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Egling / Aichach-Friedberg

05.12.2020

In sechs Gemeinden soll ein Netzwerk für Senioren entstehen

AMit Schmiechen und Steindorf machen auch zwei Kommunen aus dem Landkreis Aichach-Friedberg bei einem Pilotprojekt für Senioren mit.
Bild: Jens Kalaene, dpa (Symbolfoto)

Plus Altenpflegerin Birgit Gahlert arbeitet daran, Betreuungs- und Pflegebedürfnisse zu analysieren und zu vernetzen. Auch Schmiechen und Steindorf erhoffen sich davon viel.

Mit Schmiechen und Steindorf machen auch zwei Kommunen aus dem Landkreis Aichach-Friedberg bei einem Pilotprojekt für Senioren mit. Neben Egling als Initiator sind auch Eresing, Weil und Windach beteiligt. Ab Januar startet das gemeinsame Projekt, dessen Ziel es ist, nachhaltige Strukturen bei Freizeit- und Betreuungsangeboten für Senioren zu entwickeln und Netzwerke aufzubauen. Das Vorhaben läuft über die Lokale Aktionsgruppe Ammersee (LAG). Für das auf drei Jahre angelegte Projekt wird eine Mitarbeiterin eingestellt, die ihr Büro in Egling beziehen wird.

Birgit Gahlert hat eine große Aufgabe vor sich: In den nächsten drei Jahren soll für sechs Gemeinden ein Betreuung- und Freizeitangebot für Senioren erstellen. Ihr Büro hat sie in Egling.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Aufgabe wird die 44-jährige Birgit Gahlert übernehmen, die vor acht Jahren von Geretshausen nach Egling gezogen ist und die mit 40 Jahren eine Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin abgeschlossen hat. „Ich habe gemerkt, dass ich mehr machen möchte als in der Pflege zu arbeiten. Dieses Projekt gibt mir die Gelegenheit, das Leben von Senioren durch verschiedene Angebote zu verbessern“, sagt die Mutter eines erwachsenen Sohnes und einer Tochter in Ausbildung. Sie regt unter anderem ein Seniorencafé an, das mehrere Stunden am Tag geöffnet sein könnte – wenn sich die Situation hinsichtlich der Corona-Pandemie entspanne. Selbiges gelte für Stammtische, Kurse oder eine mögliche Tagespflege.

Eglinger Bürgermeister wünscht sich eine Tagespflege

„Letztlich geht es natürlich darum, welche Erwartungen an meine Arbeit in den einzelnen Gemeinden bestehen“, sagt die gelernte Arzthelferin für Radiologie und Nuklearmedizin, die auch schon als staatlich geprüfte Pharmareferentin gearbeitet hat.

In Egling soll ein Angebot zur Tagespflege entstehen.
Bild: Annette Zoepf (Symbolfoto)

Eglings Bürgermeister Ferdinand Holzer hofft, dass im Rahmen des Projekts in Egling ein Angebot zur Tagespflege entsteht. Es gebe Bedarf dafür, sagt er. Wie viele Plätze genau benötigt würden, müsse noch ermittelt werden. Auch eine Örtlichkeit – in der auch das Büro von Birgit Gahlert sein wird – steht schon fest: die ehemalige Gemeindekanzlei an der Hauptstraße. „Wir arbeiten seit dem Jahr 2018 auf Anregung des LAG-Managers Detlef Däke daran, das im Januar beginnende Angebot zu realisieren, nachdem sich unser Projekt Haus Lebenswert, welches nach wie vor verfolgt wird, verzögert“, informiert der Bürgermeister. Beim Haus Lebenswert handelt es sich um ein geplantes Sozial- und Seniorenzentrum.

Das ist für die nur wenige Kilometer entfernt im Nachbarlandkreis Aichach-Friedberg gelegenen Kommunen Schmiechen und Steindorf ganz besonders interessant. Denn beide sind alleine zu klein, um selbst entsprechende Angebote aufzubauen.

Für Schmiechens Senioren wäre der Weg nach Egling kurz

Schmiechens Bürgermeister Josef Wecker hegt zum einen die Hoffnung, dass die neue Kümmerin die örtlichen Vereine im Bürokratiewust unterstützt. Und käme eine Tagespflege in Egling zustande – neben dem im Haus Lebensart geplanten Seniorenwohnen - so würden davon auch die Schmiechener profitieren. Die meisten älteren Bürger werden hier in den Familien gepflegt.

Eine Tagespflege könnte auch Angehörige entlasten.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

„Aber die Angehörigen brauchen auch mal Urlaub oder zumindest einen Tag Pause – da wäre eine Tagespflege eine ganz tolle Sache“, meint Wecker. Wenn die häusliche Pflege nicht mehr zu leisten ist, kommen die meisten Betroffenen in Betreuungseinrichtungen in Mering oder Friedberg. Da wäre der Weg nach Egling deutlich kürzer, außerdem gibt es eine direkte Zugverbindung. „Historisch geht unsere Verbindung ohnehin Richtung Egling und Heinrichshofen“, sagt der Bürgermeister. Schließlich hatte Schmiechen bis zur Gebietsreform zum Landkreis Landsberg gehört. Er ist selbst gespannt, was sich nun aus dem Projekt entwickelt. „Aber ich kann mir vorstellen, dass das Blümchen gut wächst und gedeiht“, meint Wecker.

Steindorf hofft auf ein paar Stunden Zeit der neuen Kümmerin

Sein Amtskollege und Namensvetter Paul Wecker aus der Nachbargemeinde Steindorf freut sich ebenfalls über die Gelegenheit. Er leitet die Geschicke der kleinsten Landkreisgemeinde und sieht die Dinge realistisch. Eine eigene Kümmerin würde sich für die Kommune nicht lohnen. Aber so, hofft er, wird Birgit Gahlert, ein paar Stunden in der Woche auch für Steindorf tätig sein. Hier gibt es zwar von Vereinsseite einzelne Angebote wie beispielsweise einen Seniorennachmittag. In Bezug auf die Vernetzung oder Beratung beispielsweise zu möglichen Förderungen, könnten die Steindorfer die Fachfrau jedoch gut gebrauchen.

Und das geplante Haus LebensArt sowie möglicherweise eine Tagespflege in Egling sieht Paul Wecker als eine gute Option für Pflegebedürftige aus seiner Gemeinde. Der Standort wäre nur rund drei Kilometer entfernt. „Da könnten wir auch unser Bürgerbusfahrzeug organisatorisch mit einbinden“, überlegt Wecker. Und wirtschaftlich und sozial seien die Kontakte zu Egling ohnehin eng.

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