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Kissing

23.02.2021

Katzenliebhaberin startet riesige Suchaktion nach Pepe

Sabine Wolff aus Kissing ist glücklich, dass sie ihren Kater Pepe wieder in den Armen halten kann.
Bild: Edigna Menhard

Plus Als ihr Kater Pepe verschwindet, setzt Sabine Wolff alle Hebel in Bewegung, um ihn wiederzufinden. Dabei fiebert halb Kissing mit.

Es war Liebe auf den ersten Blick, erzählt Sabine Wolff. Er habe ihr tief in die Augen geschaut und da war es um sie geschehen. Erblickt hat sie den damals circa sechs Monate alten Kater Pepe bei Traudl Fasching, die ehrenamtlich unter dem Namen „Katzenfreunde Kissing“ Samtpfoten aufnimmt und vermittelt. Dass der schwarze-weiße Stubentiger bei Sabine Wolff und ihrer Familie ein neues Zuhause fand, war damit sofort klar. Doch bald verschwand Pepe und daher startete Wolff eine großangelegte Suchaktion, bei der halb Kissing mit fieberte.

Seinen Bruder und Spielgefährten Charly nahm die Tierschützerin und Tierrechtsaktivistin bei der Vermittlerin ebenso mit, denn auch er eroberte gleich das Herz der Familie. In dem neuen Heim warteten noch zwei weitere Kater, Mikesch und Pino. Alle vertrugen sich, Pepe fühlte sich wohl, erwies sich als ein Kuschler, der sich gerne im Haus und der unmittelbaren Umgebung aufhielt. Bis zur Nacht vom 19. auf den 20. Januar, in der er verschwand. Ein Tag vor seinem Kastrationstermin.

Verschwundener Kater in Kissing: Viele Menschen nehmen Anteil

„Abends hat er noch daheim gefressen, doch am nächsten Tag kam er nicht mehr zum Frühstück. Da habe ich mir gleich Sorgen gemacht, weil er kein Streuner und viel zuhause ist“, erinnert sich Wolff. Als er mittags immer noch nicht erschien, hatte sie ein ganz schlechtes Gefühl und startete eine Suchaktion, die so intensiv war wie sie wohl die wenigsten Katzenbesitzer machen. Zuerst meldete sie ihn bei Tasso als vermisst. Dann postete sie Meldungen in den sozialen Medien. Viele Menschen nahmen Anteil und teilten die Nachricht – im Prinzip deutschlandweit.

„Ich hatte Geschichten gehört, dass Katzen in ein Auto gestiegen sind oder gestohlen wurden. Da wollte ich eine möglichst große Reichweite“, erklärt sie. Dazu druckte sie Flyer, die sie in der Gemeinde aufhängte. Später ließ sie die Aushänge sogar laminieren, damit sie bei dem Winterwetter nicht durchweichten: „Ich habe die Flyer in ganz Kissing aufgehängt – natürlich werde ich diese nun wieder entfernen“, berichtet sie. Zudem warf sie Wurfzettel in jeden Briefkästen im Radius von 500 Metern, um Leute zu erreichen, die in den sozialen Medien nicht aktiv sind. Auch eine Vermisstenanzeige habe sie deshalb in einer Zeitung geschaltet.

Tierschutzverein entdeckt Pepe in Lebendfalle

Sie probierte es auch mit anderen Tricks, legte etwa eine Geruchsspur mit gebrauchtem Streu sternförmig vom Haus weg. Auch eine Tierkommunikatorin half mit. „Meine große Angst war, dass Pepe in eine Notlage geraten ist, vielleicht versehentlich eingesperrt wurde“. Umso mehr freute sie sich, dass ihre Familie bei der Suche intensiv mithalf: „Meine Schwiegermutter kennt in Kissing sehr viele Menschen und hat diese wegen Pepe angesprochen.“ Nach ein paar Tagen erhält sie den Tipp, dass sie auch die Suchhundestaffel K-9 zur Hilfe holen kann. „Als mein Kater eineinhalb Wochen weg war, ist diese gekommen und hat mich unterstützt“, berichtet sie. Das Problem war allerdings, dass es in ihrer Wohngegend überall Gärten und Zäune gibt. Wo Katzen mühelos hinüberspringen oder hineinschlüpfen, kommen die Hunde nicht weiter. Die Suchhundestaffel konnte deshalb nur einen Bereich eingrenzen, in welche Richtung sich der Ausreißer bewegt hatte.

Nach Tagen voller Bangen kam dann exakt drei Wochen nach Pepes Verschwinden der erlösende Anruf von einer Tierärztin. Der Tierschutzverein Attis hatte in Mergenthau Lebendfallen aufgestellt, um wilde Katzen einzufangen und zu kastrieren. Dabei ging ihnen auch Pepe ins Netz. „Wir hatten ein riesiges Glück“, sagt Wolff. Sie eilte sofort zu ihrem Tier. „Er hat mich sofort erkannt und zum Schnurren angefangen und bis zum Abend nicht mehr damit aufgehört“, schmunzelt sie. Pepe ging es gut, er sei ein wenig dünner gewesen, sah aber nicht verwildert aus. „Er war heilfroh, wieder bei uns zu sein“, erzählt die Tierschützerin.

Warum Kater Pepe weggelaufen ist, bleibt ein Rätsel

Zuhause habe der Vierbeiner als erstes etwas gefressen, dann habe er sich ins Bett gelegt und ausgeschlafen. In der Katzenbande sei er auch schnell wieder integriert gewesen. Das freut Wolff, aber auch die Empathie vieler Kissinger und Menschen in den sozialen Medien: „Ich fand es extrem rührend und schön, dass ich von so vielen Unterstützung und Zuspruch bekommen habe. Einige haben richtig mitgefühlt und sich gefreut, als Pepe wieder zuhause war.“ Seitdem ist Wolff jedoch vorsichtiger geworden. Die Katzen dürfen nur mehr tagsüber raus. Der Kastrationstermin wurde so schnell wie möglich nachgeholt.

Ob Pepes Hormone ihn rund vier Kilometer weit weg von Zuhause getrieben haben, ob er erschreckt wurde oder ob er in ein Auto gesprungen ist – Wolff wird das nie herausfinden. Allerdings ist ihr wichtig, alle Katzenbesitzer darauf aufmerksam zu machen, wie notwendig es ist, Katzen zu kastrieren. Draußen herrsche ein harter Überlebenskampf. Unkastrierte Tiere zahlten für ihre angebliche Freiheit einen hohen Preis: mit ihrer Gesundheit und teilweise auch mit ihrem Leben. Ebenso sei es wichtig, die Tiere zu kennzeichnen. Mithilfe des Chips können vermisste und wiedergefundene Tiere wieder an ihre Besitzer zurückgegeben werden. Die Tierschützerin legt Menschen, die auf eine fremde oder verletzte Katze aufmerksam werden, auch ans Herz, diese zu melden, entweder bei Tierschutzvereinen wie Attis unter der Nummer 0821/451079 oder Traudl Fasching unter der Nummer 0176-29535624.

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