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Gesundheit

30.11.2012

Krebsvorsorge zahlt sich aus

Mitarbeiter des Darmzentrums Friedberg-Augsburg ziehen Bilanz: In zehn Jahren wurden deutschlandweit 100000 Erkrankungen verhindert

Friedberg Seit 2002 haben Krankenversicherte Anspruch auf ein Darmkrebs-Vorsorgeprogramm: Vom 50. Lebensjahr an wird einmal jährlich ein Stuhltest auf verstecktes Blut und ab dem 55. Lebensjahr einmalig eine Darmspiegelung (mit einer Wiederholung nach zehn Jahren bei unauffälligem Befund) bezahlt. Für Dr. Albert Bauer, Chefarzt der Inneren Medizin am Krankenhaus Friedberg, war nun der Zeitpunkt, nach zehn Jahren eine Zwischenbilanz zu ziehen. Zu einer Fortbildungsveranstaltung für Ärzte und Pflegekräfte hatte er unter dem Titel „Wirksamkeit und Risiken der Vorsorgekoloskopie“ Prof. Leopold Ludwig, einen niedergelassenen Gastroenterologen (Magen-Darm-Spezialist) aus Dornstadt bei Ulm eingeladen.

In den vergangenen zehn Jahren wurden laut Ludwig fast fünf Millionen Darmspiegelungen in Deutschland durchgeführt. Weltweit einmalig sei die der deutschen Mentalität entsprechende gründliche Auswertung der Untersuchungen, sodass eine fundierte Aussage zur Wirksamkeit und auch zu den möglichen Risiken der Maßnahme möglich sei. Aus diesen Auswertungen ergebe sich, dass seit Einführung der Vorsorgemaßnahme bereits etwa 100000 Darmkrebsfälle verhindert werden konnten.

Viel persönliches Leid kann vermieden werden

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Die Darmspiegelung biete neben der Krebsfrüherkennung nämlich zusätzlich die Möglichkeit, durch Entfernung von Vorstufen des Darmkrebses, sogenannten Polypen, schon die Entstehung der Krankheit zu verhindern. „Jeder Euro, der hier investiert wird, zahlt sich fünffach aus, da spätere Kosten für Behandlung und krankheitsbedingte Arbeitsausfälle gespart werden können. Zusätzlich kann natürlich viel persönliches Leid vermieden werden“, so Ludwig. Leider nähmen nur etwa zwei Prozent der Anspruchsberechtigten pro Jahr die Koloskopie wahr, am ehesten wohl wegen der im Vorfeld nötigen, unangenehmen Darmreinigung oder aus Schamgefühl.

Die anwesenden Ärzte des Darmzentrums waren sich in der abschließenden Diskussion einig, dass weiter alle Anstrengungen unternommen werden müssen, die Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge zu steigern, da es sich um eine komplikationsarme und unter Umständen lebensrettende Untersuchung handelt.Das Friedberger Krankenhaus ist seit 2009 nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft als Darmzentrum Friedberg-Augsburg zertifiziert. Koordinator ist Albert Bauer. (FA)

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