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Schule in Kissing

21.02.2019

Kissings Schulleiterin bezeichnet Pippi Langstrumpf als Vorbild

Annika Lauter ist die neue Rektorin der Kissinger Grundschule. Die Tür zu ihrem Zimmer ist immer offen und sie genießt es, wenn die Kinder reinkommen und nachfragen oder sie über etwas informieren.
Bild: Christine Hornischer

Annika Lauter ist die neue Rektorin der Grundschule in Kissing. Zu motivieren ist ihr wichtiger als etwas zu reglementieren. Welches Hobby sie mit ihren Schülern teilt.

Annika Lauter führt seit September die Geschicke der Kissinger Grundschule. Dabei sieht sie sich vor unverhoffte Herausforderungen gestellt. Denn wie berichtet, herrscht durch den starken Zuzug von Familien mit Kindern mittlerweile massive Raumnot an der Einrichtung. Das beste für Kinder und Kollegium aus dieser Situation zu machen, dabei hilft ihr ihr optimistisches Naturell, das bei jeder Begegnung auffällt.

Die Rektorin schöpft dabei aus ihrer eigenen sehr idyllischen Kindheit. Die Friedbergerin besitzt die schwedische und die deutsche Staatsbürgerschaft. „Meine Kindheit war wirklich wie eine Geschichte von Astrid Lindgren“, lacht die 51-Jährige, denn für sie ist „in der Natur und mit der Natur aufzuwachsen“ das Idealbild von Kindheit.

Kissings Schulleiterin fordert: "Denkt quer!"

Auch von Pippi Langstrumpf, dem Mädchen mit den roten Zöpfen, hält die Frau mit den blonden Locken viel: „Pippi ist anders. Sie ist unangepasst und fällt auf. Aber sie ist selbstbewusst und betont immer wieder ihre Besonderheiten und ihre Ansichten und ist genau darauf stolz.“ Vermeintliche Makel und Schwächen könnten zum genauen Gegenteil werden, wenn man nur die Sichtweise darauf ändere. „Was für eine wundervolle Eigenschaft, von der wir uns definitiv eine Scheibe abschneiden können. Denkt quer. Seid unbequem. Seid ihr selbst – mit allem, was dazu gehört“, sagt die 51-Jährige.

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Und genau so sieht Annika Lauter ihre Aufgabe: „Ich möchte die offene, freundliche und wertschätzende Atmosphäre an unserer Schule bewahren und weiter voranbringen.“ Es gehe darum, die Lehrer in ihrem Verständnis als „Lerntrainer“ zu begleiten, sodass die Schüler im Unterricht die Möglichkeit bekommen, fröhlich und lernneugierig Wissen für sich zu erschließen, zu erweitern, zu hinterfragen – und kreativ weiterzudenken.

Das schulische Leitbild der Grundschule Kissing von Kopf, Herz und Hand will die neue Direktorin weiterführen und intensivieren. Kopf steht ihrer Meinung nach dafür, „die kognitiven Fähigkeiten der Kinder zu fördern und ausbauen.“ Herz bedeute, die emotionale Komponente in den Mittelpunkt zu stellen. „Das ist das Wichtigste“, sagt sie. „Denn Begeisterung und Gefühl für eine Sache sind die Grundlage jeden Lernens und sichern Nachhaltigkeit und Respekt.“ Auch würden Werte wie Höflichkeit, Ehrlichkeit und Respekt vorgelebt und dadurch vermittelt.

Annika Lauter freut sich auf die Digitalisierung der Schule

Auch vor Technik schreckt Lauter nicht zurück. „Ich freue mich auf die Digitalisierung der Schule und die neue Hardware für die Klassenzimmer.“ So wird das Lehrerteam der Grundschule Kissing in der nächsten Zeit einen Schwerpunkt auf die Erweiterung der Medienkompetenz der Kinder setzen, um so dem medialen Zeitalter gerecht zu werden. Ihre bereite es Freude, die Potenziale der Kindern zu erkennen und zu sehen, wie man diese fördern und entwickeln könne. Ihr „eingespieltes Lehrerkollegium“ sei ihr dabei eine große Hilfe. „Alle arbeiten so souverän und engagiert und immer mit einem liebevollen Blick auf die anvertrauten Kinder“, schwärmt sie.

In ihrem Fokus stünden immer die positiven Erfolge. Und auch hier nimmt sie sich Pippi als Vorbild: „Einfach machen! Warum sollte man von einem negativen Ergebnis ausgehen? Und selbst wenn, wäre es wirklich so schlimm? Man darf experimentieren. Man darf scheitern.“

Lauter entdeckte ihr Liebe zu den Kindern schon ganz früh. „Als Kind spielte ich oft Lehrerin und brachte meinen Bruder und meine Schwester, aber auch die Nachbarskinder dazu, Schule zu spielen“, erinnert sich die Rektorin. So war es nur ein logischer Schritt für sie, ihren Traumberuf zu ergreifen. Es folgten das Studium und danach verschiedene Stationen, zuletzt vier Jahre lang als Konrektorin in Affing.

Kissings neue Schulleiterin: Achterbahnfahren ist ihr Hobby

Ausgleich zum Schulalltag findet die 51-Jährige mit ihren drei Kindern und bei ihrem Lieblingshobby: Achterbahnfahren. Kein Scherz, die Pädagogin besitzt sogar eine Jahreskarte für den Europapark. „So kann ich mit meinen Schülerinnen und Schülern sogar ein Hobby teilen“, freut sie sich.

Denn das liege ihr sehr am Herzen: Mit den Kindern auf einer Augenhöhe zu sein, ihnen mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen. „Alles ist möglich – man muss nur den Weg dazu finden.“ Und motivieren. „Das ist wichtiger als reglementieren. Man muss Kinder ermutigen“, sagt sie.

Termin Mit der Raumnot an der Schule befasst sich der Kissinger Gemeinderat am Dienstag, 26. Februar, ab 19.30 Uhr im Sitzungssaal der Mehrzweckhalle.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: Kissings Grundschule platzt aus allen Nähten

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