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Ried

23.02.2020

Kommt Ried doch schneller zur Ortsumfahrung?

Schon seit Jahren leiden die Rieder unter dem stetig zunehmenden Verkehr auf der Ortsdurchfahrt. Nun hofft der Bürgermeister, dass die Dringlichkeit höher eingestuft werden könnte.
Bild: Nantje Bischoff

Plus Bürgermeister Erwin Gerstlacher will eine Neubewertung der Dringlichkeit erreichen. Dadurch könnte die Umgehung schneller vorankommen.

Seit Jahren hoffen die Rieder auf eine Ortsumgehung für die Staatsstraße 2052. Das Projekt wurde jedoch vom Staatlichen Bauamt bisher nur in der zweiten Dringlichkeitsstufe eingeordnet. Nun haben sich neue Entwicklungen ergeben und Bürgermeister Erwin Gerstlacher hofft auf eine Neubewertung, wie er in der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte.

Wie berichtet, hatte es im Juli dieses Jahres noch einmal eine Verkehrserhebung gegeben. Dabei wurden vor Ried 9600 Fahrzeuge gezählt, 2200 davon kamen von Kissing her. Das Staatliche Bauamt hat beide Umfahrungsmöglichkeiten –Variante Nord und Variante Süd – geprüft und den sogenannten „Prognose-Nullfall“ ermittelt, der das Verkehrsaufkommen für das Jahr 2030 prognostiziert. Eine Nordumfahrung ergäbe demnach eine größere Entlastungswirkung für Ried als die Süd-Variante. Für die beiden Orte Hörmannsberg und Ried wäre demnach mit rund 9000 Fahrzeugen weniger am Tag zu rechnen. Derzeit befinde sich die Südumfahrung Ried-Hörmannsberg im siebten Ausbauplan für die Staatsstraßen des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr in der Dringlichkeitsstufe 2, erläuterte der Bürgermeister. Gerstlacher will beim Ministerium nun einen Antrag auf Neubewertung der Dringlichkeit stellen. Durch die erstellte Prognose und die Prüfung der Nordvariante hätten sich neue Gesichtspunkte ergeben, die eine erneute Beratung im Ministerium ermöglichen.

Rieder Umgehung könnte täglich 9000 Autos weniger bedeuten

Zwischenzeitlich hätten auch Gespräche mit den Bürgermeistern der angrenzenden Gemeinden Mering, Kissing und Friedberg stattgefunden. Diese hätten grundsätzlich Verständnis für die geplante Vorgehensweise Rieds gezeigt. Die weiteren und detaillierten Planungen wollen sie abwarten, war in der Tischvorlage zu lesen.


Die Kosten für die Nordtrasse werden auf rund 15,9 Millionen Euro, für die Südtrasse auf 12,3 Millionen Euro geschätzt. Ingo Lanius von der Lebensqualität forderte aber dazu auf, „bei der Realität zu bleiben“. „Wir haben hier leider nicht das Paradies auf Erden“, sagte er.

Vier Gegenstimmen zum Thema Umfahrung

Gegen den Antrag auf Neubewertung sprachen sich Zweite Bürgermeisterin Brigitte Helfer, Josef Steber (beide von der CSU), Elisabeth Fischer von der Bürgergemeinschaft und deren Parteikollegin Kariene Eikelmann aus.

Helfer erklärt den Grund: „Mit der Nordtrasse wären sehr große Höhenunterschiede zu überwinden. Der Einschnitt in die Natur wäre riesig. Daher sieht sie eine südliche Trassenführung als sehr viel realistischer an.“ Die Nordvariante hätte eine Länge von 5,3 Kilometern und eine Verkehrsfläche von 42,4 Hektar (mit Böschungen und Ausgleich). Eikelmann ist nicht nur der Eingriff in die Natur ein Dorn im Auge, sondern sie ist auch davon überzeugt, dass sich die Zunahme der Verkehrsbelastung nicht durch die Schaffung neuer Straßen umkehren lässt. Dagegen möchte sie sich für ein landkreisweites Mobilitätskonzept einsetzen, das eine Mobilitätsgarantie für die Menschen im Landkreis, ob auf dem Dorf oder in der Stadt, zum Inhalt hat.


Anwohner wollen keine Erschließung der Birkhahnstraße in Hörmannsberg

Die Gemeinde Ried verzichtet darauf, in der Birkhahnstraße bis Ablauf der gesetzlichen Frist am 1. April 2021 eine beitragsfähige Erschließung durchzuführen. Das entschied der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Hintergrund ist eine Neuregelung im Erschließungsbeitragsrecht.

Diese besagt, dass künftig keine Abrechnung von Straßen mehr möglich ist, wenn mit der erstmaligen Herstellung der sogenannten unfertigen Altanlage vor mindestens 25 Jahren begonnen wurde. In der Gemeinde Ried ist dies nur mit der Birkhahnstraße in Hörmannsberg der Fall. Dazu fand eine stark besuchte Anliegerversammlung statt. Laut Bürgermeister waren sich alle darin einig, dass kein Ausbau der Straße erfolgen solle. Auch wurde erklärt, dass es mit dem aktuellen Straßenbauzustand keine Probleme gebe und die Anwohner, falls erforderlich, selbst kleine Ausbesserungsarbeiten vornehmen.

Diskussion um geteerte Verbindung zwischen Friedhof und Kreisstraße

Ein Antrag aus der Bürgerversammlung Eismannsberg sorgte für Diskussionen. Peter Bader hatte gefordert, den Verbindungsweg zwischen dem Friedhof und der Kreisstraße in Holzburg zu asphaltieren. Ein Vollausbau würde auf 110.000 Euro kommen, war in der Tischvorlage zu lesen. Eine Alternative wäre eine sogenannte wassergebundene Tragschicht oder wie beim Bau des Radweges von Hörmannsberg nach Kissing vorgesehen, eine Nano Technik. Hier sollten aber die Erfahrungswerte abgewartet werden, hieß es in der Diskussion. Josef Kölnsperger von den Freien Wählern wies darauf hin, dass man Erfahrungswerte bestimmt irgendwo abrufen könne. „Wie lange sollen wir denn noch warten?“ fragte er.

Der Gemeinderat beschloss, Erfahrungswerte einzuholen und eine Lösung für die Verbindungsstraße zeitnah umzusetzen.

Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen Fassung dieses Artikels hieß es, der Beschloss zur Nordumfahrung sei einstimmig gefallen. Diese falsche Darstellung ist nun korrigiert.

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