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20.06.2009

Kein Gymnasium - die Hauptschule sichern

Merching Es wird keinen dritten Bewerber um ein drittes Gymnasium im Landkreis geben. Die Gemeinde Merching will sich vielmehr ganz starkmachen für die eigene Hauptschule und deswegen auch auf Mering und Kissing zugehen. "Ein Gymnasium, das sind Schuhe, die sind ein paar Nummern zu groß für uns." Josef Kinader (FW) war es wichtig, nicht als "Traumtänzer" dazustehen. Bis auf ein Ratsmitglied schlossen sich dieser Meinung alle an und formulierten auch den Handlungsauftrag für Bürgermeister Martin Walch.

Länger dauerte es im Gremium, bis ganz verstanden wurde, was zweiter Bürgermeister Peter Tomaschko mit seinem vorformulierten Antrag (siehe "Im Wortlaut") eigentlich wollte. Der CSU-Kreistagsfraktionssprecher berichtete zuerst von einer jetzt vorliegenden mündlichen Zusage aus dem Kultusministerium, dass eine Erweiterung des Bildungsangebots in Aichach-Friedberg kommen werde. Die Frage sei momentan: Als was? Als reines Gymnasium oder als Kombischule? Über die Grenzen des Landkreises hinweg sei man derzeit in Gesprächen und auch nicht unfroh über den Druck, den die Stadt Augsburg derzeit macht. In Kürze werde es mehr Details zu berichten geben, so Tomaschko.

Andererseits sei es unübersehbar, dass in manchen Kommunen die Schülerzahlen an den Hauptschulen so stark zurückgehen, dass Klassenzimmer leer bleiben. "Wir haben in den letzten sechs Jahren 30 Millionen Euro in die Entwicklung unserer Schulen gesteckt." Der CSU-Kreisvorsitzende listete die Projekte einzeln auf. Geändert habe sich aber die bisherige Drittelung des Schülerstroms nach der 4. Klasse - kräftig zuungunsten der Hauptschule. "Das ist erschreckend, obwohl wir da im Landkreis mit den Übertrittsquoten noch Luft haben im Vergleich zu anderen Regionen."

Prompt musste sich Tomaschko Kritik von Anita Menge und Rudi Kopera (FDP/Parteifreie) anhören, dass das ja wohl mit von der Staatsregierung verschuldet sei. Sie forderte die Einrichtung einer Ganztagsklasse an Merchings Hauptschule. Ihre Basisidee, die Grundschulzeit um zwei Jahre zu verlängern, stieß aber auf wenig Resonanz. Tomaschko wehrte sich mit dem Hinweis, dass die Prognose der Schülerzahlen bis ins Jahr 2014 vorliege. "Wir werden freie Raumkapazitäten haben", blickte er voraus. Warum dann nicht der Landkreis steuernd eingreife, wollte Kopera wissen. Zuständig für die Hauptschulen seien die Kommunen. Tomaschko berichtete von einer Kooperation im nördlichen Landkreis, wo sich mehrere Gemeinden jetzt geeinigt haben, eine Basis-Hauptschule in Aindling zu formen und eine Realschule in Bergen.

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Bürgermeister Martin Walch berichtete, dass es an der Merchinger Bildungseinrichtung ab September noch 17 Klassen gebe, vielleicht aber auch 18, so viele wie bisher. "Und wir liegen in vielem noch über dem Idealzustand." Genaueres zu den Schülerzahlen werde es in der Sitzung des Hauptschulverbandes am kommenden Dienstag geben. "Über diesen Schulverband, den es jetzt schon viele Jahre gibt, bin ich wirklich froh", ergänzte Walch.

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