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Gemeinderat in Mering

15.06.2018

Keine Reis-Terrassen am Meringer Oberfeld

Das neue Baugebiet Oberfeld befindet sich in abschüssiger Hanglage. Das stellt die Bauherren vor Probleme.
Bild: Josef Stöhr

Das abschüssige Gelände in dem Neubaugebiet stellt Bauherren vor Probleme. Höhere Stützmauern lehnen die Ortspolitiker aber ab.

Sichtbar gefrustet verließen die künftigen Bewohner des Meringer Oberfelds den Sitzungssaal. Sie hätten sich in einigen Details Änderungen der Vorschriften in dem Neubaugebiet gewünscht. Der Gemeinderat lehnte jedoch alle entsprechenden Anträge ab.

Ein strittiger Punkt sind die Stützmauern. Diese dürfen nach dem Bebauungsplan höchstens 50 Zentimeter hoch sein. Zum Teil weisen die Baugrundstücke jedoch ein starkes Gefälle auf. Ein künftiger Bauherr spricht bei seiner Parzelle von einem Höhenunterschied von 1,80 Meter zwischen dem höchsten und dem tiefsten Punkt. Er beantragte, dass Stützmauern zulässig sind, die eine Angleichung an das jeweils höhere Geländeniveau darstellen. Im Fall des Antragstellers wäre dann eine Mauer von 1,80 Meter plus 90 Zentimeter Mauerkrone zulässig, also ein 2,70 Meter hohes Bauwerk, wie Sandra Mihatsch aus der Bauabteilung erläuterte.

„Wir wollen nicht wie in China oder Vietnam die Reis-Terrassen haben“, sagte Bürgermeister Hans-Dieter Kandler. Er verwies auf andere Viertel in Hanglage wie Unterfeld oder Lindengreppe, wo die Bewohner auch klar kamen. Nur wer den Anspruch habe, sein Grundstück zu einer planen Fläche aufzuschütten, brauche so massive Stützmauer. Viel Unterstützung erhielt Kandler aus seiner SPD-Fraktion.

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Kein Rederecht für die Bauherren in der Sitzung

Einen engagierten Fürsprecher hatten die Oberfeld-Bewohner dagegen in CSU-Sprecher Georg Resch. Er verwies darauf, dass die Stützmauern vor allem zum Altbestand hin benötigt werden, wo sie optisch nicht stark auffallen. Er beantragte, dass der anwesende Antragsteller sein Anliegen vortragen dürfe. Das lehnte der Gemeinderat mit 9:11 Stimmen ab. Den Folgeantrag auf Vertagung und Ortsbesichtigung mit dem Bauausschuss lehnte das Gremium ebenfalls ab mit 7:13 Stimmen. Florian Hendlmeier (Grüne) verwies darauf, dass alle Nachbarn zugestimmt haben. „Das tut uns doch nicht weh, wenn die das so haben wollen“, sagte er. Seine Fraktionssprecherin Petra von Thienen sprach sich jedoch grundsätzlich dagegen aus, jetzt schon mit Bebauungsplanänderungen anzufangen. Letzten Endes beschloss der Gemeinderat mit 14:6 Stimmen, die Änderung bezüglich der Stützmauern nicht durchzuführen – von Resch kommentiert mit dem Ausruf „Unverständnis, Unverständnis, Unverständnis!“.

Zur Debatte stand noch eine zweite Änderung. Diese betraf die Garagen. Wie berichtet, hat der Gemeinderat auf Grundstücken, die eigentlich für Doppelhäuser vorgesehen waren, auch Einfamilienhäusern zugelassen. Der Plan sieht jedoch noch immer die Garagen im Westen und Osten des Gebäudes vor. Für den Antragsteller hat dies zur Folge, dass er zu seiner Garage um das ganze Haus herumfahren müsste. Er hätte gerne die Garage am Ende der Zuwegung, so dass er gerade hinein fahren kann. Kandler wies darauf hin, dass der Nachbar seine Unterschrift für dieses Vorhaben verweigert hat. Wie sich heraus stellte, ist nur noch ein weiteres Anwesen in vergleichbarer Situation. Dort habe der Bauherr jedoch eine Lösung im Rahmen der Vorgaben gefunden. Resch plädierte für den Antragsteller. Dieser errichte einmal im Leben ein Haus, es sei verständlich, dass dann auch alles passen solle.

Kandler schlug vor, das Gebäude innerhalb der Baugrenzen nach Osten zu rutschen und die Garage im Westen davor zu bauen. Nach einigem Hin und Her entschied der Gemeinderat mit 14:6 Stimmen auch in diesem Punkt den Bebauungsplan nicht zu ändern.

lBaustellenzufahrt CSU-Rat Stefan Enzensberger meldete sich wegen der Baustellenzufahrt zu Wort. Die Gemeinde Mering hat für diese extra Grundstücke erworben, damit die schweren Baufahrzeuge nicht die Straßen in den bestehenden Wohngebieten ruinieren. Nun sei diese wegen der entstehenden Lärmschutzwand nicht mehr nutzbar. Enzensberger bat darum, dass die Hilfszufahrt wieder zugänglich gemacht werde. Kandler versprach, das Anliegen bei der Firma Dumberger vorzubringen.

lKreuzeckstraße Eine Erhöhung der Grundflächenzahl (GRZ) im Bereich des Bebauungsplans Kreuzeckstraße hat ein Anwohner beantragt. Er fordert im Bereich W1 eine Erhöhung der GRZ Ivon 0,3 auf 0,35 und bei der GRZ II eine zulässige Überschreitung von 90 Prozent (statt bisher 50 Prozent. Der Antragsteller beruft sich damit auf andere aktuelle Bebauungsplanverfahren des Marktes Mering. Weil aber kein konkreter Bauantrag und damit kein aktueller Anlass vorliegt, lehnte der Gemeinderat einstimmig ab.

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