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27.01.2020

Inklusion als Markenzeichen

Kinderhaus Affing nimmt nun auch Gastkinder mit Förderbedarf auf

Das Affinger Kinderhaus integriert erfolgreich Kinder mit Förderbedarf. Leiterin Susanne Sirsch spricht von einem Aushängeschild für die Gemeinde Affing. Warum das Thema nun im Gemeinderat landete, ist die Befürchtung der Einrichtung, sie könnte den „I-Status“ wieder verlieren, wenn vorübergehend mangels Nachfrage aus der Gemeinde keine I-Kinder betreut werden.

Das Kinderhaus schlug deshalb vor, maximal zwei Integrationsplätze pro Einrichtung, also Kindergarten und Krippe, an Gastkinder zu vergeben. Eine Entscheidung hatte der Gemeinderat vor einem knappen Jahr noch vertagt. Damals wollte das Gremium wissen, was denn ein Integrationsplatz die Gemeinde kostet. Verwaltungsleiter Tilo Leister machte diese Woche im Gemeinderat klar, dass sich die Kosten nicht aufschlüsseln lassen. Klar sei natürlich, dass Integrationsplätze teurer sind. Doch sie seien ein hohes Gut. Die Verwaltung unterstütze es, diesen Status zu erhalten.

Auch Kinderhausleiterin Sirsch kämpft dafür. In Kinder zu investieren sei nirgends kostendeckend, betont sie in einem Brief an die Gemeinde. Sie argumentiert, dass das Kinderhaus inzwischen eine qualitativ hochwertige Zusammenarbeit mit Therapeuten und Ärzten pflege und sich qualifizierte Mitarbeiter genau deshalb für das Affinger Kinderhaus entschieden hätten. Auch Bürgermeister Markus Winklhofer befürchtet, es könnten einschlägig ausgebildete Beschäftigte abwandern. Leister bekräftigte: Wenn der Ruf als Integrationseinrichtung erst verloren sei, werde es schwer wieder eine solche in der Wahrnehmung zu werden.

Ungewohnt deutlich konstatierte der Bürgermeister: „Wir brauchen nicht groß diskutieren.“ Den guten Ruf solle Affing „bitteschön beibehalten“. Ohne Debatte beschloss der Gemeinderat schließlich einstimmig, dass bei Bedarf maximal zwei Integrationsplätze an auswärtige Kinder vergeben werden.

Die neuen Baugebiete machen Anpassungen in der Infrastruktur nötig. Wie hoch der Bedarf bei der Kinderbetreuung sein wird, lässt Affing nun von einem Fachbüro ermitteln. Der Gemeinderat erteilte einen entsprechenden Auftrag an das Institut für Sozialplanung in Augsburg zum Preis von rund 7500 Euro. Dann habe man eine vernünftige Datengrundlage, so Winklhofer. (jca)

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