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Mering

05.11.2018

In der Meringer Notunterkunft wird es eng

Diese vier Container an der Kissinger Straße hält der Markt Mering seit Jahren vor für Obdachlose. (Archivfoto)
Bild: Anton Schlickenrieder

Die Container in der Kissinger Straße in Mering sollen aufgestockt werden. Bürgermeister Kandler drängt beim sozialen Wohnungsbau auf weiteren Ausbau.

In der Marktgemeinde ist bezahlbarer Wohnraum rar. Vor allem Geringverdiener haben es schwer, in Mering noch eine günstige Wohnung zu bekommen. Deshalb drängt Bürgermeister Hans-Dieter Kandler darauf, noch mehr Sozialwohnungen zu errichten. Ganz schwierig ist es vor allem für Menschen, die in der Gesellschaft schon soweit unten angekommen sind, dass sie keine feste Bleibe mehr haben. Deshalb diskutiert am Montagabend der Meringer Bauausschuss über dieses Projekt.

Seit 2004 besteht an der Kissinger Straße in Mering die Notunterkunft mit vier Wohncontainern. Diese reichen aber nicht mehr aus, sodass vier weitere dazu kommen. Bürgermeister Hans-Dieter Kandler informiert: „Acht Personen können dort bislang wohnen.“ Schwierig wird es dann, wenn auch Frauen in der Notunterkunft eine Bleibe suchen, weil diese mit Doppelzimmern ausgestattet seien.

Auch in der Herzog-Wilhelm-Straße in Mering besitzt die Kommune Wohnungen, die derzeit belegt sind. „Hier leben Menschen, die sich keine reguläre Wohnung in Mering mehr leisten können“, berichtet Kandler. Drei weitere Wohnungen hat die Gemeinde zudem angemietet und bietet damit Menschen die Möglichkeit, weiterhin in Mering bleiben zu können.

„Die Wohnungsnot ist mittlerweile in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen“, sagt Kandler. Man könne schon lange nicht mehr davon sprechen, dass es sich dabei um Menschen handele, die gestrauchelt seien. „Das trifft die alleinerziehende Mutter, die Rentnerin oder die Familie, in welcher der Vater plötzlich seinen als sicher geltenden Arbeitsplatz verliert“, schildert der Bürgermeister.

Tragischer Fall liegt bei Kandler auf dem Schreibtisch

Ein konkreter Fall liegt derzeit bei ihm auf den Schreibtisch. „Hier hat Familienvater plötzlich seine Ehefrau verloren und ist nun mit den Kindern und dem tragischen Todesfall vollkommen überfordert.“ Er habe seine Arbeitsstelle verloren und dazu kommt, dass er seine kostengünstige Wohnung bei der Kreiswohnbaugesellschaft jetzt verlassen muss, weil dieses Gebäude abgerissen wird. „Hier setzt sich unsere Verwaltung, allen voran Bernhard Bordon vom Einwohnermeldeamt, sehr für diesen Fall ein, um dem Mann und seinen Kindern wieder auf die Beine zu helfen“, so Kandler. Man leiste hier fast schon ein wenig „Sozialarbeit“.

Mering will mit Kreiswohnbau zusammenarbeiten

Der Bürgermeister setzt auf die gute Zusammenarbeit mit der Kreiswohnbau Gesellschaft. „Wir sind froh darüber, dass wir mit dieser Kooperation auch günstigen Wohnraum schaffen können.“ Doch das bisherige Angebot reiche nicht aus. „Wir können nicht zu viel Sozialwohnungen haben“, sagt Kandler. Deshalb müsse man auch Möglichkeiten schaffen, um die Zusammenarbeit mit der Kreiswohnbau weiter auszubauen.

Max Rössle, Geschäftsführer der Kreiswohnbau, informiert: „Derzeit bieten wir 205 Wohnungen in der Marktgemeinde an, die sich je nach Ausstattung und Einkommenstatus bei einem Quadartmeterpreis von 5 bis 7,50 Euro belaufen.“ Der Geschäftsführer ist noch sieben Wochen im Amt, dann wird er von Robert Englmeier abgelöst (wir berichteten). Die Nachfrage nach günstigem Wohnraum sei weitaus höher als das Angebot. „Für den südlichen Landkreis haben wir 312 Anfragen“, so Rössle weiter. In Mering seien es 188 Voranfragen für 205 Wohnungen und in Kissing 124 für 45 Wohnungen.

Der Geschäftsführer freut sich, dass am 1. November ein weiteres Kreiswohnbauprojekt in Mering bezogen werden konnte. „Es gab ja einige Diskussionen im Markgemeinderat, aber nun sind die neuen Wohnungen in der Schwägerlstraße bezogen“, so Rössle.

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