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Friedberg

06.06.2020

Längere Öffnungszeiten: Friedberger Gastronomen sind zurückhaltend

Die Hygieneregeln in der Gastronomie sind streng, die Erfahrungen der Friedberger Wirte gemischt.
Bild: Ralf Lienert (Symbolfoto)

Plus Seit Kurzem dürfen Biergärten und Außenbereiche von Restaurants länger öffnen. Betriebe berichten, wie das läuft. Auch der Friedberger Stadtrat behandelt das Thema.

Endlich wieder die laue Sommernacht im Biergarten genießen. Seit das Augsburger Landesgericht die Öffnung der Außenbereiche bis 22 Uhr beschlossen hat, spielt das Wetter nicht mehr mit. Hat sich die Entscheidung trotzdem gelohnt? Im Parkstüberl Mergenthau in Kissing blieben in den vergangenen Tagen vermehrt Tische leer, sagt Lisa Wolferseder. „Das lange Pfingstwochenende war für uns aber auf jeden Fall wichtig“, findet sie. „Die Gäste jeden Abend schon um Viertel vor acht aus dem Biergarten zu bugsieren, ist anstrengend.“ Die meisten Gäste seien gerne länger geblieben, und das Parkstüberl konnte das eine oder andere Getränk mehr ausschenken.

Die Frage, ob sich das Geschäft gerade lohne, wolle sie sich gar nicht stellen. Natürlich sei der Umsatz anders als in vergangenen Jahren, der Personalaufwand dagegen enorm. Außerdem sei der komplette Innenbereich geschlossen, weil die Sicherheitsabstände in dem kleinen Lokal nicht eingehalten werden könnten. Bei Regen sei die einzige Alternative Essen zum Mitnehmen. Für manche Betriebe ist die Erlaubnis, Außenbereiche länger zu öffnen, also nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Längere Öffnungszeiten: Für Betriebe mit kleinem Außenbereich unrentabel

Daher ging die Waldgaststätte Friedenau in Mering am Pfingstwochenende nicht auf die Lockerung ein. „Es ist schön, dass man länger öffnen darf. Aber einen großartigen Effekt hat das nicht“, meint Ulf Merle. Die Wetterabhängigkeit sei kein Phänomen der Corona-Krise. Mit dieser Herausforderung hätten Biergärten jedes Jahr zu kämpfen. Heuer überlege er sich die Öffnung jedoch besonders gut, denn der Arbeitsaufwand sei deutlich höher als sonst – und das bei weniger Einnahmen. Die Plätze müssen den Vorschriften zufolge ständig gereinigt werden. „Da hilft Jammern nicht“, ist sich Merle bewusst. Jeder Betrieb müsse aber wirtschaftlich gegenrechnen, ob sich die verlängerte Öffnung lohnt. Das hänge von den jeweiligen Gegebenheiten ab. Seit einigen Tagen hat aber auch die Waldgaststätte wieder wie gewöhnlich bis 22 Uhr geöffnet.

„Es war ziemlich kalt in letzter Zeit“, bemerkt Tedo Imnatz vom Restaurant Thessaloniki in Kissing. „Unter der Woche bleiben die Gäste ohnehin nicht so lange.“ Und für Betriebe mit einem ohnehin kleinen Außenbereich ist eine Öffnung kaum lohnend. Der Landgasthof Alt-Kissing zum Beispiel kann unter Berücksichtigung der Hygieneauflagen lediglich fünf bis sechs Tische zur Verfügung stellen. Ähnlich beim Gambrinuskeller am Friedberger Marienplatz. Ahab Sabet „Andrea“ Massoud freut sich daher besonders darüber, dass seinem Antrag auf Vergrößerung des Außenbereiches nach einem Jahr stattgegeben wurde.

Unterstützung der Friedberger Gastronomen Thema im Stadtrat

Allgemein tun sich offenbar so manche Lokale schwer, Gäste unter den momentanen Hygieneauflagen und der ungewissen Entwicklung der Pandemie anzulocken. Das berichtete der Friedberger Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) im Stadtrat. Dort hatte Edmund Dorsch von den Grünen nachgehakt, inwieweit die Stadt Gastronomen unterstützen könnte, etwa mit erweiterten Freiluftgastrobereichen auf Parkplätzen oder der Sperrung von Straßen, wie sie Augsburg überlege. Eichmann berichtete, es hätten bereits Gastronomen ihre Areale ausgeweitet. Zu sehen ist das in der Ludwigstraße zum Beispiel beim Altstadtcafé Weißgerber und dem Barbetrieb.

Allerdings haben manche Wirte laut Eichmann auch abgewunken, als die Stadt ihnen Flächen anbot. „Die Gäste sind oft so zurückhaltend, dass sie kaum ihre normalen Plätze voll bekommen.“ Ganze Straßenzüge zu sperren hält Eichmann bei den Gegebenheiten in Friedberg nicht für sinnvoll.

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