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29.01.2018

Kissing will die Höfe ans schnelle Netz hängen

Mit Fördergeldern soll der Breitbandausbau in Kissing weiter vorangetrieben werden.
Bild: Peter Kneffel/dpa (Symbol)

Mit Fördergeldern soll der Breitbandausbau in den Außenbezirken vorangetrieben werden. Allerdings ist der Anschluss rund um den Ortskern längst noch nicht abgeschlossen.

Die Gemeinde Kissing treibt den Breitbandausbau in den Außenbezirken voran. Dazu sollen Fördergelder aus dem Höfeprogramm abgerufen werden. Damit unterstützt die bayrische Staatsregierung den Anschluss abgelegene Güter und Siedlungen.

In der vergangenen Sitzung stellte Ingenieur Roland Werb von dem Planungsbüro Corwese ein mögliches Konzept vor. In der Vergangenheit hat die Gemeinde bereits öffentliche Gelder genutzt, um in Alt-Kissing, am nördlichen Ortsrand von Neu-Kissing und im Gewerbegebiet den Ausbau des schnellen Internets zu fördern. Im Westen hat das vor allem der Anbieter Vodafone übernommen, während im Osten die Telekom aktiv ist.

In der vergangenen Sitzung stellte der Ingenieur Werb nun ein Konzept vor, wie die Gemeinde auch weiter vom Ortskern entfernt liegende Bereiche wie Gut Merghentau im Norden oder Ottomühl im Süden erreichen kann. Dazu sollen spezielle Glasfaserkabel direkt an die Grundstücke beziehungsweise bis in die Häuser verlegt werden. Werb erklärte, dass mindestens 80 Prozent der Anschlüsse nach diesem Verfahren gebaut werden müssten, um Fördergelder zu bekommen. Er empfahl aber sowieso in den Außenbezirken ganz auf die Technik zu setzen. „Das Ziel ist die Flächendeckung“, sagte Werb. Mit den Glasfaserdirektanschlüssen ließen sich Downloadraten von bis zu 2,5 Gigabit pro Sekunde erreichen. Das sei sogar weitaus schneller als innerorts, wo je nach Anbieter bis zu 100 Megabit pro Sekunde angeboten werden.

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Werb rechnete vor, dass der Anschluss der Außenbezirke etwa 1,044 Millionen Euro kosten würde. Die Gemeinde erhielte dabei aber eine Förderung von rund 812000 Euro. Folglich liege der Eigenanteil der Kommune bei rund 232000 Euro. Der Planer sagte, dass sich bei der Einholung der Angebote eine Preisdeckelung einbauen lasse. „Damit für sie kein Risiko entsteht, dass das ein Berliner Flughafen wird“, sagte Werb zu den Gemeinderäten. Wenn die Gemeinde in den kommenden Wochen den Beschluss fasse, sei es möglich, bereits Ende des Jahres den Auftrag zum Ausbau an einen Anbieter zu vergeben. Allerdings betrage die Bauzeit seiner Erfahrung nach zwei Jahre. Folglich wären die schnellen Anschlüsse erst Ende 2020 verfügbar.

Andreas Offner von der CSU merkte an, dass der Ausbau in der Lechstraße im Bereich des ersten Förderbereichs nur schleppend verlaufe. „Da ist noch der ganze Graben auf.“ Auf Anfrage bestätigte Bürgermeister Manfred Wolf, dass sowohl im Bereich von Vodafone als auch der Telekom noch längst nicht alle Haushalte angeschlossen seien.

Wie berichtet warten viele Anwohner im Gewerbering schon seit Ende 2016 auf das von Vodafone versprochene schnelle Internet. Auch hier waren die Fußgängerwege und Straßen lange Zeit aufgerissen. Inzwischen sind sie provisorisch asphaltiert worden. Wie Anwohnerin Doris Tesch sagt, wurden dabei aber von Vodafone keine Leitungen verlegt. In einer Nachricht des Unternehmens heißt es, dass die Arbeiten erst fortgeführt werden, wenn der Winter vorbei ist. Ab März oder April sollen die Anschlüsse dann verfügbar sein.

Bürgermeister Wolf sagte, dass er das Unternehmen mehrfach kontaktiert habe. Das Problem seien die fehlenden Kapazitäten im Tiefbau. „Bayernweit lassen jetzt alle Gemeinden wie wir ausbauen“, sagte der Bürgermeister. Vodafone arbeite in Kissing bereits mit dem fünften Subunternehmer zusammen. In der Sitzung fragte Gemeinderat Offner Ingenieur Werb, ob dieser auch die Ausführung überwache. Dieser antwortete, dass das nicht zu seinem Auftrag gehöre. Ihm sei das Problem mit der schleppenden Umsetzung bekannt. „Das ist bayernweit.“ In extremen Fällen habe er anderen Kunden bereits empfohlen, mit einem Anwalt zu drohen.

In Bezug auf den neuen Förderbereich zweifelte Reinhard Gürtner (CSU) den Nutzen einzelner Stellen an. Wolf schlug vor, im Bauausschuss zu beraten, welche Grundstücke endgültig aufgenommen werden sollen. Zudem beschloss der Gemeinderat in der nächsten Sitzung zu bestimmen, ob die Glasfaserkabel bis ans Grundstück oder in den Keller der Häuser gelegt werden.

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