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Karl-May-Festspiele

03.03.2009

In der Dasinger Western-City gehen heuer die Piraten vor Anker

Nach der Winterpause bereiten sich Intendant Fred Rai und sein Team in der Western-City jetzt auf die fünfte Saison der Süddeutschen Karl-May-Festspiele vor. Die Neuinszenierung "Winnetou und Kapitän Kaiman" ist eine Welturaufführung, in der neben Indianern auch Piraten über die Prärie preschen. Von Peter Stöbich

Von Peter Stöbich

Dasing Nach der Winterpause bereiten sich Intendant Fred Rai und sein Team in der Western-City jetzt auf die fünfte Saison der Süddeutschen Karl-May-Festspiele vor. Wie in den vergangenen Jahren wird in Dasing auch diesmal wieder Peter Görlach aus Wien Regie führen und eine Hauptrolle übernehmen. Die Neuinszenierung "Winnetou und Kapitän Kaiman" ist eine Welturaufführung, in der neben Indianern auch Piraten über die Prärie preschen.

"Zum Fünfjährigen wollten wir unserem Publikum diesen Sommer etwas ganz Besonderes bieten", sagt Fred Rai, der in der Titelrolle des Kapitäns erneut den Bösewicht mimt. In der Kulisse der Dasinger Freilichtbühne werden neben der Felsenburg Old Firehands auch die Aufbauten des Segelschiffs "L'horrible" zu sehen sein. Was Piraten mit Winnetou zu tun haben, erläutert der Autor des Textbuches: "Die Urform dieser Erzählung schrieb Karl May 1877/78 unter dem Titel "Auf der See gefangen" für die Frauenzeitschrift "Frohe Stunden". Daraus entstand das Buch von Kapitän Kaiman", weiß Görlach.

Als fundierter Kenner der indianischen Kultur und des Karl-May-Universums war Görlach bereits 2005 bei der Premiere der Süddeutschen Karl-May-Festspiele in Dasing beratend tätig. Im Jahr darauf nahm ihn Intendant Fred Rai als Autor, Darsteller und Regisseur unter Vertrag, denn beide fasziniert der Hintergrund der spannenden Romanvorlagen: "Wir wollen keine wilden Action-Baller-Aufführungen, sondern das Märchenhafte und die Romantik der May-Bücher als Unterhaltung für die ganze Familie präsentieren."

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So soll es auch kommenden Sommer sein, wenn Görlach nach Motiven des deutschen Bestsellerautors eine gelungene Mischung aus Western-Abenteuer und Kriminalroman, Detektivgeschichte und Seeräubererzählung präsentiert. Für zwei spannende Stunden sorgt 2009 das bewährte Darsteller-Team mit Horst Janson als Old Firehand, Matthias M. als Winnetou, Peter Görlach als Häuptling Matto-Sih, Alexander Korda als kauzigem Westmann Sam Hawkens sowie Tessa Bauer als Kapitän Kaimans Ex-Geliebter Miss Admiral.

Rund um diese Figuren hat der Regisseur eine spannende Story gestrickt, die zwar speziell auf die Dasinger Bühne zugeschnitten ist. "Doch der Geist Karl Mays muss spürbar sein", weiß Görlach, was er seinem Publikum schuldig ist. In seinem Kopf existiert ein ganzes Universum von May-Büchern, -figuren und -szenen, aus denen seine Inszenierungen entstehen.

"Ich bin ein vollkommen Besessener", charakterisiert er sich selbst und schreibt jedem Hauptdarsteller in Dasing seine Rolle auf den Leib. Zum Schreiben des Textbuches igelt er sich in seinem Wiener Wohnzimmer ein. "Das ist dann wochenlang mein Wigwam, in dem im Hintergrund ständig der Fernseher läuft." Steht erst einmal die Grundstruktur einer Geschichte, geht der Autor systematisch vor: Unzählige lustige, rührende, spannende Ideenskizzen sind in Ordnern sortiert, quasi ein Baukastensystem, aus dem sich eine logische und abwechslungsreiche Handlung entwickelt. "Ich kann zum Beispiel nicht drei temporeiche Action-Szenen aneinanderreihen; das würde die Zuschauer langweilen und unsere Pferde zu stark strapazieren."

Ihn selbst strapaziert die viele Arbeit während der Sommermonate nicht, selbst wenn sein Tag in der Hochsaison 14 Stunden hat: "Denn ich betrachte es als Geschenk, Geld mit einer Tätigkeit zu verdienen, die einem seit der Kindheit so viel Freude macht!" Auch seine aufwendigen Indianerkostüme schneidert der Regisseur größtenteils selbst.

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