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Aichach-Friedberg

27.07.2010

Klinik-Defizit sinkt und sinkt - Kreis investiert

Klinik-Defizit sinkt und sinkt - Kreis investiert
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Klinik-Defizit sinkt und sinkt - Kreis investiert

Für 2009 legt der Landkreis Aichach-Friedberg in Sachen Klinik-Defizit noch rund 660 000 Euro drauf. 2002 betrug das Minus noch fünf Millionen Euro. Von Christian Lichtenstern

Vor einem Jahr sprach der Landrat von einer "Sensation", als er den Jahresabschluss für die beiden Kliniken an der Paar vorstellte und das Minus unerwartet deutlich unter der Zwei-Millionen-Euro-Grenze lag. 2009 machten die Kliniken fast eine weitere Million gut - jetzt präsentierte

Christian Knauer

deshalb das "beste Ergebnis seit 25 Jahren". Er kündigte weitere Investitionen an: Das Haus in

Aichach

soll "ausgebaut, umgebaut, erweitert werden". Konkreter wurde er nicht, derzeit laufen Gespräche mit dem Sozialministerium. Mit einem Minus von rund 660 000 Euro ist das Defizit um rund 900 000 Euro gegenüber dem Vorjahr (2008: 1,56 Millionen Euro) gesunken. Zum Vergleich: 2002 waren es bei drei Krankenhäusern insgesamt noch über fünf Millionen Euro (siehe Grafik). Das Erfolgsrezept: Ein harter Schnitt (Schließung der Klinik in

Klinik-Defizit sinkt und sinkt - Kreis investiert
Mering

), hohe Investitionen (allein 45 Millionen Euro für den Ausbau in

Friedberg

) und eine deutliche Ausweitung des medizinischen Angebots.

Das erhöhte die Patientenzahl auf insgesamt 13 000. Zum Vergleich: 1983 wurden in damals noch vier Krankenhäusern (mit Aindling) 8900 Patienten behandelt. Geht es nach Knauer, dann würde er gern in zwölf Monaten über 2010 als das "Jahr mit dem besten Ergebnis in der Landkreisgeschichte" berichten. Die Chancen stehen gut, denn die Entwicklung der Patientenzahlen im ersten Halbjahr sind positiv. Geht es so weiter, steigert Aichach die Fallzahlen heuer um etwa zehn Prozent auf 5460.

Auch in Friedberg gehen dann die Fallzahlen auf voraussichtlich 8230 nach oben. Vor allem aber wird in Friedberg auch richtig Geld verdient: Rund 540 000 Euro und damit über 190 000 Euro mehr als im Vorjahr. In Aichach laufen dagegen noch Defizite auf - 2009: 1,2 Millionen Euro. Das sind aber über 550 000 Euro weniger als im Vorjahr. Landrat Knauer und Geschäftsführer Dr. Krzysztof Kazmierzcak erläuterten die positive Entwicklung, mit der "vor fünf oder sechs Jahren noch kein Mensch gerechnet hatte", so der Landrat.

Speziell über die Zukunft (besser gesagt das Ende) der Aichacher Klinik wurde damals wild spekuliert. Aktuell liegt dort die Belegung zwischen "85 und 100 Prozent" freute sich der Landrat. Laut Kazmierczak kommen die Klinken an der Paar trotz der Kostensteigerungen im Gesundheitswesen immer weiter aus dem Minus heraus, weil die Fallzahlen und damit die Auslastung kontinuierlich steigt. Die Unfallchirurgie sei eine Pflichtaufgabe, aber durch die teure Vorhaltung von Personal ein Minusgeschäft für kommunale Krankenhäuser. Geld werde mit den zusätzlichen medizinischen Angeboten verdient und der Erfolg hängt wiederum von der Kompetenz der Ärzte und dem Service in den Häusern ab. Durch medizinische Fortschritte und die geänderte Abrechnung der Kassen verringert sich die durchschnittliche Verweildauer in den Klinken enorm. Vor drei Jahrzehnten blieben Patienten im Schnitt 15 Tage im Krankenhaus, jetzt sind es 5,5 Tage. Kazmierczak geht davon aus, dass sich diese Zahl wieder auf zehn Tage zubewegt. Grund: Immer ältere Patienten und immer mehr Pflegeaufwand.

"Ausbaurendite" in Friedberg

Friedberg Den Gewinn in Friedberg bezeichnete Knauer als "Ausbaurendite." Geplant sind dort die Neuaufstellung der Unfallchirurgie, medizinische Geräte, ein Computertomograf (CT) und ein Ärztehaus.

Aichach Derzeit laufen Sondierungen über den Ausbau der Klinik in Aichach. Das Defizit lasse sich, wie in Friedberg, durch bauliche Verbesserungen und damit organisatorische Veränderungen verringern, ist Kazmierczak überzeugt. Von Christian Lichtenstern

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