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Dasing

29.07.2018

Karl-May-Festspiele feiern Premiere von "Im Tal des Todes"

Matthias M. als Winnetou und Helmut Urban als Old Shatterhand reiten durch die Westerncity in Dasing.
Bild: Fred Schöllhorn (Archiv)

In Dasing finden die Süddeutschen Karl-May-Festspiele statt, dieses Mal mit dem Stück "Im Tal des Todes". Noch vor einem Jahr erst stand die Western City in Flammen.

Während der Sommerferien müssen Winnetou und Old Shatterhand wieder spannende Abenteuer in der Westerncity Dasing (Landkreis Aichach-Friedberg) bestehen. Nach dem Brand vor einem Jahr fand am Wochenende die Premiere des Stücks "Im Tal des Todes" statt.

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Comeback der Festspiele mit "ungebrochenem Enthusiasmus"

"Wir sind wieder da – froh und stolz!", sagte Geschäftsleiter Volker Waschk unter dem Beifall der zahlreichen Zuschauer, von denen viele schon seit Jahren immer wieder gern zu den süddeutschen Karl-May-Festspielen kommen. Die Freilichtbühne war unversehrt geblieben, als im Sommer 2017 ein Großbrand die Westernstadt und das Wohnhaus ihres Gründers Fred Rai eingeäschert hatte.

Karl-May-Festspiele feiern Premiere von "Im Tal des Todes"
30 Bilder
Dasinger Western-City liegt nach Brand in Schutt und Asche
Bild: Eva Weizenegger, Christina Reiner, Alexander Schmid

Mit vereinten Kräften schaffte es das Team, in Dasing wieder einen Gastronomie-, Show- und Spielbetrieb auf die Beine zu stellen. Diesen "ungebrochenen Enthusiasmus" würdigte Landrat Klaus Metzger bei der Premiere und bezeichnete die Spiele als Aushängeschild für das Wittelsbacher Land. "Nach einer solchen Katastrophe wieder weiterzumachen, das erfordert enormen Mut und Leidenschaft", sagte nach der Vorstellung Ralf Bausch. Der Autor aus dem Schwarzwald hat ein 300 Seiten starkes Buch veröffentlicht, in dem zahlreiche Karl-May-Darsteller zu Wort kommen, darunter auch Fred Rai. "Man meint, der singende Cowboy müsste jeden Moment um die Ecke kommen", so Bausch.

"Ohne den starken Teamgeist wäre kein Neuanfang möglich gewesen"

In seinem neuen Buch wird auch Peter Görlach porträtiert, der seit 13 Jahren für die Aufführungen verantwortlich ist als Autor, Darsteller, Regisseur, Stunt-Koordinator und unermüdlicher Motor für das 80-köpfige Team. Das besteht zum größten Teil aus ehrenamtlichen Mitspielern, die in der Freizeit ihre Liebe zum Wilden Westen ausleben so wie Michael Englert mit seinen Kindern. Er verkörpert den kauzigen Westmann Sam Hawkens und sagt "Wir sind in Dasing wie eine große Familie, in der man gerade in einer Krise besonders zusammenhält!"

"Ohne den starken Teamgeist wäre kein Neuanfang möglich gewesen", stellte der Regisseur nach dem Premierenabend sichtlich erleichtert fest. Dieser war in mehrfacher Hinsicht ein besonderer: Es war Görlachs 13. Inszenierung und in der Nacht der Mondfinsternis feierte Helmut Urban seinen 47. Geburtstag. Für den Old Shatterhand-Darsteller stimmte das Premierenpublikum samt Schlagersängerin Claudia Jung und Schirmherr Thomas Goppel ein Ständchen an – "ein wunderbares Geschenk", freute sich Urban.

Eisenbahnüberfall, Fackel-Zweikampf und ein Happy End

Er reitet heuer mit seinem Blutsbruder (als Winnetou edel wie immer: Matthias M.) bis zum 9. September jedes Wochenende dreimal durch das "Tal des Todes", in dem der schurkische Senator Walker (Sven Kramer) hinter einem Schatz her ist. Gegen die unbestechlichen, in ihren Werten unbeirrbaren Freunde sind der Ameisenmann und die Wespe, die aktuellen Helden im Action-Kino, ein alter Hut. Immerhin begeistert das von Karl May erfundene Duo die Leser und Zuschauer ganz ohne technische Tricks schon seit mehr als hundert Jahren.

 

Auch in Dasing tun die beiden wieder alles, was die Fans von ihnen erwarten: Zwei Stunden lang wird geritten, gekämpft und auch gelacht, sobald Lord Emery Eagle und sein Butler (Björn Trenner und Stefan Schwegler) die Arena betreten. Mit seinem Team hat Peter Görlach packende Szenen inszeniert: Es gibt einen Eisenbahnüberfall und einen Zweikampf mit brennenden Fackeln zu sehen, Isabella Kerschdorfer reitet mit ihrem Pferd durchs Feuer und Christian Winklmeier beeindruckt mit seinem Polizeidiensthund Randa, der wie der Blitz durch die Kulisse saust. Zum Happy End darf Volker Waschk in der Rolle des Martin Adler seine geliebte Amy (Alisa Ax) in die Arme schließen.

Zuschauer loben das Niveau der Aufführung

"Eine beindruckende Leistung auf beinahe professionellem Niveau!", lobte der stellvertretende Landrat Manfred Losinger die Premiere, "ich fühle mich in meine Kindheit  zurückversetzt." Auch andere Zuschauer äußerten sich anerkennend darüber , dass sich das Team der Westerncity nicht entmutigen ließ und das Lebenswerk ihres Gründers fortführt.

Spirituelle Weisheiten und magische Momente gibt es nicht nur im "Tal des Todes": Bei der letzten Vorstellung im vergangenen Jahr hatte Schamanen-Darsteller Reinhold Summer (heuer als Robert Wilkins zu sehen) der Maskenbildnerin Martina Türmer einen Antrag gemacht. Geheiratet wird kommendes Jahr im indianischen Stil – das hätte sich auch Karl May nicht besser ausdenken können.

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