Newsticker
EMA gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. In der Dunkelheit werden Urängste wach

Straßenbeleuchtung

03.12.2014

In der Dunkelheit werden Urängste wach

Die Friedberger beklagen ein sinkendes Sicherheitsgefühl. Doch Polizeichef Baumann kann sie beruhigen

Wie gefährlich ist Friedberg? Das Empfinden der Bürger und die wirklichen Umstände gehen offenbar auseinander. Denn nach wie vor melden sich auf unseren Aufruf hin viele Friedbergerinnen und Friedberger, denen es in ihrer Stadt zu dunkel ist. Doch Polizeichef Max Baumann betont: „In Friedberg und Umgebung ist man absolut sicher.“

Wie berichtet, hatten kürzlich drei Jugendliche im Schutz einer defekten Straßenlampe einen Spaziergänger unterm Berg attackiert und verletzt. Der Hobby-Kampfsportler konnte die Angreifer aber in die Flucht schlagen. Wir wollten von unseren Leserinnen und Lesern wissen, in welchen Ecken sich die Bürger in Friedberg bei Dunkelheit unwohl fühlen. Die Anzahl der Rückmeldungen ist überwältigend. Inzwischen hat sich auch etwas getan. Der Bauhof hat 80 defekte Laternen in der Kernstadt und Ortsteilen ausgemacht und will die Mängel zeitnah beseitigen. Auch der Friedberger Polizeichef Max Baumann hat sich erkundigt. Er hat die bis dato gemeldeten dunklen Ecken überprüft und auf Vorfälle in diesen Gegenden gesichtet. Das Ergebnis ist positiv: Im Jahr 2014 gab es in diesen Bereichen zur Nachtzeit keinerlei Zwischenfälle.

Baumann betont, dass der Überfall unterm Berg die Ausnahme schlechthin sei. Die Sorgen der Bürger kann er dennoch verstehen. Die Dunkelheit wecke die Urangst des Menschen. „Man darf aber nicht die Ausnahme zur Regel machen.“ Vielmehr müsste der Mensch lernen, mit dieser Urangst umzugehen. Die Initiative der Stadt begrüße er aber und sei für das Engagement sehr dankbar.

Trotzdem fühlen sich immer mehr Friedberger in ihrer Stadt unwohl. Der Weg am Bahndamm, die Metzstraße ab der Unterführung des Chippenham-Rings bis vor zur Afrastraße, die Unterführung selbst, der Durchgang zum Kindergarten am Hagelmühlweg, die Holzbrücke am Bahnübergang Ekherstraße bis zur Josef-Ost-Straße sind nur ein paar der angsteinflößenden Gegenden. Es sind aber noch viel mehr Einsendungen, die wir von unseren Lesern erhalten haben.

So fehlt auf der Strecke vom Schwabhof nach St. Afra jegliche Beleuchtung. Und auf dem Weg von der Straßenbahn 6 nach Friedberg-West fühlen sich selbst Polizisten unwohl. Leser Bernd Weid berichtet, dass er am Fußgängerüberweg im Kreisverkehr Münchner Straße zur Luitpoldstraße regelmäßig Angst hat, bei Dunkelheit einen Fußgänger zu übersehen. Auch der Radweg in der Wiffertshauser Straße wurde von den Lesern bemängelt. Das Immobilienbüro Fiedler hat sogar angeboten, zwei Straßenlaternen für diesen Weg zu spenden. Leider sei bisher vonseiten der Stadt keine Rückmeldung gekommen. Ähnlich am Stefananger. Die Überspannungsleuchte dort hätte mehr Nutzen, würde man sie um zwei Meter versetzen.

Auch im Netz wurde viel diskutiert. Susanne Klever findet, dass die Sicherheit in Friedberg langsam zu einem größeren Problem wird, „das nicht einfach nur mit ein paar Lichtlein gelöst werden kann“. Auch weitere Facebook-Nutzer beobachten seit Jahren eine sinkende Sicherheit in Friedberg. Konkret fürchten sie eine Gefahr, die von Jugendbanden und dem vermehrten Aufkommen von Bettlern ausgehen könnte. Polizeichef Baumann erwähnt die Jugendlichen auch. Diese seien bisher aber nur untereinander handgreiflich geworden und würden niemanden wahllos auf der Straße angreifen. Übertreiben sollte man es laut unserem Leser Ulrich Wellenbeck auch nicht. In seiner Straße sei es so hell, dass seine Wohnung gleich mit beleuchtet wird.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren