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Kissing

07.09.2019

"Kissinger Hotdogs" wollen, dass Hunde folgen - und machen Wege sauber

Werner Schlund aus Kissing, hier mit seinen Hunden Krümel (links) und Filou gründete die WhatsApp-Gruppe „Kissinger Hotdogs“, die das Verhältnis zu Radfahrern, Joggern und Familien mit Kindern verbessern möchte, Informationen austauscht und gemeinsame Aktivitäten durchführt.
Bild: Heike Scherer

Werner Schlund ist wichtig, dass keiner Angst vor den Hunden haben muss. Der Kissinger hat deshalb die "Hotdogs" gegründet. Sie sammelt Hundekot auf Wegen ein.

Auf einem Feldweg bei Kissing ist Werner Schlund mit seinen beiden Hunden Filou und Krümel unterwegs, als ihm eine Joggerin entgegenkommt. Sie ist etwas ängstlich drosselt das Tempo, weil sie schon schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht hatte. Doch diesmal ist es eine ganz andere Begegnung...

Als er die Tiere ruft, gehorchen sie aufs Wort und kehren zu ihm zurück. Ihm ist ein gutes Verhältnis von Hundebesitzern zu Joggern, Radlern und Kindern wichtig. Der 65-jährige pensionierte Lehrer gründete im Jahr 2016 die Gruppe „Kissinger Hotdogs“ und ist Administrator der mittlerweile 30 Mitglieder zählenden Whatsapp-Gruppe. Dazu zählen Hunde in allen Größen von Schäferhund bis Chihuahua.

Seinen ersten Hund hatte Werner Schlund im Alter von acht Jahren. Es war ein Pudel, eine Rasse, die damals sehr beliebt war. „Ich hatte keine Geschwister, deswegen waren die Hunde meine Freunde“, verrät er. Er führte sie spazieren, brachte ihnen Kunststücke bei, ließ sie Bälle apportieren und nutzte die Zeit in der Wohnung für Streichel- und Schmuseeinheiten.

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Schlund erinnert sich auch, dass der Schäferhund eines Nachbarn, der aufgrund seiner Arbeit nur wenig Zeit für das Tier hatte, sehr oft bei ihm war. „Auch die Familie meiner Frau hatte immer Hunde“, fügt er hinzu. Seine beiden jetzigen Hunde heißen Filou und Krümel.

In Kissing sind 600 Hunde gemeldet

Als er Filou, eine Mischung aus Eurasier und Schäferhund, aufgenommen und sich sein erstes Smartphone gekauft hatte, gründete Schlund die Gruppe „Kissinger Hotdogs“. Zu den anfangs vier Mitgliedern kamen immer wieder neue hinzu, denn in Kissing sind etwa 600 Hunde gemeldet, weiß er. Seit kurzem bietet er auch dem etwa zwei Jahre alten schwarzfarbenen Mischlingshund Krümel ein Zuhause. Der niedliche Vierbeiner stammt aus Bulgarien und wäre dort getötet worden, wenn ihn nicht Tierschützer gerettet und nach Deutschland gebracht hätten.

Ziel der „Kissinger Hotdogs“ ist es, wichtige Informationen für Hundebesitzer auszutauschen, etwa die Nachricht über die gefährlichen Blaualgen im Mandichosee. Außerdem gibt es Empfehlungen für Tierärzte oder Hundefriseure und Links zu Internetseiten. „Ich setze die Termine und den Treffpunkt für gemeinsame Spaziergänge und Spiele fest. Anfang August gibt es immer ein Hundefest“, gibt Werner Schlund Auskunft. Die Mitglieder sorgen für das Essen, er für die Getränke. Den Erlös spende er jedes Mal dem Tierschutz, unter anderem dem Kissinger Verein Franz von Assisi. Hin und wieder kämen durch Mundpropaganda auch Gäste aus Mering oder Friedberg zu den Treffen.

Aktion "Tod dem Hundekot" in Kissing

Zweimal im Jahr führen die „Kissinger Hotdogs“ die Aktion „Tod dem Hundekot“ durch. Mit Eimern und Tüten beseitigen sie die Wege in Kissing von dem Dreck, den andere hinterlassen und so alle Hundebesitzer in Misskredit bringen. „Unsere Mitglieder haben immer ihre Tüten dabei und lassen die Häufchen ihrer Tiere nie liegen“, weiß Schlund. Er möchte auch ein besseres, friedliches Miteinander von Hundebesitzern und Nichthundebesitzern erreichen. Manchmal lädt er speziell Mütter oder Familien mit Kindern zu einem Treffen ein, damit sie die Angst und Scheu vor Hunden verlieren. „Die Kinder dürfen die Hunde streicheln und ihnen Leckerlis geben. Wir zeigen ihnen, dass man nur von vorne an einen Hund herangehen darf und wie er abgerufen wird“, verrät der engagierte Hundeliebhaber.

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Bild: dpa/afp

Es ist mit Worten wie „Hier“ oder „Komm“ möglich, er selbst benutze gerne eine Pfeife. Der Hund müsse sofort hören und zu seinem Besitze Blickkontakt aufnehmen, informiert er. Das negative Bild in der Öffentlichkeit „Hunde beißen, scheißen und sind blöd“ sollte gegen ein positiveres eingetauscht werden. hofft er. Auch das Verhältnis zu Radfahrern, Joggern und Familien mit Kindern soll sich verbessern.

So kann man Mitglied der "Kissinger Hotdogs" werden

Wer sich den „Kissinger Hotdogs“ anschließen möchte, kann sich unter 0157/58791318 bei Werner Schlund gerne melden.

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