14 Jahren für eine Woche in die Kinderspielstadt  Mini-Mering.
Bild: Heike John

Die Grundschule an der Ambérieustraße verwandelt sich eine Woche lang in eine Spielstadt. Für das Pilotprojekt im Landkreis wurde sogar eigenes Geld gedruckt.

Ein ganz besonderes Ferienprogrammangebot wartet auf Schüler am Anfang der Sommerferien. Mit Unterstützung durch den Landkreis Aichach-Friedberg und die Marktgemeinde veranstaltet der Meringer Jugendtreff eine Kinderspielstadt. „Mini-Mering“ findet von Montag, 30. Juli, bis Freitag, 3. August, statt.

„Das einzige, was wirklich fest steht, ist, dass nichts wirklich feststeht“, so umreißt Projektleiterin Nathalie Gronau das Projekt. Das soll aber keineswegs heißen, dass die Organisation chaotisch ist, sondern den Charakter einer Kinderspielstadt erklären. Dort geht es nicht um die Vorgaben von Erwachsenen, sondern um die Ideen von Kindern. „Erwachsene denken anders, Kinder wollen in erster Linie etwas tun“, weiß Nathalie Gronau.

Seit vergangenen November arbeitet sie als Pädagogin im Jugendtreff. Im Februar diesen Jahres trat man mit der Idee der Kinderspielstadt an sie heran. „Für mich war das schon alles sehr kurzfristig und eine sportliche Leistung, innerhalb von jetzt vier Monaten zusammen mit meinem Kollegen eine Planung auf die Beine zu stellen“, gibt sie zu. Doch mittlerweile sind die Rahmenbedingungen geschaffen und es ist Aufgabe der Kinder, die Woche in der Kinderspielstadt mit Leben zu füllen.

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Dass man sich bei diesem Pilotprojekt im Landkreis für Mering als Durchführungsort entschied, liegt wohl daran, dass Mering als Unterzentrum im südlichen Landkreis verkehrsgünstig liegt. Denn nicht nur Kinder aus dem Ort sind zur Teilnahme willkommen. Die Spielstadt, die in der Ambérieu-Grundschule aufgebaut wird, soll in weiten Teilen wie eine richtige Stadt funktionieren. Der große Unterschied ist, dass sie möglichst selbstständig von Kindern organisiert, verwaltet und betrieben wird. Kinder leben, spielen, forschen und experimentieren dort als Bürger ihrer eigenen Modellstadt.

Damit alles wirklich klappt, haben die beiden Jugendtreff-Pädagogen Nathalie Gronau und ihr Kollege Felix Hammon sich zehn ehrenamtliche Betreuer zur Mithilfe an die Seite geholt. Darunter sind Lehramtsstudenten, FOS-Praktikanten, Schüler der Oberstufen und weitere an einem Engagement im sozialen Bereich Interessierte. „Es war gar nicht leicht, diese Helfer zu finden und wir könnten noch mehr Unterstützer gebrauchen, denn das Projekt ist auf bis zu hundert teilnehmende Kinder angelegt“, erklären die Jugendtreffpädagogen. Um den enormen Einsatz in der Vorbereitung leisten zu können, konnten die beiden sogar ihre Stundenzahl von bislang 30 Wochenstunden um neun weitere Stunden aufstocken.

Ein derartiges pädagogisch betreutes Großspielprojekt findet seit langem im zweijährlichen Rhythmus in München statt und auch in Günzburg wird es heuer wieder durchgeführt. Auf einer Jugendtagung holten sich die beiden Jugendtreffpädagogen Anregungen und Erfahrungswerte für die Durchführung eines solchen Kinderstadtprojekts.

Die Kinder können dort aus verschiedenen Arbeitsprojekten wählen, bei denen sie Spielgeld in eigener Währung verdienen können. Dieses kann für Essen, Getränke, Freizeitangebote oder den Erwerb von selbstgebastelten Gegenständen ausgegeben werden. Die Auszahlung geschieht durch eine Bank. Das Arbeitsamt hilft bei der Suche nach freien Arbeitsstellen. Der Pass für die jungen Bürger von Mini-Mering sowie eigenes Geld in der Währung des Mering-Talers sind schon gedruckt. Gestaltet wurden dies alles samt dem eigenen Mini-Mering-Logo von Jugendtreffpädagoge Felix Hammon, der auch ausgebildeter Mediendesigner ist.

„Wir wollen auch ein handwerkliches Angebot machen wie etwa Metallbiegen oder Papier schöpfen“, erklärt Hammon. Wer eine Stunde in diesem Bereich arbeitet, kann sich dann etwas leisten. Am letzten Tag soll es dann auch ein großes Marktangebot geben, zu dem auch die Eltern eingeladen sind. „Aufgrund unserer Betreuungsgewährleistung können die Kinder in dieser Projektwoche täglich schon um 8 Uhr zum gemeinsamen Frühstück kommen“, erklärt Nathalie Gronau das Angebot, das darum nicht zuletzt auch aus Sicht berufstätiger Erziehungsberechtigter interessant und finanziell durchaus attraktiv ist.

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