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Wahl in Kissing

23.01.2019

Kissing: Aufstrebende Gemeinde sucht neuen Chef

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Bürgermeister Manfred Wolf hat seinen Schreibtisch geräumt. Aus gesundheitlichen Gründen hörte das Gemeindeoberhaupt Ende 2018 auf.
Bild: Philipp Schröders

Der Rückzug von Manfred Wolf setzt die Parteien in Kissing unter Druck. In Rekordzeit haben sie ihre Kandidaten nominiert. Wir stellen sie vor.

In Kissing gibt es junge Erwachsene, die sich nicht an eine Zeit ohne Bürgermeister Manfred Wolf erinnern können. 22 Jahre prägte der SPD-Politiker als Rathauschef die aufstrebende Gemeinde im Süden des Landkreises Aichach-Friedberg. Kissing hat viele neue Einwohner bekommen: Inzwischen leben dort rund 11000 Menschen. Aufgrund der Lage im Einzugsgebiet der Großstädte Augsburg und München ist Bauland in Kissing beliebt. Aber auch viele Unternehmen und Geschäfte haben in dieser Zeit in der Gemeinde Standorte eröffnet.

Wolf hat dazu viel beigetragen. Unermüdlich verhandelte er mit Investoren, Grundstückseigentümern und übergeordneten Behörden. Manche Kissinger sprechen sogar von einer Ära. Doch im Dezember endete diese abrupt. Der 63-Jährige kündigte an, aus gesundheitlichen Gründen bereits im Januar in den Ruhestand zu gehen. Schon zuvor stand fest, dass er bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr antreten wollte. Nun erfolgte sein Rückzug viel früher. Das überraschte die politischen Entscheidungsträger – auch die in Wolfs eigener Partei, der SPD. Jetzt sind die Kissinger bereits am Sonntag, 24. März, aufgerufen, einen neuen Bürgermeister zu wählen – während sich ansonsten in fast allen Orten der Region die Parteien auf die Kommunalwahl im Frühjahr 2020 eingestellt haben.

Die SPD wählte ihren Kandidaten hinter verschlossenen Türen

Die Parteien in Kissing haben in Rekordzeit ihre Kandidaten nominiert – schließlich müssen die Vorschläge bis 31. Januar eingereicht werden. Drei mögliche Nachfolger haben sich in Stellung gebracht. Dabei brauchte Wolfs eigener SPD-Ortsverein am längsten, um seinen Kandidaten zu küren. Anders als die anderen Parteien tat er das hinter verschlossenen Türen, was bei manchen für Stirnrunzeln sorgte.

Reinhard Gürtner ist als Kandidat der CSU für die Bürgermeisterwahl in Kissing nominiert worden.
Bild: Philipp Schröders

Den Anfang aber machte die CSU. Öffentlich hoben sie ihren Ortsvorsitzenden Reinhard Gürtner auf den Schild. Der 51-Jährige ist in Beilngries im Altmühltal geboren. Als CSU-Mitglied engagiert sich der Berufssoldat seit 15 Jahren. Er sitzt unter anderem im Kissinger Gemeinderat. Bei der Nominierungsversammlung sprach er sich für bezahlbare Bauplätze aus. „Kissinger, die am Ort bleiben möchten, sich ein Haus bauen möchten, sollen dies auch tun können.“ Zudem plädierte er für schnelles Internet in der Gemeinde. Unter den über 110 Besuchern waren 49 wahlberechtigte CSU-Mitglieder, die ihn einstimmig nominierten.

Katrin Müllegger-Steiger ist dritte Bürgermeisterin in Kissing

Auch öffentlich, aber im kleineren Kreis, schickten die Kissinger Grünen ein paar Tage später Katrin Müllegger-Steiger ins Rennen. Mit 100 Prozent aller zwölf abgegebenen Stimmen stellte sie der Ortsverband auf. Die 41-jährige Realschullehrerin ist im Süden des Landkreises aufgewachsen und lebt seit zwölf Jahren in Kissing. Seit 2010 ist sie im Gemeinderat vertreten und inzwischen auch dritte Bürgermeisterin. „Ich setze auf mehr Miteinander und eine größere Transparenz“, sagte sie bei ihrer Nominierung. Ein großes Thema soll die ökologische Politik in der Gemeinde werden, aber auch für den sozialen Wohnungsbau sprach sie sich aus.

Die Kissinger Grünen nominierte Katrin Müllegger-Steiger für die Bürgermeisterwahl am 24. März.
Bild: Eva Weizenegger

Die Kissinger SPD ließ als letzte Partei ihre Mitglieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit abstimmen. Die Begründung der Ortsvereinsführung: Zwei Mitglieder konnten sich vorstellen, zu kandidieren. Die stellvertretende Bürgermeisterin Silvia Rinderhagen und der Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat Ronald Kraus traten an. Am Ende stimmten die Kissinger Sozialdemokraten mit Mehrheit für den 55-Jährigen.

Ronald Kraus ist Vorsitzender des Hiasl-Fördervereins

Kraus ist Leiter des Eichamts München-Traunstein. Seine Biografie unterscheidet sich von der der anderen Kandidaten. In Leipzig geboren, flüchtete er als junger Mann kurz vor der Wende über Ungarn in die BRD. In Kissing lebt er inzwischen seit über 25 Jahren.

Die Kissinger SPD geht mit Ronald Kraus ins Rennen.
Bild: Philipp Schröders

Dort ist er auch als Vorsitzender des Hiasl-Fördervereins bekannt. Der will an Kissings berühmtesten Sohn, den historischen Räuberhauptmann Matthäus Klostermayr, erinnern. Kraus versprach, sich für bezahlbaren Wohnraum einzusetzen. Zudem wolle er den Ausbau des Nahverkehrs und Radwegenetzes sowie die Straßensanierung vorantreiben.

Lesen Sie dazu auch die Artikel: Bürgermeisterwahl: Die SPD schickt Ronald Kraus ins Rennen , Kissinger Grüne setzen auf Katrin Müllegger-Steiger und Wie Reinhard Gürtner in Kissing punkten will

Hier finden Sie einen Kommentar von Philipp Schröders: Der Wahlkampf in Kissing wird spannend

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