1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Jetzt hat Rieden eine Ortschronik

Dasing-Rieden

01.10.2019

Jetzt hat Rieden eine Ortschronik

Monika Böck und Maria Wachinger sind stolz auf ihr Werk. Fast eineinhalb Jahre hat es gedauert, bis die Chronik über Rieden fertig war.
Bild: Leah Rehklau

Monika Böck und Maria Wachinger haben die Geschichte von Rieden dokumentiert – mit spannenden Ergebnissen. Demnächst wird die Ortschronik präsentiert.

Wie kommt man dazu, eine Ortschronik zu schreiben? „Wir fanden einfach, es gab so einiges, das viele gar nicht wissen. Und weil sich da später keiner mehr dran erinnert, haben wir es zusammengeschrieben“, erzählt Monika Böck. Sie und Maria Wachinger sind Mitglieder des Heimatkundlichen Kreises Dasing.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Vor über 25 Jahren wurde der Verein gegründet und hat schon einige Bücher – unter anderem Chroniken über die Orte Dasing, St. Franziskus, Heimat Oberzell und Unterzell – herausgebracht. Wieso sollte es also nicht auch eine aktuelle Dokumentation über Rieden mit seinen 225 Einwohnern geben?

Der Heimatkundliche Kreis Dasing half

2014 sollte Monika Böck eine Chronik über den Riedener Obst- und Gartenbauverein verfassen. Sie recherchierte und stieß dabei auf viele Informationen über die Gemeinde und deren Geschichte. Als dann die Dokumentation über den Verein erschien, habe sie noch „so viel anderen Stoff übrig gehabt, der zu schade wäre, um damit nichts anzufangen.“

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Also wandte sie sich an den Heimatkundlichen Kreis, der im Zuge der Dasinger Ortschronik schon eine Dokumentation über Rieden geschrieben hatte. Sie bekam die Zusage zur Unterstützung. So begann Böck, gezielt in Archiven nach Infomaterial zu suchen. Maria Wachinger fasste dann alles schriftlich zusammen. Allein dafür habe sie knapp eineinhalb Jahre gebraucht, erzählt sie.

Das Buch fasst die ganze Ortsgeschichte seit der Gründung 1807 bis zur Eingemeindung 1972 zusammen. Auf 136 Seiten werden alle Höfe ab dem Jahr 1750 dokumentiert, die Kirchen- ebenso wie die Schulgeschichte wird erläutert und alles über die Einwohner beschrieben. So werden die verschiedenen Bürgermeister und Gemeinderäte genannt, beschrieben, wann der erste Stromanschluss nach Rieden kam, wann den Straßen Namen zugeordnet wurden. Auch Karten und Fotos – teilweise aus Privatbeständen – sind darin enthalten.

Die Amerikaner evakuierten Rieden nach dem Zweiten Weltkrieg

Aus Tagebüchern erfuhren Böck und Wachinger von Riedens zwei Monate dauernder vollständiger Evakuierung nach dem Zweiten Weltkrieg – „etwas, das heute eigentlich keiner mehr weiß“, so Böck. Die Einwohner wurden von Amerikanern gezwungen, ihre Höfe mitsamt Tieren zu verlassen. Die Menschen aus den 36 Anwesen kamen dann bei Verwandtschaft und Fremden in der Umgebung unter. Detaillierte Listen, wer wo Zuflucht fand, konnten die beiden Riedenerinnen fast lückenlos erstellen. Allein dafür haben sie jedoch fast vier Jahre gebraucht, erzählt Wachinger. Die Originaltexte der Tagebuch-Schreiber sind in der Chronik abgedruckt.

Zusammenfassend sagt Böck: „Das Buch dokumentiert quasi die Riedener Geschichte rundrum.“ Die beiden Einwohnerinnen sind sehr stolz auf ihr Werk, das sie nebenbei in ihrer Freizeit geschaffen haben.

Der Heimatkundliche Kreis habe sich um die Finanzierung und den Druck gekümmert, freut sich Wachinger. Auch organisiere er die Ausstellungen. Davon wird es drei geben, die im Zuge des Programms „Paarkunst enthüllt“ stattfinden. Dort soll die Dorfchronik ausgestellt und dann an Interessenten verkauft werden.

Die Ortschronik von Rieden

  • Am Donnerstag, 3. Oktober, findet die Ausstellung mit Buchverkauf von 12 bis 17 Uhr im Gemeinschaftshaus Rieden statt.
  • Es gibt Kaffee und Kuchen.
  • Weitere Termine sind Sonntag, 13. Oktober, und Sonntag, 20. Oktober, im Heimatkundlichen Museum Dasing jeweils von 12 bis 17 Uhr.
Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren