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Fußball-Nachlese

29.08.2017

Kitzler drückt auf die Euphoriebremse

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Wirkt trotz aller Erfolge eher beschwichtigend auf seine Mannschaft ein: Merings Trainer Gerhard Kitzler. Die Meringer stehen nach dem verdienten 2:0 gegen den FC Memmingen II mit an der Tabellenspitze der Landesliga, doch über Platz eins will der MSV-Coach nicht reden.
Bild: Fischer

Mering steht fast ganz oben, aber Platz eins ist für den Trainer kein Thema. Stätzling hat dagegen ganz andere Sorgen. Munteres Toreschießen in der Kreisklasse

Vollkommen unterschiedlich ist derzeit die Gemütslage bei den beiden Landesligisten SV Mering und FC Stätzling. Während der MSV in der Landesliga Südwest punktgleich mit Gilching an der Tabellenspitze thront, werden die Sorgenfalten beim FC Stätzling nach dem Abrutschen auf den drittletzten Platz doch etwas tiefer. Doch beide Trainer eint die Ruhe und Gelassenheit, mit der sie auf die jeweilige Situation reagieren.

Merings Coach Gerhard Kitzler war nach dem überzeugenden 2:0 gegen den FC Memmingen II mehr als nur angetan von seiner Truppe und voll des Lobes. „Es war beeindruckend, wie die Mannschaft sich präsentiert hat – vor allem, weil Stefan Wiedemann und Daniel Greimel passen mussten und Florian Stapfer nach der Pause auch noch ausfiel. das war vielleicht bisher unser bestes Saisonspiel“, erklärte der 61-Jährige. Es habe ihn schon sehr überrascht, wie sein Team mit dieser Situation umgegangen sei. Davon, dass der MSV nun ein Spitzenteam sei, davon will Kitzler aber noch nichts hören. „Natürlich ist es schön, dass wir da oben stehen – das haben wir uns auch verdient und wir werden versuchen, so lange es geht vorne dabei zu bleiben. Aber Platz eins ist kein Thema. Wir müssen geduldig bleiben und im Fußball kann es ganz schnell auch wieder ganz anders ausschauen“, meinte der Trainer. Kitzler lobte einen Mann ausdrücklich: seinen Co-Trainer und Teammanager Christian Cappek. „Der ist ein Glücksfall für den MSV, sportlich wie organisatorisch. Während ich das Team immer auf den Boden hole, gibt er der Truppe immer einen Kick nach vorn – das passt irgendwie“, sagte Kitzler.

Ruhig bleibt auch Alex Bartl, der Trainer des FC Stätzling – trotz des 0:2 im Derby gegen den TSV Aindling, trotz des Abrutschens auf Platz 15. Zwei Gegentore innerhalb von nicht einmal 120 Sekunden hatten den Stätzlingern im Derby das Genick gebrochen. „Der Doppelschlag hat das Spiel entschieden. Bis dahin war es meines Erachtens ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem man das Gefühl hatte, wer das erste Tor schießt, der gewinnt“, so der FCS-Coach. Stätzling hatte wieder zwei gute Chancen, ließ die aber ungenutzt, während die Aindlinger dann gnadenlos zuschlugen. „Das 0:1 war ein Standard, bei dem wir nach einer kurzen Ecke nicht schnell genug rausrücken und beim 0:2 verlieren wir den Ball im Mittelfeld“, analysierte Bartl. Die Leistung sei ansprechend gewesen, aber langsam müssten auch einmal Punkte rausspringen, ließ der Trainer weiter verlauten. „Wenn unsere Chancenverwertung nicht besser wird, dann werden wir Probleme bekommen“, so Bartl, der aber von einer Panikstimmung noch nichts wissen will.

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Von Panik weit entfernt ist der Kissinger SC, der in der Bezirksliga Süd weiter ungeschlagen ist und zudem eine Premiere feiern durfte. Das 1:0 bei Sonthofen II war der erste Sieg des KSC gegen die Allgäuer überhaupt. „Wir haben das Spiel von Anfang an dominiert und ich denke auch am Ende verdient gewonnen – auch wenn wir nach dem 1:0 unverständlicherweise etwas nachgelassen haben“, meinte KSC-Trainer David Bulik. Die vielen englischen Wochen zehren doch an den Kräften der Kissinger, die nun froh sind, dass die Urlauber peu á peu wieder zurückkehren – schließlich steht am Mittwoch, 30. August, mit dem Pokal bei Pfersee das nächste Wochentagspiel an. „Ich werde versuchen, wieder einige Umstellungen vorzunehmen, denn langsam lassen die Kräfte nach – und wir haben mit Kaufering und Haunstetten ja noch zwei Mittwochspiele ausstehen“, erklärte Bulik.

Beim BC Rinnenthal zieht sich seit der Vorbereitung eine Schwäche wie ein roter Faden durch: die Chancenverwertung. Auch gegen den SSV Alsmoos-Petersdorf wäre mehr drin gewesen, als nur das 2:2 – so jedenfalls die Ansicht von Trainer Vincent Aumiller. „Wir hatten vor allem in der ersten Halbzeit Chancen für zwei Spiele und bringen halt nichts rein“, erklärte er. Positiv sei jedoch, dass man nun das einzige noch ungeschlagene Team in der Kreisliga Ost ist. Der FC Stätzling II musste dagegen die zweite Niederlage hinnehmen – man verlor das Aufsteigerduell gegen Gerolsbach mit 0:2.

In den Kreisklassen war am Wochenende „munteres Toreschießen“ angesagt. 3:3 endete das Derby in der Kreisklasse Augsburg-Mitte zwischen Mering II und Ottmaring, gleich mit 5:3 setzte sich Kissing II beim Türk JKV durch. Mit dem gleichen Ergebnis gewann er TSV Friedberg in der Aichacher Gruppe beim Vorjahresvizemeister SC Mühlried. „Da haben wir es eigentlich unnötig spannend gemacht, wir haben das Spiel denke ich völlig verdient gewonnen und es hätte auch noch deutlicher ausfallen können“, meinte TSV-Abteilungsleiter Marcus Mendel. Am kommenden Spieltag ist dann auch wieder Trainer Damir Mackovic dabei, der zwei Spiele wegen seines Urlaubs gefehlt hatte. Pech hatte der TSV Dasing, der bei Affing II in der Nachspielzeit das entscheidende 3:4 kassierte und mit einigen Entscheidungen des Unparteiischen haderte. „Ich bin zum ersten Mal in 27 Trainerjahren des Feldes verwiesen worden – nur weil ich mir mit zwei Händen an den Kopf gefasst habe“, erzählte Dasings Trainer Jürgen Schmid. Der wollte aber keineswegs die Ursache für die Niederlage beim Schiedsrichter suchen, sondern bei seinem Team. „Wir haben 2:0 geführt, hatten weitere Chancen und waren auch noch 3:2 vorne – aus solchen Spielen kann eine junge Mannschaft aber einiges lernen“, so Schmid. Und beim SV Ried weiß man nun spätestens nach dem 2:4 gegen die bislang sieg- und punktlose DJK Gebenhofen, wie schwer diese Saison werden wird.

Erste Dämpfer in der A-Klasse Aichach mussten sowohl die Sportfreunde Friedberg (1:3 in Mauerbach) und die Sport-Freunde Bachern (2:4 gegen Tandern) hinnehmen. Dafür herrscht beim SV Wulfertshausen momentan eitel Sonnenschein, denn das Team von Trainer Bastian Schaller ist nach dem 4:2 im Spitzenspiel gegen Weilach punktgleich mit den Weilachern ganz vorne.

Unterschiedlich ist die Situation nach wie vor bei den beiden Aufsteigern BC Rinnenthal II und Ottmaring II. Während der BCR mit dem 3:1 gegen Hammerschmiede II seinen ersten Sieg einfuhr, kassierte der SVO mit dem 0:1 in Laimering seine vierte Niederlage im vierten Spiel.

Der SC Eurasburg unterstrich in der B-Klasse Südost seine Ambitionen in Sachen Meisterschaft und Aufstieg: Das 5:0 bei der TSG Hochzoll II war der vierte Sieg im vierten Saisonspiel.

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