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Dasing

05.03.2020

Kommunalwahl: Die Gemeinde Dasing dreht ein großes Rad

In Dasing stehen in der kommenden Legislaturperiode einige Veränderungen an. Bald wird sich entscheiden, wer die Weichen für den weiteren Weg legen wird.
Bild: Anja Dondl

Plus Seit zweieinhalb Jahrzehnten ist das Rathaus fest in der Hand der Freien Wähler. Dasing profitiert von hohen Steuereinnahmen.

Im Landtagswahlkampf 2013 kam der Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger , nach Dasing und hielt im Bäckerwirt eine Rede. Das war weder Zufall, noch hatte sich der Politiker in der Adresse geirrt. Aiwanger lobte Dasing als Hochburg seiner Partei. Die Freien Wähler Dasing (FWD) stellen seit 1996 ununterbrochen den Bürgermeister – was für die sieggewohnte CSU nur schwer zu ertragen sein dürfte. Bald werden jedoch bei der Kommunalwahl auch in Dasing die Karten neu gemischt.

Das Gewerbegebiet Dasing-Nord ist nur einer der Orte, an denen sich Geschäftstreibende ansiedeln können. Dadurch sprudeln Einnahmen in die Gemeindekasse.
Bild: Anja Dondl

Man muss weit in die Vergangenheit blicken, um die Verhältnisse in Dasing zu verstehen. 1989 wurde die Wählerinitiative FWD gegründet. Vorher hatte es eine andere Wählergruppe gegeben, die sich wieder auflöste. Einige Bürger meinten jedoch, wie Mitgründer Lorenz Arnold einmal erzählte, eine unabhängige politische Kraft müsse es weiter geben. Zunächst hatten die FWD nur zwei Vertreter im Gemeinderat. Nach einer Wahlperiode gelang es jedoch, den amtierenden CSU-Bürgermeister Matthias Feiger durch Arnold abzulösen.

Dasing: Solange die Einnahmen fließen, kann investiert werden

In der Gemeinde wird ein recht großes Rad gedreht. Das hat sie ihrer Lage an der Autobahn zu verdanken. Das bedeutet hohe Gewerbesteuereinnahmen, auch durch das Gewerbegebiet „Acht300“, das gemeinsam mit der Stadt Aichach an der B300 betrieben wird. Noch besser steht Dasing bei der Einkommensteuer da, weil viele wegen der Nähe zu München , vielleicht auch zu Augsburg , gern hierher ziehen. Einst hat sich Dasing mit dem Bau der Freizeitanlage hoch verschuldet, aber solange die Einnahmen fließen, kann trotzdem kräftig investiert werden; in den vergangenen Jahren konnten sogar Schulden abgebaut werden. Ironie der Geschichte: Der Gemeinderat plant gerade die millionenschwere Erweiterung des Gemeindehofs, dessen Kauf mit zur Abwahl des seinerzeitigen CSU-Rathauschefs Feiger beigetragen hatte.

Die Verwaltungsgemeinschaft der Gemeinde Dasing steuert die Belange tausender Menschen.
Bild: Anja Dondl

Die FWD haben nicht die Mehrheit im Rat, sondern waren stets etwa gleich stark wie die CSU. Aber es gibt in Dasing eine dritte Kraft, die Aktiven Bürger, eine weitere, noch nicht so lange bestehende Wählervereinigung, die erklärtermaßen eine absolute Mehrheit einer der beiden Blöcke verhindern möchte und das bisher recht gut geschafft hat. Bei der Bürgermeisterwahl und vielen wichtigen Entscheidungen hat sie die FWD und nicht die CSU gestützt.

Kommunalwahl: In Dasing wittert die CSU Morgenluft

Doch jetzt könnte sich alles ändern. Bürgermeister Erich Nagl , der 2002 auf Arnold folgte, hat bei einer Bürgerversammlung vor gut einem Jahr überraschend bekannt gegeben, dass er aus Altersgründen nicht wieder antreten wird. Andernfalls wäre seine Wiederwahl wahrscheinlich gewesen. Nun wittert die CSU Morgenluft.

Vor einigen Jahren hatte sie noch auf Fundamentalopposition gesetzt, den Haushalt mit Hinweis auf die hohen Schulden abgelehnt und den neuen Flächennutzungsplan zu blockieren versucht. Inzwischen ist Ruhe im Rat eingekehrt. Die CSU kann nun aber einen Kandidaten präsentieren, den man schon kennt: Landschaftsbauer Markus Waschka (44), den langjährigen Dasinger Ortsvorsitzenden, der allerdings erst seit einer Periode als Dritter Bürgermeister im Gemeinderat sitzt. Er will mit seiner guten Vernetzung in der Partei punkten. Außerdem hat die CSU den Aktiven Bürgern kürzlich zwei Räte abgeworben und sich so verstärkt.

Bei den FWD scheint dagegen die Suche nach einem Kandidaten nicht einfach gewesen zu sein. Statt wie angekündigt nach den Sommerferien wurde er erst im November präsentiert: Andreas Wiesner (44), seit 2008 Gemeinderat und Finanzfachmann. Er musste sich intern gegen Susanne Kanzler durchsetzen.

Dasing kann auf eine gute Infrastruktur zurückgreifen. B300 und A8 treffen beim Gewerbegebiet Dasing-Nord aufeinander.
Bild: Anja Dondl

Vielleicht wird aber doch wieder alles von den Aktiven Bürgern abhängen. Die Seele der Gruppe ist die langjährige Kreis- und Gemeinderätin Anne Glas , die auch als Zweite Bürgermeisterin amtiert, aber den Eindruck erweckt, sich allmählich zurückziehen zu wollen. Auch die Aktiven Bürger haben eine Bürgermeisterkandidatin, Mareike Hartung (29), die allerdings Dasinger Neubürgerin ist und nur wenig kommunalpolitische Erfahrung vorweisen kann.

Lesen Sie unsere "Sieben Fragen" an die Kandidaten:

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