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Kissing

07.11.2017

Kissinger Kraftsportler sind eine starke Truppe

Heute können in Kissing 400 Mitglieder an modernsten Geräten etwas für ihre Fitness tun.
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Heute können in Kissing 400 Mitglieder an modernsten Geräten etwas für ihre Fitness tun.
Bild: Moritz Weiberg

Vor 30 Jahren begann das Training in einem Kellerraum. Heute gehört die Abteilung zu den großen im KSC

Ein junger Mann stemmt mit angestrengtem Gesichtsausdruck die Langhantel in die Luft, eine Frau quält sich auf dem Laufband, ein älterer Mann drückt die Gewichte mit einem Ächzen nach oben. Ein ganz normaler Nachmittag im Kraftraum des Kissinger SC in der Paartalhalle. Hier trainieren die Mitglieder der Abteilung Kraftsport, die heuer ihr 30-jähriges Bestehen feiert.

Die Abteilung wurde 1987 gegründet. Alles fing in einem Heizungsraum in der damals neu gebauten Paartalhalle an. Damals entstand die Idee, nach Vorbild von Fitnessstudios in Augsburg, auch in Kissing Möglichkeiten zu schaffen, um Kraftsport zu betreiben. Im Keller der Halle ging es mit dreißig Mitgliedern los. Heute ist die Abteilung mit knapp 320 Mitgliedern die drittgrößte des Kissinger Sportklubs. Der Abteilungsleiter Peter Wittka erinnert sich: „Damals bekamen wir eine Notausstattung an Hanteln von der Gemeinde.“

Wittka, der am ersten Tag nach der Eröffnung dem Verein beitrat, ist ihm bis heute treu geblieben. Seit dreißig Jahren ist er im Verein, seit 27 Jahren arbeitet er als Übungsleiter. Stolz erzählt er von der Entwicklung „seiner“ Kraftsportabteilung. Zu Beginn war die einzige Disziplin das Gewichtheben, später ging der Trend in Richtung Fitnesssport, weg vom bloßen Hantelstemmen.

1998 folgte der Umzug in den Neubau der Paartalhalle. Dort gebe es eine stetige Verbesserung der Ausrüstung, so Wittka: „Die alten Geräte haben wir durch neue ausgetauscht, und unsere Mitgliederzahl schoss in die Höhe.“ Zwischenzeitlich trainierten 400 Fitnessbegeisterte beim KSC. Inzwischen liegt die Zahl bei 328 Mitgliedern. „Wegen des begrenzten Platzes ist das eine gute Zahl.“ Aber Wittka ist sicher: „Wenn wir mehr Platz hätten, wären wir deutlich mehr Mitglieder.“ Das Interesse ist sehr hoch. Allerdings ist ein größerer Raum derzeit nicht verfügbar, die Gemeinde und der Verein sträuben sich momentan gegen einen Ausbau. Angeboten werden sechs Disziplinen. Dazu zählen Kraftsport, Ladyfitness oder auch Yoga. Die Seniorengruppe, die vormittags trainiert, nennt sich – mit einem Augenzwinkern – die „Angegrauten Panther“. Besonders macht die Abteilung die Bandbreite der Mitglieder. „Zu uns kann jeder kommen, ob jung oder alt, dick oder dünn, bei uns ist jeder willkommen“, meint Peter Wittka. Das älteste Mitglied wird dieses Jahr 87 Jahre alt, die jüngste ist gerade 13.

Die Abteilung mauserte sich in den letzten Jahren zu einer der größten des KSC, was steckt dahinter? Zum einen ist es die fachliche Betreuung. Es gibt sieben Übungsleiter, die auf ehrenamtlicher Basis arbeiten. „Dadurch garantieren wir eine kompetente Betreuung unserer Mitglieder“, so Wittka. Auch der Preis ist im Vergleich zu großen Fitnessstudios erschwinglich. Für acht Euro im Monat kann hier jeder trainieren. Das reize vor allem junge Leute und Menschen, die nicht jede Woche mehrmals trainieren wollen, damit sich der Mitgliedsbeitrag lohnt, erzählt Peter Wittka.

Doch der Hauptunterschied zu großen Trainingscentern ist das Gemeinschaftliche. „Jeder kennt hier jeden, es ist eine familiäre Atmosphäre.“ Die Abteilung unternimmt gemeinsame Ausflüge und Grillfeste. Jedes Jahr gibt es eine Weihnachtsfeier: „Früher saßen wir in kleiner Runde im Keller, heute kommen 100 Menschen zu unserer Feier. Das ist schon was anderes.“

Einer der ambitioniertesten Sportler der Abteilung ist Michael Schlund. Er trat mit 15 Jahren dem Kissinger SC bei: „Ich bin damals mit meinem Vater zum Verein gekommen und bin bis heute da.“ 2016 wurde er schwäbischer Meister im Kraftdreikampf. Er schätzt vor allem die Stimmung: „Ich habe auch schon in großen Studios trainiert. Dort ist alles sehr anonym. Das ist hier nicht so.“ Außerdem sei an Geräten alles hier, was er zum Trainieren brauche.

Was sich Wittka für die Zukunft wünscht? Da muss der Abteilungsleiter kurz überlegen. „Schön wäre es, wenn alles so bleibt, wie es im Moment ist.“ Dann huscht ihm ein Lächeln übers Gesicht. „Und vielleicht bekommen wir irgendwann doch noch einen größeren Raum.“

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