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Dasing

22.11.2020

Jugend in Dasing: Die Gemeinde steht ohne Lösung da

Die Außenwand mit leuchtendem Graffiti zeigt schon von Weitem: In diesem Gebäude haben in Dasing Kinder und Jugendliche das Sagen.
Bild: Moritz Weiberg

Plus Dasing hatte vermeintlich die Weichen für einen neuen Jugendpfleger gestellt. Dieser steht jedoch nicht zur Verfügung. Was die Gemeinde nun plant.

Es klang, als sei die Personalie bereits in trockenen Tüchern: Die Gemeinde Dasing stattet Thomas Däubler mit einem Vertrag aus und er nimmt sich der seit Jahren stiefmütterlich behandelten Jugendarbeit an. Kommissarisch tut er das bereits seit August, nachdem Sandra Ritter von dem Amt zurückgetreten war. Zeitgleich löste die Gemeinde Dasing den seit etwa 20 Jahren laufenden Vertrag mit dem Sozialpädagogischen Institut Augsburg (SIA) auf, das mehreren Kommunen Sozialarbeiter zur Verfügung stellt. Nun geht die Sache in die nächste Runde.

Denn eigentlich hatte man in Dasing gehofft, Däubler als gemeindlichen Mitarbeiter an sich binden zu können. Zum einen machte er seine Sache bislang gut. "Herr Däubler scheint anerkannt zu sein, die Jugendlichen respektieren ihn", sagt beispielsweise Mareike Hartung (Aktive Bürger).

Die stellvertretende Jugendbeauftragte war gemeinsam mit ihrem Amtskollegen Alexander Bayr (Junge Union) schon des Öfteren im Jugendtreff an der Bahnhofstraße, um sich ein Bild zu machen. "Und das ist sehr positiv", sagt auch Bayr. Däubler sei motiviert, eine Weiterbeschäftigung sorge für Kontinuität auf diesem wichtigen Posten.

Zum anderen sind die Alternativen, um die sich Bürgermeister Andreas Wiesner bemüht hatte, abgesprungen. Dazu zählten neben Mitarbeiterinnen der Pfarrei insbesondere zwei Angestellte des Dasinger Kinderhorts.

Die Jugendarbeit in Dasing: Ein Engagement Däublers ist hinfällig

Nun ist es aber anders gelaufen, als es sich die Dasinger vorgestellt haben. Denn laut SIA ist Däubler dort ab 1. Januar vertraglich gebunden, weshalb ein Engagement bei der Gemeinde nicht möglich ist. Von dem Vertrag ab Januar wusste in der Gemeinde keiner, so versichern es zumindest die Räte und Rätinnen.

Dabei wurde in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur und Soziales bereits über weitere Schritte diskutiert, zum Beispiel weitere Einsatzgebiete Däublers, eine Ausweitung seiner Stunden von 18 auf 30, längere Öffnungszeiten und mögliche Projekte.

Nun ist Dasing nach Jahren der Probleme in der Jugendarbeit wieder am Anfang. Die Frage ist: Ist man gewillt, das durch die Aufkündigung des Vertrags mit der SIA zerschnittene Tischtuch wieder zu kitten? "Das ist Sache der Gemeinderäte", sagt Andreas Wiesner. Doch auch der Bürgermeister weiß, dass die meisten Räte so ihre Probleme mit der Arbeit der SIA hatten.

Thomas Schafner, der die Abteilung Jugend der SIA leitet und damit Däublers Vorgesetzter ist, kann sich unterdessen unabhängig von dieser Personalie eine weitere Zusammenarbeit vorstellen. Doch wie entscheiden die Gemeinderäte? Der Ausschuss für Jugend, Kultur und Soziales hat erst kürzlich getagt, nötig wäre also eine kurzfristige Sitzung, um den Sachverhalt zu klären.

Die Jugendarbeit in Dasing: Gemeinde müsste Geld in die Hand nehmen

Über die Ausweitung der Stunden und die damit verbundenen Mehrkosten waren die Ausschussmitglieder geteilter Meinung. Die Arbeit im Juze ende nicht um Punkt 20 Uhr, eine Möglichkeit sei deshalb, die Öffnungszeiten im Sommer zu erweitern. Zur Arbeit gehörten neben der Betreuung der Jugendlichen auch die Vor- und Nachbereitung der Aktivitäten, im Raum stehen künstlerische und musikalische Projekte sowie Ausflüge. Des Weiteren wies die Seniorenbeauftragte Susanne Kanzler darauf hin, dass ein Mitarbeiter mit mehreren Stunden auch bei der Nachbarschaftshilfe mit anpacken könne, ebenso wie Jugendliche aus dem Juze.

Die Seniorenbeauftragte in Dasing befürwortet eine Weiterbeschäftigung Däublers, denn "wenn wir ihn bezahlen, hat die Gemeinde auch eher ihre Hand drauf". Damit lasse sich verhindern, dass die Jugendarbeit wie in der Vergangenheit vernachlässigt werde.

Außerdem sei das Juze derzeit deutlich besser besucht als noch im Frühjahr. "Das liegt auch an Thomas", sagt Emre, ein regelmäßiger Besucher. Er ist nicht nur mit seinem Freundeskreis des Öfteren in der Bahnhofstraße zugegen, sondern hat zuletzt auch weitere Freunde dazu animiert.

Die Gemeinde hätte für eine Beschäftigung Däublers tiefer in die Tasche greifen müssen als zuletzt, die Personalkosten würden um mehrere tausend Euro steigen. Denn Däubler brauche eine Anstellung für 30 anstatt 18 Stunden, hieß es in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Kultur und Soziales. Dieser sprach eine Empfehlung an den Gemeinderat aus, eine gemeindliche Stelle für einen Jugendpfleger zu schaffen. Mit wem diese besetzt wird, ist offen. Thomas Däubler wird es jedoch nicht sein.


Lesen Sie hierzu Michael Postls Kommentar Jugendarbeit in Dasing: Die Gemeinde muss über ihren Schatten springen

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