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Verkehr

25.03.2020

Kreisel am Friedberger Bahnhof ist ab Montag dicht

Der Friedberger Bahnhof wird trockengelegt. Weil bei Starkregen immer wieder Oberflächenwasser in das Gebäude fließt, lässt die Stadt jetzt die Straßenentwässerung umbauen.
Bild: Ute Krogull

Plus Nach jahrelangem Rechtsstreit will Friedberg jetzt die Straßenentwässerung verbessern. Kläger Christian Gumpp spricht von einer „italienischen Reparatur“.

Mit Verkehrsbehinderungen im Bereich des Bahnhofs müssen die Friedberger von der kommenden Woche an rechnen. Am Montag, 30. März, beginnt der Umbau der Straßenentwässerung, die zu einem Rechtsstreit zwischen der Stadt Friedberg und dem Eigentümer des Bahnhofs, Christian Gumpp, geführt hatte. Bei starkem Regen kann der Kanal das Oberflächenwasser nicht aufnehmen, das darum in das Gebäude eindringt.

Gumpp, der den Bahnhof im Jahr 2012 gekauft hatte, klagte nach erfolglosen Gesprächen mit der Stadt. Ein gerichtlich bestellter Gutachter bestätigte laut Gumpp die mangelhafte Ausführung der Entwässerung. Nun soll der Bauhof vom kommenden Montag an ein Konzept umsetzen, das mit einem Fachbüro erarbeitet wurde.

Stadt Friedberg: Vorgehen ist abgesprochen

Es umfasst nach Angaben des städtischen Pressesprechers Frank Büschel die Herstellung eines Regenwasserkanals, den Austausch vorhandener und den Einbau zusätzlicher Straßeneinläufe. „Ziel der Maßnahme ist eine verbesserte Ableitung des Niederschlagswassers durch den Umschluss der Straßeneinläufe vom bestehenden Mischwasserkanal auf den neuen Regenwasserkanal und die Ableitung im Bereich des P+R-Platzes“, so Büschel. Dieses Vorgehen sei mit Gumpp abgesprochen. Die Kosten werden mit rund 40.000 Euro veranschlagt.

Kreisel am Friedberger Bahnhof ist ab Montag dicht

Der Eigentümer des Bahnhofs bezeichnet das Konzept indes als „italienische Reparatur“, die nicht dem entspreche, was der Gutachter als Lösungsansatz hatte. Zumal sich seit dem von Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) eigenmächtig veranlassten Ausbau der Bahnhofstraße noch mehr Oberflächenwasser auf der Fahrbahn sammle.

Regen schwemmt Sand und Kies bis in den Friedberger Bahnhof

Bei einem Starkregen kurz nach Fertigstellung der Bahnhofstraße seien Sand und Kies bis in den Bahnhof geschwemmt worden. Die Stadt räumte den Zwischenfall auf Nachfrage grundsätzlich ein. Inzwischen seien die Schächte in der Bahnhofstraße durch größere Abläufe ersetzt, zwei zusätzliche Abläufe eingebaut und alle Leitungen zum Hauptkanal vergrößert worden.

Bedenken hat Gumpp auch, weil das Wasser vom P+R-Platz zur Ach hin abfließt – samt Ölresten, Bremsstaub und Gummiabrieb, die sich auf der Oberfläche des Parkplatzes sammeln. „Als Naturfreund bin ich darüber nicht glücklich“, stellt Gumpp klar. Allerdings wurde dieses Verfahren von den zuständigen Behörden so genehmigt.

Die Klage gegen die Stadt Friedberg ruht derzeit

„Aber zunächst einmal bin ich dankbar, dass überhaupt etwas getan wird“, sagt Christian Gumpp, der den Schaden am Bahnhofsgebäude auf mehrere 100.000 Euro beziffert. Wenn diese Notlösung einigermaßen funktioniere, sei es ihm recht. Andernfalls ist der Immobilienunternehmer bereit, das derzeit ruhende Klageverfahren wieder aufzunehmen.

Neben dem Streit vor dem Verwaltungsgericht läuft auch noch eine zivilrechtliche Auseinandersetzung um Schadensersatzansprüche gegen die Stadt. Gumpp hat nach eigenen Angaben einen „deutlich fünfstelligen Betrag“ für die Gutachten und den Prozess vorgeschossen und will dieses Geld von der Stadt zurückerhalten. „Der Bahnhof soll ein schönes Gebäude mit einer schönen Nutzung sein“, unterstreicht er seinen Wunsch, das Verfahren doch noch zu einem guten Abschluss zu bringen.

So läuft der Verkehr ab Montag in Friedberg

  • Von Montag, 30. März, an wird der Kreisverkehr am Bahnhof wegen Umbauarbeiten der Straßenentwässerung durch den städtischen Baubetriebshof für den Pkw-Verkehr komplett gesperrt. Die Sperrung wird voraussichtlich bis 17. April andauern.
  • Der Bahnhof kann in dieser Zeit vom Individualverkehr nur über den Steirer Berg von Westen kommend bis zum P+R-Parkplatz angefahren werden. Dort stehen wegen der Baustelleneinrichtung nur eingeschränkt Parkplätze zur Verfügung. Der kleinere Parkplatz östlich des Bahnhofs ist in dieser Zeit komplett gesperrt.
  • Die Zu- und Abfahrt aus der Haag-, Gabelsberger- und Jahnstraße in und aus der östlichen Bahnhofstraße bleiben möglich. Der dritte Zufahrtsast des Kreisverkehrs ist ab der Einmündung Bauernbräu-/Bahnhofstraße gesperrt. Die Umleitungsstrecken werden beschildert.
  • Einzig für den ÖPNV wird eine Behelfsspur durch den Kreisverkehr aufrechterhalten. Die Fahrten der AVV-Regionalbuslinien 200 und 201 mit Ziel Friedberg-West P+R werden über den Steirer Berg umgeleitet und können somit die Haltestelle Marienplatz nicht anfahren. Fußgängerwege zum und vom Bahnhof werden eingerichtet. Aktuelle Fahrplanauskünfte finden die Fahrgäste im Internet unter www.avv-augsburg.de.

Lesen Sie dazu auch den Beitrag: Der Bahnhof ist saniert – und was passiert jetzt?

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