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10.06.2009

Kreuze, die den Ort verschönern

Mering Vögel sind pragmatisch: Als Nistplatz suchen sie sich schon mal die Christusfigur an einem Feldkreuz aus, schlüpfen in die Löcher, die durch Wind und Wetter entstanden sind, und füllen den hohlen Corpus mit Nistmaterial auf, bevor sie sich doch wieder woanders niederlassen. Weil Vögel in der Tat woanders nisten können, Feldkreuze aber als Teil der Heimat- und Ortsgeschichte zu schade sind, als dass man sie verkommen lässt, eben darum taten sich 2007 die "Feldkreuzfreunde Mering" zusammen. Schon im vergangenen Jahr haben sie vier Wegkreuze renoviert. Am kommenden Sonntag (14. Juni) nun werden weitere vier erneuerte Kreuze gesegnet und interessierten Meringern vorgestellt.

Zwölf Wegkreuze stehen auf dem Grund der Marktgemeinde Mering. Hinzu kommt noch manch eines bei privaten Anwesen. Feldkreuze, auch Wegkreuze oder Flurkreuze genannt, werden seit Jahrhunderten als Zeichen des Glaubens aufgestellt, besonders in den katholischen Landstrichen. Die Kreuze sollten die Vorbeigehenden zu einem kurzen Gebet einladen, sie dienten der Orientierung, etwa wenn sie gut sichtbar auf Anhöhen aufgestellt wurden, oder wiesen auf eine Wegkreuzung hin.

Sylvester Dosch erzählt, dass Feldkreuze meist von Privatleuten aufgestellt worden sind - oft aus einem konkreten Anlass: "Aus Dank über die Genesung von einer Krankheit zum Beispiel, oder weil ein Familienmitglied endlich vom Krieg heimgekehrt ist", weiß Dosch. Heute sind Feldkreuze für die einen ein Stück Tradition, für die anderen Ausdruck des Glaubens, in jedem Fall gehören sie gerade in Bayern einfach ins Landschaftsbild und auch in Mering zur Ortsgeschichte.

Das Kreuz selbst, aus Holz oder Metall, das Fundament, die Christusfigur, das Dach, das als Wetterschutz dient, die Kreuzesinschrift und ein Gebet oder Spruch auf einem Täfelchen - all diese Elemente schauen sich die Feldkreuzfreunde Mering genau an, wenn sie sich an die Renovierung eines Kreuzes machen. Dann teilt man sich die Arbeit, ehrenamtlich versteht sich. Vitus Lichtenstern zum Beispiel hat an den Figuren geschweißt, wo es nötig war, Klaus Neumaier hat sandverstrahlt und spritzverzinkt. Regina Wiedemann, Klaus Schaar und Alfred Merk haben die Malerarbeiten an den Christusfiguren und an den Schrifttafeln übernommen. Noch einige andere wie etwa Martin Winter haben hier und dort mit angepackt. Für die Übernahme der Materialkosten fanden sich Vereine wie Kolping oder die Jagdgenossenschaft Mering und auch Privatleute.

Manchmal bieten Leute an, ein Kreuz eine Weile zu betreuen. Sie pflegen die Blumen und schauen regelmäßig, ob etwas kaputt gegangen ist. "Wer sich mal ein Jahr lang um ein Kreuz kümmern mag, ist herzlich dazu eingeladen", ermuntert Sylvester Dosch. Umgekehrt bieten die Feldkreuzfreunde auch ihre Hilfe an, wenn die Besitzer eines privaten Wegkreuzes dieses renovieren möchten.

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