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Konkurs in Mering

18.08.2017

Insolvenz: Ausverkauf bei Sport Steinbrecher

Das Insolvenzverfahren gegen das Meringer Sportunternehmen Steinbrecher ist eröffnet. Blaue Plakate in den leeren Schaufenstern weisen auf den Sonderverkauf des Bestands im ersten Stockwerk hin.
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Das Insolvenzverfahren gegen das Meringer Sportunternehmen Steinbrecher ist eröffnet. Blaue Plakate in den leeren Schaufenstern weisen auf den Sonderverkauf des Bestands im ersten Stockwerk hin.
Bild: Gönül Frey

Im ersten Stock des Meringer Geschäftshauses wird die vorhandene Ware veräußert. Nur die Ausstattung der Vereine mit Trikots und Bekleidung hat dank eines Investors noch eine Zukunft.

Leer geräumt ist das Erdgeschoss des Sportgeschäfts Steinbrecher. Handgeschriebene Plakate in den Schaufenstern weisen auf den Ausverkauf der Ware im ersten Stockwerk hin. Zum 1. August wurde das Insolvenzverfahren gegen das Meringer Unternehmen offiziell eröffnet. Das bestätigt Insolvenzverwalter Matthias Hofmann. Dennoch hat Geschäftsführer Uwe Steinbrecher Zukunftspläne.

Für ihn ist es geschäftlich bereits die zweite Insolvenz. Bereits 2014 musste er Konkurs anmelden. Doch sein Einkaufsverband Intersport hielt ihm die Stange und so konnte er das Ladengeschäft aufkaufen und noch einmal neu starten. Nun standen wieder Veränderungen an, unter anderem, weil die Eigentümer des Geschäftshauses dieses grundlegend sanieren.

Konkurrenz in der Sportbranche ist massiv

Steinbrecher plante zunächst, in den jetzigen Norma im Gewerbegebiet St. Afra umzuziehen. „Im Zuge dieser Planung offenbarten sich jedoch die Problemstellen des Konzepts“, sagt er heute. Zu massiv ist in der Branche die Konkurrenz größerer Geschäfte in der Region und aus dem Internet. Deswegen entwickelte der Meringer die Idee, sich stärker auf den Teamsportbereich zu konzentrieren. „Intersport hat diese Strategie aber leider nicht mehr mitgetragen und so mussten wir Insolvenz anmelden“, erklärt Steinbrecher.

Denn der Einkaufsverband ist einer der Hauptgläubiger. Er stellt den Warenbestand zur Verfügung, der in dem großen Sportgeschäft auf zwei Stockwerken einen Wert von rund 350000 bis 400000 Euro ausmachte.

Lange war unklar, wie es mit den noch vorhandenen Sportartikeln weiter geht. Zwei Wochen lang war daher der Laden komplett geschlossen. Doch nun haben Insolvenzverwaltung und Gläubiger eine Vereinbarung getroffen, so dass im ersten Stockwerk der Sondersportverkauf angelaufen ist – werktags von 11 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr. Das Erdgeschoss hat Uwe Steinbrecher bis Sanierungsbeginn des Hauses an die Firma Sofanella untervermietet. Diese wird dort ab September exklusive Sitzmöbel verkaufen.

Das eigentliche Ladengeschäft wird wegen der Insolvenz geschlossen

Und wie sieht die Zukunft aus? Das eigentliche Ladengeschäft werde nicht mehr weiter geführt, erklärt Insolvenzverwalter Hofmann. Der Teamsportbereich lebe jedoch weiter und zwar auch zusammen mit Uwe Steinbrecher, so der Augsburger Anwalt. Die Richthofen Circle Gmbh hat diesen Bereich des Unternehmens aus der Insolvenzmasse aufgekauft. Uwe Steinbrecher ist dort mit zweien seiner Mitarbeiter angestellt. Der neue Investor hat auch die verbliebene Ware für den Sonderverkauf vom Einkaufsverband Intersport abgelöst.

Über 50 Vereine zählt Uwe Steinbrecher zu seinen Kunden. Diese stattet er beispielsweise mit Trikots und Sportanzügen aus. Doch auch Schulen und Firmen betreut er hier. Die Kleidung bedruckt er mit speziellen Maschinen, so dass jeder Spieler beispielsweise seinen eigenen Namen auf dem Trikot tragen kann. „Dieser Bereich hat sich über die Jahre zu einem wichtigen Standbein für uns entwickelt“, erklärt Steinbrecher. Vorteil ist, dass er hierfür nicht so einen großen Warenbestand vorhalten muss. In einem kleinen Ladengeschäft soll es aber weiter eine Auswahl an Basisartikeln wie etwa Shirts und Sporthosen geben. In dem Zusammenhang möchte er auch seine Skiwerkstatt weiterführen. An welchem Standort das sein soll, weiß Uwe Steinbrecher heute noch nicht. „Eigentlich brauche ich nur eine Werkstatt, ein kleines Ladengeschäft und ein Büro“, sagt er. Bis 31. März 2018 hat er Zeit zu sehen, wie sich die neue Ausrichtung entwickelt. Dann läuft sein Mietvertrag für die jetzigen Räume wegen der anstehenden Sanierung ab.

Von der Insolvenz betroffen sind auch Kunden, die noch Gutscheine haben. Wie Rechtsanwalt Hofmann erklärt, gelten sie im Verfahren als Gläubiger und können die Gutscheine anmelden. Am Ende ermittelt der Insolvenzverwalter anhand der noch vorhandenen Werte und den Forderungen eine Quote. Diese wird auf alle Gläubiger angewandt. Beträgt die Quote beispielsweise 5 Prozent, so würde jemand mit einem 100-Euro-Gutschein noch 5 Euro ausgezahlt bekommen.

Uwe Steinbrecher erklärt, dass jedoch auch im derzeit laufenden Sonderverkauf Gutscheine aus Kulanz zumindest zum Teil verrechnet werden können. Viele seien bereits eingelöst worden, seit er den Insolvenzantrag stellte.

Zum Sportgeschäft gehörte auch die Postfiliale, die jetzt seit 1. August an den Rewe in der Wallbergstraße umgezogen ist (wir berichteten). Das Personal, vier Mitarbeiter, wurde vollständig übernommen. Nicht betroffen von der Insolvenz ist das Schuhgeschäft in der Nähe des Marktplatzes, das Uwe Steinbrechers Bruder betreibt.

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