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Mering

19.02.2018

Jesus wird in Mering Youtube-Star

Am Laptop werden die Bibelvideos vertont und Hannah (links) und Franziska (rechts) übernehmen im Wechsel die Sprechrollen
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Am Laptop werden die Bibelvideos vertont und Hannah (links) und Franziska (rechts) übernehmen im Wechsel die Sprechrollen
Bild: Heike John

Franziska Riesinger und Hannah Arnold produzieren für die Homepage der Pfarrei Sankt Michael Bibelvideos mit Playmobilfiguren. Gerade haben sie mit der Heilung des Gelähmten ihre fünfte Folge abgedreht.

In ihrer Freizeit beschäftigt sich Franziska Riesinger auf dem Dachboden ihres Elternhauses oft stundenlang mit Playmobil. Im ersten Moment scheint diese für eine 15-jährige Gymnasiastin vielleicht etwas ungewöhnlich. Bei näherem Hinsehen sind da jedoch neben einer Fülle an Figuren auch noch eine Kamera, zwei Stative und ein Schweinwerfer zu sehen. Franzi produziert Bibelvideos für die Internetseite der Pfarrei St. Michael. Im Moment entsteht mit der Geschichte von der Heilung eines Gelähmten der fünfte Dreh. Mit dabei ist auch die gleichaltrige Hannah Arnold, die sich hauptsächlich um die Vertonung kümmert.

Es sind kurze Filme (das Video finden Sie hier)  von ein, zwei Minuten, die von Kindergartenkindern und Grundschülern sehr gerne angesehen werden. „Wir haben schon ganz schön viele Klicks“, freuen sich die beiden Jugendlichen. Richtig bekannt sind die kreativen Beiträge von Hannah und Franzi auf der Homepage der Pfarrei noch nicht. Pfarrer Thomas Schwartz ergriff deshalb kürzlich beim Sonntagsgottesdienst die Gelegenheit, die jungen Filmemacherinnen der Gemeinde vorzustellen.

Die Idee dazu kam im Rahmen des Firmprojekts „Die Pfarrei im Internet“ zustande, als die Firmlinge sich darin übten, ihre Medien und Netzwerke mit Inhalt zu füllen. Hannah kam dabei erstmals mit der Produktion kleiner Videos in Berührung und fand Gefallen daran. Franzi hingegen drehte bereits mit neun Jahren ihre ersten Filme. „Das hat mich einfach schon immer fasziniert“, sagt sie. Und so nahm sie auch bereits an verschiedenen Filmwettbewerben teil.

Das erste Bibelvideo kam zu St. Martin und zeigt die Geschichte des Bettlers und des Samariters. Fünf Filme sind derzeit im Netz, der neueste kam diesen Monat hinzu. Der längste ihrer Filme, die Geschichte von Jesu Geburt in Bethlehem, dauert zweieinhalb Minuten und besteht aus ungefähr 500 Bildern. Die einzelnen Szenen werden mit Playmobilfiguren gestellt. „Davon haben wir jede Menge und wir legen einfach zusammen.“

In viel Kleinarbeit werden die liebevollen Szenen gebastelt. Dazu baut Franziska auch Häuser aus Pappkartons. Für den aktuellen Film, die Heilung des Gelähmten, wurde vom Playmobil Rettungsset die Trage und die Leiter verwendet, über eine Dachluke wird der Gelähmte ins Haus gelassen. Das sind unzählige Szenen, die von Franziska in einzelnen Fotos festgehalten werden.

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Dafür darf sie auch Kamera und Stativ ihres Vaters verwenden, zu Geburtstagen wünschte sie sich weiteres Equipment wie Strahler für die Beleuchtung und noch ein Stativ. Sind die Bilder im Kasten, geht es ein Stockwerk tiefer in Franziskas Zimmer, wo am Laptop die Szenen geschnitten werden und von Hannah mit einem Musikprogramm musikalisch hinterlegt werden. „Da gibt es vorgefertigte Loops, mit denen man viel machen kann, auch spezielle Effekte“, erklärt Hannah. Die Bibeltexte werden von den beiden 15-Jährigen vereinfacht und gekürzt und im Wechsel gesprochen. In der Geschichte von der Heilung des Gelähmten wird Jesus mit einem „Playmobilmannschgerl“ mit blauer Hose und rotem Hemd dargestellt. „Ich habe mir gedacht, Jesus war ein ganz normaler Mensch, dafür nehme ich auch eine ganz gewöhnliche Figur her“, erklärt Franziska. Die Schriftgelehrten stammen aus einem Hochzeitsset und tragen Schlips oder Krawatte.

„Wenn der neue Stop-Motion Trickfilm steht, lade ich ihn in eine Cloud (eine Art virtueller Speicher, Anm. d. Redaktion) und Michael Sepp, der Webmaster stellt ihn ein“, erklärt Franzi fachmännisch. Vorerst haben die beiden Schülerinnen für jeden Monat einen neuen Film geplant. An Ostern geht es um die Auferstehung, danach steht die Hochzeit zu Kanaa an, gefolgt von Zachäus dem Zöllner und schließlich soll die Bibelgeschichte „Jesus stillt den Sturm“ folgen. „Das könnte einer unserer aufwendigsten Filme werden und ist mit dem Wasser eine ziemliche Herausforderung“, freuen sich die beiden. Sie hoffen, dass ihnen trotz der Anforderungen in der Schule noch genügend Zeit für weitere Drehs bleibt.

Franziska besucht die zehnte Klasse im Rudolf-Diesel-Gymnasium in Hochzoll und Hannah geht in die Neunte im Meringer Gymnasium. „Wir schreiben ja auch immer ein kleines Drehbuch und es dauert doch schon einige Stunden bis alles im Kasten ist“, erklären die jungen Filmemacherinnen.

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