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Mering

26.05.2016

In seinen Bildern lebt er weiter

Dieses Bild des Kunstmalers Gustav Adolf Bauer gefällt den Kirchensanierern Pfarrer Thomas Schwartz (links) und Leonhard Erhard besonders. Es zeigt den Kirchenbogen und hängt in einem Besprechungszimmer im Pfarrhof.
Bild: Heike John

Kunstmaler Gustav Adolf Bauer ist gestorben und hat ein umfangreiches Vermächtnis hinterlassen

Die Meringer Raiffeisenbank-Filiale hat ein Bild von ihm, ein anderes hängt im Rathaus und Maria Kretschmer freut sich jeden Tag über das große Blumenbild des Meringer Künstlers in ihrem Wohnzimmer. Nun ist der Kunstmaler Gustav Adolf Bauer nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit im Alter von 92 Jahren gestorben.

Im vergangenen Monat wurde er im kleinem Kreis in seiner Geburtsstadt Augsburg zu Grabe getragen. Gustav A. Bauer war weit über seine Geburtsstadt Augsburg und seine Wahlheimat Mering hinaus bekannt und geschätzt, vor allem wegen seiner individuellen Städtebilder. Neben diesen und seinen Landschaftsbildern schuf Bauer auch Figürliches, Porträts und Akte. Er beschickte eine Reihe großer Ausstellungen und erhielt viele Auszeichnungen wie etwa 1978 den Schwäbischen Kunstpreis für sein Bild „Berlin ‘78“. Lange Zeit war eine große Zahl seiner Werke auch im bayerischen Wirtschaftsministerium in München zu sehen. Viele bedeutende Ausstellungen gingen voran und folgten.

Friedberg fand er malerisch

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In verschiedenen Arbeitszyklen versuchte er, nicht nur die großen europäischen Weltstädte mit kräftigem Pinselstrich zu erfassen, auch Mering und Friedberg gehörten zum Themenkreis seiner Werke. So weckte er 1971 auch große Begeisterung mit seiner Ausstellung „Malerisches Friedberg“. Ein Oberlehrer in der Volksschule St. Anna in Augsburg entdeckte das Talent des 1924 geborenen Gustav Adolf und überzeugte die Eltern von der Begabung ihres Sohnes.

Als 16-Jähriger besuchte er die Augsburger Kunstschule und studierte bei Professor Döllgast sowie später bei Professor Gulbransson in München. Unterbrochen durch den Weltkrieg und seine einschneidenden Veränderungen konnte Gustav Bauer erst ab 1954 wieder seine Studien fortsetzen. Seine Eltern besaßen ein Möbelgeschäft in der Prinzregentenstraße und erhofften in ihrem Sohn einen Nachfolger. Dieser widmete sich jedoch ausschließlich der Malerei. In Mering erwarb er 1957 nach der Heirat mit seiner aus der Marktgemeinde stammenden Frau Maria, geborene Menhadt, ein Haus in der Lenbachstraße. „Ich will den Charakter einer Stadt einfangen, die Stimmung, die eine Tageszeit gibt, begründete Gustav Bauer einst seine Vorliebe für Städte und Dörfer.

Unterwegs mit dem Skizzenblock

Mit dem Skizzenblock im Gepäck fuhr er immer wieder mit dem Zug in eine andere Stadt und arbeitete seinen Impressionen später in seinem Meringer Atelier aus. Ein ganz besonderes Verhältnis hatte Gustav Bauer zu Paris, wo er seine Kriegsgefangenschaft verbrachte. „Alles was sich damals zum Bemalen eignete, bemalte ich“, erzählte er einmal. Es ist noch gar nicht lange her, dass in der französischen Botschaft in München sein Paris-Zyklus ausgestellt wurde.

Markant war sein starker Pinselstrich und seine effektvollen Farbkontraste. Obwohl die Arbeiten Gustav Adolf Bauers große Beachtung fanden, bevorzugte er das Arbeiten im Stillen. Maria Kretschmer, die in ihrem Haus Bilder mehrerer lokaler Künstler hängen hat, hofft, dass sein Andenken vielerorts bewahrt wird.

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