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Kissing

06.11.2019

Kissing: Paartalhallen-Pächter stellen den Betrieb ein

In einer ausgehängten Mitteilung schreiben die Pächter der Kissinger Paartalhalle, dass sie zum 1. Dezember aus dem Gebäude ausziehen wollen.
Bild: Christian Gall

Plus Die Kiss’n’Chill-Betreiber geben im Dezember die Zuständigkeit an die Gemeinde zurück. Die will sich bei der Suche nach einem neuen Mieter Zeit lassen.

Der Streit um die Paartalhalle könnte bald Geschichte sein. Wie ein Aushang am dortigen Bistro „Kiss’n’Chill“ ankündigt, stellen die Pächter ab sofort den Betrieb ein. Die Zuständigkeit wollen sie laut der Mitteilung ab dem 1. Dezember an die Gemeinde zurückgeben.

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Streit um die Kissinger Paartalhalle landete vor Gericht

Die Beziehung zwischen Kissing und den Pächtern, dem Unternehmen Genussboxx Limited aus Königsbrunn, verlief alles andere als harmonievoll. Nachdem die Firma den Betrieb im Januar 2018 übernommen hatte, dauerte es nur bis zum Mai, bis die Gemeinde ihr fristlos kündigte. Die Betreiber machten dennoch weiter. Der Streit landete vor dem Augsburger Landgericht und nach vier Verhandlungsterminen und einer weiteren Kündigung durch die Gemeinde Kissing im Juni 2019 entschied das Gericht, dass bereits die erste Kündigung wirksam war. Der Richter Florian Griebel argumentierte im September dieses Jahres, dass die Firma Genussboxx Limited keine Gaststättenkonzession besitzt. Außerdem haben die Betreiber dem Richter zufolge Pachtzahlungen nicht geleistet. In der Gemeinde hieß es dann abwarten, ob die Pächter Berufung einlegen. Wie das Landgericht Augsburg jetzt auf aktuelle Anfrage mitteilt, sei ihm nicht bekannt, dass die Betreiber diesen Schritt gegangen sind.

Lange Zeit hatte sich Heiko Gärtner, der im Impressum von Genussboxx Limited als Direktor geführt wird, gegen die Kündigung der Gemeinde gewehrt. Er sah die Geschichte ganz anders – die Halle sei ihm mit „gravierenden Mängeln“ übergeben worden. Daher habe er die Miete gemindert. Dieses Argument greifen die Pächter auch in ihrem Aushang am „Kiss’n’Chill“ auf. Zur Einstellung des Betriebs hätten sich Heiko Gärtner und seine Frau Iris Koy entschieden „aufgrund der anhaltenden und wiederkehrenden Probleme mit der Technik und weiteren Herausforderungen, die einen normalen Betrieb der Paartalhallen sehr schwer machten.“ Die Kündigung durch die Gemeinde wird in dem Aushang nicht aufgeführt. Auf Anfrage wollte Heiko Gärtner die aktuelle Entwicklung nicht kommentieren. Wie auch auf dem Aushang am „Kiss’n’Chill“ zu lesen ist, sagt er, dass sich die Betreiber in Kürze mit einer offiziellen Stellungnahme melden wollen.

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Kissing hat bereits Anfragen von mehreren möglichen Pächtern

Die Paartalhalle war auch bei der Bürgerversammlung in Kissing ein Thema. Bürgermeister Reinhard Gürtner hatte nach einer Frage aus dem Publikum auf den Aushang am Bistro hingewiesen. „Es ist ein Licht am Ende des Tunnels“, kommentierte er in der Versammlung. Die Gemeinde ist bereits am überlegen, wie es in Zukunft mit der Paartalhalle weitergehen soll. „Wir haben bereits Anfragen von mehreren möglichen Pächtern, sowohl aus der Region als auch von überregionaler Seite“, verrät er. Einen Schnellschuss wolle Gürtner bei der Paartalhalle jedoch nicht riskieren – die Gemeinde suche nach einer nachhaltigen Lösung: „Ich kann sicher sagen, dass nicht gleich am 2. Dezember ein neuer Pächter einzieht.“

Die Gemeinde will die Möglichkeiten der Nutzung ausloten. Wie der Bürgermeister sagt, könnten mögliche Pächter ihre Konzepte im Gemeinderat vorstellen, wenn das Gremium damit einverstanden ist. „Es könnte auch sein, dass man umbaut und umstrukturiert“, sagt Gürtner. Bis das Thema in den Gemeinderat kommt, könnte allerdings noch einige Zeit vergehen – dem Bürgermeister zufolge wird dies vor dem 1. Dezember voraussichtlich nicht der Fall sein. Auf der Bürgerversammlung war Gürtner noch ein gewisses Misstrauen über die jüngste Entwicklung anzuhören – er kommentierte den Aushang der Betreiber mit den Worten: „Ich glaube das erst, wenn wir das wirklich erreicht haben.“

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