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Mering

28.02.2018

Ist der Zug für Honold in Mering abgefahren?

Noch ist nicht sicher, ob Honold sich in dem geplanten Gewerbepark West am Bahnhaltepunkt St. Afra in Mering ansiedeln wird. Bürgermeister Hans-Dieter Kandler hofft, dass hier der Zug für die Marktgemeinde noch nicht abgefahren ist. Das Bebauungsplanverfahren wird derzeit weiterverfolgt.
Bild:  Bernhard Weizenegger

Bürgermeister Kandler gibt die Hoffnung noch nicht auf. Doch wie geht es mit dem Bebauungsplanverfahren für den Gewerbepark West weiter. Die Frist für Einwendungen läuft am 9. März ab.

Bis zum 9. März läuft das Auslegungsverfahren für den Bebauungsplan „Gewerbegebiet Mering West“. Bis zu dieser Zeit können noch Einwendungen bei der Gemeinde eingereicht. Daran ändert sich nach Auffassung von Bürgermeister Hans-Dieter Kandler auch nach dem Rückzug der Roboterherstellers Kuka nichts. Beim Landratsamt Aichach-Friedberg hat das Unternehmen Honold, das sich gemeinsam mit Kuka in der Marktgemeinde ansiedeln wollte, sein Baugenehmigungsverfahren für die drei geplanten Hallen zunächst ausgesetzt. Aber Mering sei grundsätzlich für den Neu-Ulmer Logistik-Dienstleister ein interessanter Standort.

Bürgermeister Kandler sieht es als dringend notwendig an, den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet nördlich der Friedenaustraße weiter voranzutreiben. „Nur so können wir dort Baurecht schaffen“, sagt er. Und dieses sei besonders wichtig, um schnell Betriebe ansiedeln zu können, unabhängig von Honold oder Kuka.

Für das Gebiet sollte es in einem Teilbereich einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan geben (siehe Grafik). Damit wollte die Gemeinde die Hand darüber haben, welches Gewerbe sich dort ansiedelt. Die restliche Fläche wäre für weitere Betriebe vorgesehen. Für Kandler ist ganz klar: „Wir machen weiter, ändern können wir einen Bebauungsplan ja immer noch.“

Honold wollte sich auf einer Fläche von neun Hektar zusammen mit dem Roboterhersteller Kuka in Mering niederlassen. Durch die Änderungen in der strategischen Ausrichtung bei Kuka, wurden diese Pläne teilweise hinfällig. Vergangene Woche hatte das Unternehmen Honold signalisiert, auf einer kleineren Fläche weiterzumachen. Nach Informationen des Landratsamtes Aichach-Friedberg wurde nun das Baugenehmigungsverfahren für die drei Hallen zurückgestellt.

Firmenchef Heiner Matthias Honold bestätigt dies im Gespräch mit unserer Zeitung: „Ja, das ist richtig, aber es bedeutet keineswegs einen völligen Rückzug aus Mering.“ Natürlich müsse man sich nach den jüngsten Entscheidungen von Kuka „neu sortieren“. Honold stehe zu seinen Zusagen und werde weiterhin die Kosten für das vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahren übernehmen. „Somit entsteht der Gemeinde kein Schaden“, erklärt Honold.

Er lobt ausdrücklich die Verwaltung der Marktgemeinde: „Wie schnell, mit welcher Kompetenz und Einsatz bis in die Nachtstunden hinein hier gearbeitet wurde, das ist nicht überall der Fall.“ Honold erklärt, dass man nun weitere Kunden ansprechen werde und das sicherlich einige Zeit dauern könnte, bis man über die neuen Pläne für den Standort Mering sprechen könne. „Es gibt Gespräche im Hintergrund“, bestätigt Honold. In dem Ausmaß, wie es ursprünglich geplant war, könne ein neues Vorhaben wohl nicht realisiert werden.

Kommt jetzt also doch das ursprünglich angedachte kleinteilige Gewerbegebiet? Kandler hofft immer noch darauf, dass Honold einen weiteren Partner findet und sich auf einer großen Fläche ansiedelt. Auf eine Prognose wie realistisch diese Hoffnung sei, will er sich nicht einlassen.

„Bislang liegen bei der Marktgemeinde Mering Anfragen von Gewerbebetrieben für etwa 20000 bis 25000 Quadratmeter vor“, so die Informationen des Bürgermeisters. Er rechne nun mit einem weit kosten- und zeitaufwendigeren Prozess, wenn das Gebiet am Bahnhaltepunkt St. Afra einzeln vermarktet werden müsse. Allein die Erschließungskosten seien weitaus höher.

Kandler ist immer noch verärgert und fürchtet, dass das Gewerbegebiet „schlecht geredet“ wird. Vor allem mit den Grünen im Gemeinderat geht er ins Gericht: „Die Grünen benutzen das Verwaltungsverfahren, um die demokratisch im Marktgemeinderat gefällte Entscheidung für den Gewerbepark-West rückgängig zu machen.“ Er kritisiert, dass die Grünen ihre Niederlage nicht akzeptieren wollen. Auch wenn der Haushalt und die Finanzplanung der nächsten vier Jahre unabhängig von der Honold-Ansiedlung berechnet wurde, so wäre die finanzielle Situation durch die großflächige Vermarktung weitaus rosiger für die Kommune gewesen. Kandler setzt nun alles auf die Fortführung des Bebauungsplanverfahrens. „Es ist Vieles leichter, wenn wir zum Beispiel schon die Bereiche Arten- und Naturschutz oder Ausgleichsflächen abgeklärt und Baurecht geschaffen haben“, erklärt er. Die Details könnte man über ein weiteres Änderungsverfahren nachbessern.

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