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Stadtpolitik

10.02.2015

Jugendrat will sich mehr Gehör verschaffen

Bilanz nach einem Jahr im Amt: Selbst die Zielgruppe der Gleichaltrigen ist nur schwer zu erreichen

Seit knapp einem Jahr hat die Jugend von Friedberg wieder eine Stimme – doch wird sie auch gehört? Dieser Frage ging der Jugendrat bei seiner jüngsten Sitzung nach und kam dabei zu einem ernüchternden Ergebnis. Denn das Interesse an der Arbeit des Gremiums ist gering, auch bei den jungen Leuten selbst. Dabei hat der Jugendrat ein Budget von 7000 Euro für eigene Projekte zur Verfügung und kann im Stadtrat Anträge und Vorschläge einbringen.

Das hatte sich schon im Frühjahr 2013 bei der turnusmäßigen Neuwahl des Jugendrats gezeigt. Gerade drei Bewerber im Alter zwischen zwölf und 20 Jahren hatten sich für die 21 Sitze gefunden. Zum ersten Mal, seit der Stadtrat die Jugendvertretung im Jahr 1997 ins Leben gerufen hatte, musste die Wahl daraufhin abgesagt werden. Ganz verzichten wollte die Politik auf den Jugendrat aber nicht. Stadtjugendpfleger Matthias Hauskrecht erhielt den Auftrag, ein neues Konzept zu erarbeiten: Die Zahl der Sitze wurde auf elf verringert und die Unterstützerlisten abgeschafft. Auch Nachrücker dürfen, ohne Stimmrecht, an den Beratungen teilnehmen. Zudem wurden die Schulen besser in die Jugendratswahlen eingebunden.

So fanden sich am Ende 28 Interessenten bereit für eine Kandidatur. Von 2308 wahlberechtigten Jugendlichen gaben 277 ihre Stimme ab, was einer Wahlbeteiligung von zwölf Prozent entsprach. Den Einzug schafften Bianca Dummler, Alexander Hetz, Sandro Jakovljevic, Felix Kretschmer, Sarah von Rhein, Patrick Sauer, Lucas Schrödl, Younes Schwarz, Lena Schwärzer, Daniel Staudt und Lena Zimmermann. Sechs von ihnen und zwei Nachrücker waren bei der letzten Sitzung anwesend. Nach einem knappen Jahr wollte Jugendpfleger Hauskrecht ihre Einschätzungen hören: Braucht es mehr Möglichkeiten der Mitbestimmung? Fühlen sich die Jugendlichen ernst genommen? Wie können noch mehr Jugendliche zur Mitarbeit gewonnen werden?

Die Mitglieder waren sich einig, dass die Jugendlichen wenig Interesse an Beteiligungsformen oder Arbeitskreisen haben. Sie neigen zu „delegierendem Verhalten“, hieß es. Das politische Interesse sei gering, nicht einmal die Freunde der Jugendräte interessierten sich für deren Tätigkeit. Jugendliche, so die Einschätzung, müssten davon überzeugt werden, dass ihr Engagement zu den gewünschten Ergebnissen führe, erst dann seien sie bereit, sich dafür einzusetzen. Am ehesten wären sie noch über das Internet zu erreichen. Als Konsequenz daraus will der Jugendrat nun eine eigene Homepage gestalten, auf der es Informationen über die Mitglieder, über aktuelle Themen des Jugendrats und über Veranstaltungen gibt. Auch das Festival „Mittendrin“ will der Jugendrat nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. Um wirklich ernst genommen zu werden, wünschen sich die Jugendräte einen besseren Kontakt zu den Stadträten, um gemeinsam über ihre Themen zu diskutieren. "Kommentar

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