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Friedberg

30.11.2019

Karitativer Weihnachtsmarkt: Glühwein trinken und Gutes tun in Friedberg

Ein guter Stern leuchtet über Friedberg, wenn der Karitative Christkindlmarkt seine Buden öffnet. Friedberger Vereine, Einrichtungen und Gruppierungen verkaufen dort vier Tage lang ihre Waren zugunsten Not leidender Menschen in Afrika und Indien.
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Ein guter Stern leuchtet über Friedberg, wenn der Karitative Christkindlmarkt seine Buden öffnet. Friedberger Vereine, Einrichtungen und Gruppierungen verkaufen dort vier Tage lang ihre Waren zugunsten Not leidender Menschen in Afrika und Indien.
Bild: Christian Gall.

Beim Karitativen Christkindlmarkt in Friedberg pflegen Besucher eigene Traditionen. Dass dabei armen Kindern geholfen wird, trägt zur besonderen Atmosphäre bei.

Sechs Euro – dafür bekommen man zwei Becher Glühwein. Diese sechs Euro reichen aber auch, um die Gesundheitsvorsorge eines Kindes in Indien ein ganzes Jahr lang zu finanzieren. Glühwein trinken und Gutes tun – das lässt sich auf dem Karitativen Christkindlmarkt in Friedberg verbinden. Seit über 46 Jahren läutet er den Beginn der Adventszeit ein. Diesmal verteilen sich über 25 Gruppen aus den verschiedensten Bereichen der Stadt über die 20 Stände vor der St. Jakobskirche im Herzen Friedbergs.

Besondere Stimmung auf dem Karitativen Christkindlmarkt

Wer über den Markt läuft, merkt schnell die ganz besondere Stimmung, die sich dort breitmacht. Das findet auch Lars Wegmann von der Jungen Union, die gemeinsam mit der Frauen-Union frische Waffeln und Glühwein verkauft. „Es ist wunderschön, hier mit so vielen Leuten in Kontakt zu kommen, etwas Leckeres zu verkaufen und dabei Gutes zu tun. Auch die große Freundlichkeit unter den Menschen ist etwas ganz Besonderes, hier herrscht keine Hektik“, sagte er.

An Ständen rund um St. Jakob finden Besucher Weihnachtsgeschenke, Glühwein und leckeres Essen.
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Der karitative Christkindlmarkt in Friedberg beginnt
Bild: Christian Gall

Diese bunte Mischung scheint auch der Grund zu sein, warum es viele Menschen immer wieder auf den Christkindlmarkt zieht. „Ich finde es toll, dass Friedberg sich jedes Jahr die Zeit nimmt, hier Gutes zu tun. Daher unterstützen wir den Markt auch durch Bücherspenden“, erklärt Erich Durner aus Friedberg. Viele Menschen haben auch ihre ganz eigenen Traditionen. Susanne Kreß erzählt zum Beispiel: „Ich kaufe mir jedes Jahr Stricksocken hier auf dem Markt.“ Zwei Paar hat sie schon in der Tasche.

Karitativer Weihnachtsmarkt: Glühwein trinken und Gutes tun in Friedberg

Erlös vom Karitativen Markt in Friedberg wird gespendet

„Mir gefällt besonders, dass hier ganz konkret Dienst am Nächsten getan wird, und das über Friedbergs Stadtgrenzen hinaus“, erklärt Konstantin Oberlander, der im gemeinsamen Stand von Ministranten und Pfarrjugend Sankt Jakob arbeitet, während er einen selbst gebackenen Elisen-Lebkuchen über den Tresen reicht.

Bild: Christian Gall

Der gesamte Erlös fließt direkt in zwei gemeinnützige Projekte. Das eine sind die Kinderheime der Pallottiner in Indien. Pater Markus Hau ist als Missionssekretär dafür verantwortlich. Er beschreibt: „Zusammen mit der Sternsingeraktion finanziert der Karitative Christkindlmarkt unsere 18 Kinderheime, in denen 2000 Mädchen und Jungen leben.“ Das zweite Projekt stellt Martha Reißner vor. Ein Drittel des Gesamterlöses geht nach Ndanda in Tansania. Dieses Jahr soll davon ein Schulbus gekauft werden, damit die Kindergarten- und Vorschulkinder den gefährlichen Schulweg nicht mehr zu Fuß zurücklegen müssen.

Erstmals Islandpferde auf dem Karitativen Christkindlmarkt

Feierlich eröffnet wurde der Markt am Donnerstagabend von den Hauptorganisatoren Ulrike Sasse-Feile und Tom Treffler, die die vielen Besucher darum baten, ihr Geld für die genannten guten Zwecke auszugeben. Denn es komme Menschen zugute, die weit davon entfernt seien, mit solcher finanzieller Gelassenheit den Wochenausklang zu begehen. Der Chor der Theresia-Gerhardinger-Grundschule umrahmte die Eröffnung mit einigen Weihnachtsliedern.

Der Markt lebt auch von seinem Angebot. Dieses Jahr zum ersten Mal dabei ist Sebastian Frisch mit drei seiner Islandpferde, auf denen Kinder gegen eine kleine Spende eine Runde um den Markt drehen können. „Wir unterstützen diese gute Sache sehr gerne mit unseren Möglichkeiten“, sagt er. Das neue Angebot kommt bei den Kleinen sehr gut an, kaum standen die Pferde vor der Kirche, gab es schon viele Interessenten für den Rundritt.

Postkarten-Aktion der Friedberger Allgemeinen kommt gut an

Eine diesjährige Besonderheit verkauft Ulrike Sasse-Feile: die Postkarten mit zehn unterschiedlichen Motiven aus dem ganzen Stadtgebiet von der Fachoberschule über die Stadtmauer bis zur St.-Laurentius-Kirche in Rinnenthal. Die Fotografien wurden aus Einsendungen von Lesern der Friedberger Allgemeine ausgewählt. Regine Nägele vom Heimatverein Friedberg hat zu jedem einzelnen Motiv eine kurze Information zusammengestellt. Dass sich das Angebot auch etwas vom adventsmarkt unterscheidet, der nächste Woche beginnt, freut besonders Marie Selder und Selina Krauss. Die beiden Jugendlichen loben die Süßkartoffelpommes, die am gemeinsamen Stand der ÖDP, FDP und Parteifreien Bürger verkauft werden.

Seit Donnerstag ist der karitative Christkindlmarkt in Friedberg geöffnet
Video: Christian Gall

Beim letzten Glühwein, kurz vor Marktschluss erzählt Lars Wegmann noch, dass der Auftaktabend sehr gelungen sei. Nahezu die Hälfte des Vorrats hätten JU und Frauen-Union bereits verkauft. Sie werden also nachkaufen müssen, denn der 48. Karitative Christkindlmarkt hat noch am Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Am Samstag um 16.30 Uhr kommt der Nikolaus zu den Kindern.

Hier gibt es eine Übersichtskarte zu den Weihnachtsmärkten der Region

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