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Kissing

05.08.2020

Kissinger Diakon feiert in turbulenter Zeit sein Jubiläum

Gerne hätte Diakon David Mühlendyck auch diese Sommerferien wieder zusammen mit Jugendlichen und Betreuern der Emmausgemeinde, Marina Schmidbaur (links) und Carolin Gai, in einem Zeltlager verbracht.
Bild: Sabine Theymann-Hauck

Plus David Mühlendyck ist seit zehn Jahren in der Kissinger Emmausgemeinde. Warum besonders die vergangenen Monate nicht einfach waren.

Gerne hätte David Mühlendyck in den Ferien wieder Zeit zusammen mit Jugendlichen der Emmausgemeinde in einem Zeltlager verbracht. Schweden oder Spanien, die im Wechsel angesteuerten Ziele der jährlichen Jugendfreizeiten, wären ein guter Ort zum Feiern gewesen. Denn der 37-Jährige konnte am 1. August ein kleines Jubiläum begehen. Seit zehn Jahren ist er Diakon in der evangelischen Kirchengemeinde in Kissing. Nun zieht er eine Bilanz.

Doch die vergangenen Monate haben so einiges an Änderungen mit sich gebracht. Die Corona-Pandemie machte die Durchführung des diesjährigen Ferienangebots zunichte und auch der Weggang von Pfarrer Steffen Schubert hat einiges in der Gemeinde durcheinandergewirbelt. Eine positive Bilanz seiner Tätigkeit zieht David Mühlendyck dennoch. „Es ist viel passiert und es gibt viel zu tun, aber ich bin sehr zufrieden damit“, sagt er. „Ich bin ein Mensch, der auch in einer Krise die Hoffnung nicht verliert und Möglichkeiten im Blick behält“.

Seit 2014 ist Mühlendyck ausschließlich in der Gemeinde Kissing tätig

Damals im Anschluss an seine Lehre als Fachinformatiker noch weitere fünf Jahre für eine Ausbildung zum Diakon und Erzieher bei der Rummelsberger Brüderschaft in der Nähe von Nürnberg investiert zu haben, hat er nie bereut. Seit 2014 ist der in der Nähe von Kaufbeuren aufgewachsene Mühlendyck ausschließlich in der Gemeinde in Kissing tätig. Neben der Gemeindearbeit war er mit einer 35-Prozent-Stelle zunächst noch als Erzieher in der kircheneigenen Kindertagesstätte Spielburg tätig. „Doch zusätzlich zu meiner Arbeit in der Kirchengemeinde noch an drei verschiedenen Tagen in drei verschiedenen Gruppen im Einsatz zu sein, das schaffte ich irgendwann nicht mehr“, sagt er.

Aktuell arbeitet Mühlendyck mit 80 Prozent für seine Gemeinde, die seit vergangenen Sommer sehr turbulente Monate durchstehen musste. Mit der kürzlichen Verabschiedung von Pfarrer Schubert ist die Zeit der besonderen Herausforderungen noch lange nicht beendet. Denn mindestens bis zum Jahresende bleibt die Pfarrerstelle in der evangelischen Kirchengemeinde noch vakant. Sie wurde im vergangenen Monat ausgeschrieben und die Neubesetzung ist zum Januar nächsten Jahres vorgesehen, berichtet der Diakon.

Es habe schon zwei Gespräche gegeben, aber ob sich etwas daraus entwickle, wisse er nicht. Es sei möglich, aber eher unwahrscheinlich, dass die Landeskirche eine frühere Besetzung vornehme. Noch einmal kommt Mühlendyck in diesem Zusammenhang auf Schubert zu sprechen. Vor dem offiziellen Abschied habe es am Vorabend noch ein Treffen mit ihm und dem gesamten Kirchenvorstand gegeben. Es sei eine kleine Versöhnungsfeier mit Aussprachen und Abendmahl gewesen, die für alle wichtig war, um mit einem unschönen Kapitel gut abschließen zu können.

Nach dem Abschied des Pfarrers übernahm ein Vakazteam die Geschäfte

Schnell wurde ein sogenanntes Vakanzteam gebildet. Dazu gehören neben dem Diakon auch Jürgen Pflügel als Vertrauensmann im Kirchenvorstand, Kirchenpflegerin und stellvertretende Vertrauensfrau Erdmute Wege, Pfarramtssekretärin Sabine Theymann-Hauck und Vertretungspfarrer Ulrich Funk.

Als Springerpfarrer des Dekanats habe dieser den Kirchenvorstand in der schwierigen Phase begleitet und unterstützt die Emmausgemeinde vorwiegend auf organisatorischer Ebene. Gottesdienste halten neben ihm und dem Diakon auch Manfred Brambach und Jürgen Pflügel als Lektoren. In der Kirche sei allerdings noch immer ziemlicher Stillstand, bedauert der Diakon.

In der Corona-Zeit bot Diakon Mühlendyck Andachten auf Youtube an

In der Zeit ohne Gottesdienste saß er oftmals mit seiner Webcam am Schreibtisch, um kleine Andachten für den Internetkanal Youtube aufzunehmen. „Ich wollte der Gemeinde das Signal schicken ‚Hei wir sind noch hier. Corona ist da, aber der Glaube nicht weg!’“ Eine Zeit lang wurden zwei Sonntagsgottesdienste angeboten, um 9.30 und um 10.45 Uhr, aber der spätere war zu wenig besucht und so wurde das Angebot wieder auf einen um 10 Uhr beschränkt. „Wir haben das aber im Blick und wenn notwendig stellen wir wieder um.“

Vor zehn Jahren nahm David Mühlendyck seine Arbeit als Diakon in Kissing auf.
Bild: Heike John (Archivfoto)

Schließlich sollen ab Herbst auch die neuen Konfis regelmäßig die Gottesdienste besuchen. Eine erfolgreiche Jugendarbeit liegt Mühlendyck besonders am Herzen. Zwei wichtige Bastionen hierbei seien die Freizeiten. An den beliebten Actionwochen im Sommer, die der Diakon mit seinem Stellenantritt vor zehn Jahren einführte, nehmen regelmäßig mehr als 50 Jugendliche teil.

Das nächste große Event in der Emmausgemeinde wird die Konfirmation sein, die vom Mai in den Herbst verschoben wurde. An zwei Tagen, dem 17. und 18. Oktober, werden 24 Konfirmanden konfirmiert. Damit trotz Corona die gesamte Familie und alle Angehörigen dabei sein können, wird es im Erlebachsaal der Paartalhalle drei Gottesdienste geben. „Da soll so richtig mit Band und Posaunenchor gefeiert werden und auch das GoSpecial Team ist eingebunden“, kündigt Mühlendyck an.

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