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22.06.2009

Kreisräte fordern Gesamtkonzept für Schulen

Aichach-Friedberg (gth) - In die Diskussion um die Schullandschaft im Landkreis Aichach-Friedberg schalten sich nun auch die übrigen Parteien ein. Nach dem Vorstoß der Unabhängigen, die eine grundlegende Neuordnung forderten, will die Landtagsabgeordnete und Kreisrätin Brigitte Meyer (FDP) einen Bildungsgipfel mit Vertretern aller Schularten einberufen. Kreisrat Michael Bettinger schlägt vor, alle Planungen zu stoppen, bis Klarheit über ein neues Gesamtkonzept besteht.

Meyer begrüßt die derzeitige Diskussion, auch wenn sie in einigen Punkten anderer Auffassung ist als die Unabhängigen. Sie macht sich für ein drittes Gymnasium im südlichen Landkreis stark. Auch dürfe man, aus Sicht der Kreisrätin, nicht nur auf dezentrale Realschulen setzen. Es sei wichtig auch über andere Modelle wie Kooperationsschulen, Ganztagsschulen oder Schulen mit besonderen Schwerpunkten (etwa Musik) nachzudenken. "Das Kooperationsmodell ist ein erster Schritt, die verkrusteten Strukturen des bayerischen Schulsystems aufzubrechen. Neben den bestehenden Haupt- und Realschulen ist dies eine neue Schulform, die wohnortnahe Lösungen für alle Schulabschlüsse eröffnet", so Meyer. Sie hält auch mehr Ganztagsschulen im Landkreis für notwendig. Ziel müsse sein, möglichst viele Schülerinnen und Schüler wohnortnah zu höheren Abschlüssen zu bringen.

Daher fordert die FDP im Kreistag seit Längerem einen "Bildungsgipfel" im Landkreis. Am runden Tisch soll dann offen über die derzeitige Schulsituation im gesamten Landkreis diskutiert und gemeinsame Lösungen gefunden werden. Meyer setzt auf die Mitbestimmung der Schulleiter und der Kommunen. Es sei Aufgabe es Landrates, als Leiter des staatlichen Schulamtes Aichach-Friedberg, endlich das Heft in die Hand zu nehmen und einen derartigen runden Tisch einzuberufen.

Gesamtkonzept vermisst

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Auch ÖDP-Kreisrat Michael Bettinger vermisst ein Gesamtkonzept. Der Meringer verweist darauf, dass sein Antrag, einen eigenen Schulausschuss einzurichten, vom Kreistag abgelehnt worden sei. Auch die Unabhängigen hätten dagegen gestimmt. Statt dessen würden in der augenblicklichen Situation im Bauausschuss bauliche Vorgaben ohne ein mittelfristig tragfähiges Schulkonzept beschlossen.

Das dritte Landkreisgymnasium hält Bettinger unabhängig von der Raumsituation in Mering und Merching an Haupt- und Realschulen für nötig: Zum einen sei die Entwicklung der Schülerzahlen an den Gymnasien seit der Erstellung der Bedarfsstudie vor 18 Monaten überholt. Im ganzen Land zeige sich ein enormer Anstieg der Übertrittszahlen speziell an die Gymnasien, die den Rückgang der Schülerzahlen nach 2012 mehr als aufheben wird. Zum anderen werden mit einem deutlich höheren Ausbildungsanteil an den weiterführenden Schulen (Realschule, FOS/BOS, Gymnasium) die Ausbildungszeiten der Schüler im Allgemeinen länger und damit der Bedarf an Klassenräumen größer. "Um den Bau zusätzlicher Raumkapazitäten wird der Kreis sich also nicht herummogeln können", so Bettinger.

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