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Friedberg

17.01.2018

Jugendlicher täuscht Mord vor und verursacht große Suchaktion

Der Jugendliche hat einen stundenlangen Polizeieinsatz ausgelöst und muss sich jetzt wegen Vortäuschen einer Straftat verantworten.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Einen spektakulären Polizeieinsatz gab es am Montagabend in Friedberg: Ein junger Mann behauptete, einen Bekannten erschossen zu haben. Das stellte sich als Lüge heraus.

Ein Jugendlicher aus Baindlkirch im Landkreis Aichach-Friedberg habe einen Mann erschossen und ihn zusammen mit einem Kumpel beseitigt. Diese Nachricht erreichte die Friedberger Polizei am Montagabend und hielt die Beamten für mehrere Stunden in Atem.

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Kollegen aus Nürnberg leiteten die Nachricht weiter, nachdem eine Schülerin den Fall dort gemeldet hatte. Sie gab an, ein Bekannter aus Baindlkirch habe ihr eine Nachricht geschickt. Darin behauptete er, einen Peiniger seiner Schwester erschossen und mit einem Kumpel beseitigt zu haben. Der junge Mann bekräftigte seine Aussage mit einem Foto, auf dem eine männliche Person mit einer Waffe abgebildet war.

„Ich bin ziemlich erschrocken, als ich morgens die Lage ausgewertet und von dem Einsatz erfahren habe“, erklärt Peter Zimmermann, stellvertretender Leiter der Polizei Friedberg. Er ist seit eineinhalb Jahren hier, aber so etwas habe er noch nicht erlebt. „Wir waren alle etwas aufgewühlt“, so Zimmermann.

Jugendlicher täuscht Mord vor und verursacht große Suchaktion

Polizei sucht mit Spürhunden nach der Leiche

Drei Stunden lang waren die Beamten in der Nacht im Einsatz, nachdem ein Ermittlungsrichter die sofortige Durchsuchung der Wohnung des Jugendlichen angeordnet hatte. Unterstützung erhielten die Friedberger Beamten aus Augsburg. Auch Hundeführer waren mit dabei. „Wir müssen immer mit dem Schlimmsten rechnen und mussten davon ausgehen, dass die Nachricht von dem Mord stimmt“, erklärt Zimmermann. So waren auch Leichensuchhunde im Einsatz, da der Jugendliche angegeben hatte, den Toten verschwinden haben zu lassen.

Zusammen mit den Augsburger Kollegen durchsuchten die Beamten das gesamte Anwesen. Dabei stießen die sie auf eine sogenannte Softair-Waffe. Bei dieser Art von Waffe handelt es sich um eine Druckluftpistole, die optisch täuschend echt einer richtigen Schusswaffe nachgebaut ist. Der Jugendliche war zunächst nicht da, konnte von den Beamten aber ausfindig gemacht werden. „Er hat schnell eingeräumt, dass er die ganze Geschichte nur erfunden hatte“, sagt Zimmermann. „Es war ein riesen Scheiß“, soll der Jugendliche laut Polizei reumütig erklärt haben. Über die Motivlage des jungen Mannes wollte die Polizei keine Auskunft geben.

Vortäuschen einer Straftat und hohe Einsatzkosten

In Absprache mit dem Staatsanwalt wurde der Jugendliche zu seiner Mutter gebracht. Derzeit wird geprüft, ob die Eltern die Kosten für den Polizeieinsatz übernehmen müssen. Wie viel das ist, steht noch nicht fest. Die Zahl der Beamten, der eingesetzten Dienstfahrzeuge und die Dauer des Einsatzes werden laut Zimmermann dabei miteinberechnet.

Auch bei Notärzten und Feuerwehr gehe immer mal wieder ein falscher Alarm ein. „Die Institutionen versuchen, bei einem Fehlalarm die Kosten für ihre Einsätze von den Leuten zurückzufordern“, so Zimmermann. Das solle auch eine abschreckende Wirkung haben. Im Falle des Jugendlichen hilft das allerdings nichts mehr. Er muss sich wegen Vortäuschen einer Straftat verantworten.

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